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Top-Spiel am Mittwoch: Telekom Veszprem zu Gast in Kiel

Champions League

Top-Spiel am Mittwoch: Telekom Veszprem zu Gast in Kiel

Mehr als eineinhalb Monate nach dem bisher letzten Heimspiel sind die "Zebras" endlich wieder zu Hause. Heim-Premiere 2017 - und das gleich mit einem Top-Spiel gegen Telekom Veszprem: Der ungarische Rekordmeister und letztjährige Finalist der "VELUX EHF Champions League" reist mit seinem vielköpfigen Star-Ensemble an die Förde. Die Partie, Neuauflage des Halbfinals 2016, hat durchaus vorentscheidenden Charakter: Nur der Sieger kann sich wohl noch berechtigte Hoffnungen auf Platz drei in der Gruppenphase machen. Anpfiff ist um 18:30 Uhr, noch gibt es einige Tickets für die Partie in der Sparkassen-Arena.

Zwei Punkte und eine Menge Prestige

Ein Weiterkommen scheint für beide Mannschaften bei vier noch ausstehenden Vorrunden-Spieltagen nur noch Formsache, der THW benötigt für die rechnerische Qualifikation noch zwei Punkte. Am Mittwoch geht es deshalb vor allem um eine gute Ausgangsposition für das Achtel- und Viertelfinale. Der Drittplatzierte würde in beiden K.o.-Runden sein Heimrecht im entscheidenden Rückspiel genießen, der Viertplatzierte immerhin noch im Achtelfinale. Es geht also um zwei wichtige Punkte - und eine Menge Prestige, sind die Duelle zwischen dem ungarischen und dem deutschen Rekordmeister doch immer hitzig und eng, was auch die Tor-Bilanz der bisher gespielten 15 Duelle unterstreicht: 424:424 Treffer - absolut ausgeglichen. Allerdings haben die Ungarn mit acht zu sieben Siegen in der Statistik knapp die Nase vorn (siehe auch ausführliche Gegner-Statistik im THW-Archiv).

THW will Revanche

"Wir sind darauf aus, gegen Veszprem Revanche zu nehmen", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. Revanche für die unglückliche 19:21-Hinspiel-Niederlage, bei der die 60 Minuten leidenschaftlich kämpfende junge THW-Mannschaft nach einem ganz starken Auftritt Lehrgeld bezahlen musste. "Ein paar Fehler zu viel haben unsdamals einen möglichen Sieg gekostet", erinnert sich Gislason an die 60 packenden Hinspiel-Minuten. Lob gab es danach auch vom Gegner. Aron Palmarsson - neben Momir Ilic einer von zwei Ex-Kielern aus der legendären Triple-Sieger-Mannschaft von 2012, die heute für Telekom Veszprem spielen - meinte anerkennend: "Die THW-Deckung stand sehr gut, und dagegen fanden wir lange Zeit keine guten Lösungen. Es war ein richtig harter Kampf."

Duvnjak: "Freue mich riesig"

Diesen erwartet THW-Kapitän Domagoj Duvnjak auch am Mittwoch: "Beide Mannschaften kennen sich sehr, sehr gut", sagt der kroatische THW-Spielmacher, "es wird auf die Tagesform angekommen - und auf die Stimmung in der Arena!" Für ihn können die Fans beim für die wichtige Platzierung in der Gruppenphase vielleicht vorentscheidenden Spiel eine große Rolle spielen. "Mit unseren Fans und der grandiosen Atmosphäre in der Sparkassen-Arena im Rücken können wir einen Vorteil haben. Ich freue mich sehr auf dieses große Spiel, da ist auch die Müdigkeit sofort vergessen. Nach dem wichtigen Erfolg in der Schweiz sind wir jetzt wieder auf Siegerkurs."

Noch Tickets verfügbar

Sky Sport überträgt ab 18 Uhr live aus Kiel, mit Sky Ticket (skyticket.de) können auch alle Handballfans, die keine Sky-Kunden sind, mit flexiblen Tages-, Wochen- und Monatstickets ohne Vertragsbindung ab 9,99 Euro live dabei sein. Für die Top-Begegnung gegen den mit Stars gespickten letztjährigen Finalisten, dessen Kader wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorgestellt hatten, sind bisher mehr als 9.800 Karten im Vorverkauf abgesetzt worden. Tickets gibt es noch an allen bekannten Vorverkaufsstellen, online zum Selbstausdrucken (mit der Print@Home-Variante) im THW-Ticketshop und an der Abendkasse im Ticketcenter der Sparkassen-Arena. Auf geht's, Kiel!

Markus Gisdol zu Gast

In der Halbzeitpause des Spiels werden die Kieler "Sportler des Jahres" von den Kieler Nachrichten geehrt. Als besonderer Gast hat sich zudem Markus Gisdol - Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, der vor einigen Monaten bei THW-Coach Alfred Gislason hospitiert hatte - angekündigt. Geleitet wird die Partie von den Schiedsrichtern Matija Gubica und Boris Milosevic aus Kroatien, die Aufsicht führt der EHF-Delegierte Klaus Dieter Convents aus Belgien. Das Top-Spiel der Gruppe A steht an - auf geht's, Kiel! 

KN: Ein absolutes Schlüsselspiel

Kiel. Es gibt nicht viele Duelle dieser Art: spannend, brisant, ständig wiederkehrend, immer wieder wechselnde Gewinner. „Ewiges Duell“, heißt es dann irgendwann. Oder: "Angstgegner". Die Kämpfe zwischen dem THW Kiel und Telekom Veszprem sind dieser Art. Heute Abend (18.30 Uhr, Sparkassen-Arena) treffen die beiden Kontrahenten in der Handball-Champions-League zum 16. Mal aufeinander - siebenmal kam der Sieger bisher aus Kiel, achtmal ging der ungarische Abonnement-Meister als Sieger vom Platz. Kiel gegen Veszprem, das sind oft regelrechte Sport-Schlachten, so wie dieses Abwehr-Hauen-und-Stechen beim 21:19 für die Ungarn in einem Hinspiel auf ganz hohem Defensiv-Niveau. Werden wir das heute auch wieder erleben? Dass René Toft Hansen und Patrick Wiencek (Kiel) auf der einen sowie Timuzsin Schuch und Momir Ilic auf der anderen Seite den Abwehr-Innenblock zum Bollwerk deklarieren, hier und da abseits des eigentlichen Geschehens Nebenkriegsschauplätze entstehen, mit allen Mitteln gerungen wird? Viermal in den vergangenen fünf Partien hatten die Zebras das Nachsehen, zweimal davon im Halbfinale der Königsklasse - unvergessen das dramatische 28:31 nach Verlängerung in der Vorsaison. Unvergessen aber auch der 25:24-Last-Minute-Heimsieg in der vergangenen Spielzeit. Heute Abend geht es zwischen dem Vierten der Gruppe A (THW; 11 Punkte) und dem Fünften (10) auch um eine gute Ausgangsposition für das Gruppenfinish und damit für das anschließende Achtelfinale. "Wenn wir Dritter in der Gruppe werden wollen, dürfen wir kein Spiel mehr verlieren", umreißt THW-Trainer Alfred Gislason die Zielsetzung in der Königsklasse. "Darum wird das Duell mit Veszprem ein absolutes Schlüsselspiel. Ganz egal ist es nicht, ob wir Dritter, Vierter oder Fünfter in der Gruppe werden, denn der Weg kann schon ein bisschen leichter werden." Würden die Zebras gegen Silkeborg und Barcelona zu Hause sowie in Paris noch fleißig Punkte sammeln, könnte bei einem Abschneiden als Dritter der Sechste der Gruppe B warten. Zum Vergleich: Der Fünfte bekommt es mit dem Vierten der Gruppe B zu tun. Kein Wunder also, dass sich die Verantwortlichen von Telekom Veszprem um den spanischen Coach Javier Sabaté in den vergangenen Tagen nicht in ihre personellen Karten schauen ließen. Durch ihren Riesenkader, der kaum in die Dimensionen eines Mannschaftsfotos passt, sind die Ungarn generell schwer auszurechnen. Fest steht: Aron Palmarsson stieg am Dienstag vor dem Abschlusstraining der Ungarn um 18 Uhr in der Sparkassen-Arena nicht aus dem Bus, wird verletzungsbedingt (Hüfte, Leiste) fehlen. Zuletzt beim 22:25 in eigener Halle gegen den FC Barcelona standen zudem die starken Linkshänder Marko Kopljar und Gábor Ancsin, der den Kielern im Hinspiel so viele Probleme bereitete, nicht im Kader, musste Routinier Laszlo Nagy auf Halbrechts über weite Strecken allein ran. "Wir müssen einfach auf alle vorbereitet sein, denn Veszprem ist so breit aufgestellt", sagt THW-Linksaußen Rune Dahmke, der auf einen Einsatz in diesem "ewigen Duell" hofft. "Gegen Veszprem ist es immer schwer", weiß Dahmke. "Unsere Abwehr muss so gut stehen, wie sie es seit Wochen - auch im Zusammenspiel mit Andi Wolff im Tor - tut. Im Angriff müssen wir sehr beweglich sein. Es wird in jedem Fall ein ziemlich harter Kampf." (Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 15.02.2017)