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Servus, Nikola!
Am Ende einer Saison heißt es im Spitzensport immer, auch Abschied zu nehmen. In Kiel wird das mit einer großen, emotionalen Zeremonie vor 10.000 Fans begangen (siehe Extra-Artikel 2026). Denn ein Saisonende ist immer auch ein Abschied von Spielern, die die Fans ins Herz geschlossen haben und viele Jahre das Geschehen beim THW Kiel geprägt haben. Diejenigen, die als Legende unter dem Hallendach von der glorreichen Geschichte des Clubs erzählen, werden natürlich besonders gefeiert. So wie Kapitän Nikola Bilyk.
Nachhilfelehrer in Sachen Österreich
Bereits 2016 kam Nikola Bilyk im Alter von erst 18 Jahren zum THW Kiel und brachte nicht nur seine handballerischen Fähigkeiten, sondern auch seinen Wiener Schmäh auf die große norddeutsche Bühne. Dort musste man tatsächlich erst lernen, das "Das geht sich aus" so etwas wie "Passt schon" bedeutet, dass ein Kaffee Americano "Verlängerter" heißt. Wenn man es so will: Der von Alfred Gislason nach Kiel geholte Nikola Bilyk leistete viel Nachhilfeunterricht in Sachen Österreich. Gut so, ging es für die Kieler Handballer mit ihm als Kapitän der heimischen Nationalmannschaft doch alsbald jedes Jahr nach Graz, um sich dort auf die Saison vorzubereiten. Dort erlebte Nikola Bilyk aber nicht nur schöne Momente, sondern auch den schlimmsten seiner Karriere: Ein Kreuzbandriss setzte ihn auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit lange außer Gefecht, quälend lange Monate bei Physiotherapeut Kay Hagensen und im Reha-Training mit Athletikcoach Hinrich Brockmann schlossen sich an. Ein Nikola Bilyk lässt sich eben nicht so leicht unterkriegen - und so kehrte er zurück auf das Handballfeld, das ihm auch so viele tolle Momente in Schwarz-Weiß bescherte.
Erfolgreicher Kapitän der Zebras
Die Kämpfermentalität, Nikos Bodenständigkeit und seine Liebe für Kiel und die Zebras machten ihn zudem zu einer echten Identifikationsfigur und als Kapitän zu einem ganz wichtigen Bestandteil der Mannschaft. Jetzt, 422 Spiele und 1224 Tore nach seiner Ankunft in Kiel später, verlässt der 29-Jährige als gestandener und erfolgreicher Spieler die Zebras und die DAIKIN Handball-Bundesliga. Als ein Spieler, der sich immer wieder von Rückschlägen erholte und akribisch an der Rückkehr arbeitete. Und als Spieler, der mit dem THW Kiel alles gewann, was man im Vereinshandball gewinnen kann: Nikola Bilyk holte mit dem THW Kiel unter anderem drei deutsche Meisterschaften, vier DHB-Pokal-Siege und jeweils einen Triumph im EHF-Pokal und in der Champions League.
Karriere geht in der Schweiz weiter
Nun endet nach zehn gemeinsamen Jahren ein besonderes Kapitel, das in Kiel mit der besonderen Ehre seines Porträts unter dem Hallendach auch in Zukunft weiterleben wird: Für Nikola Bilyk, seine Frau Tamara und die in Kiel geborene Tochter Olivia sowie weiterem Nachwuchs geht es nach der Geburt in die Schweiz, wo Niko den HC Kriens-Luzern verstärken wird. Danke für deinen Einsatz, deinen Kampfgeist, deine Leidenschaft für Kiel und den THW und Danke für viele unvergessliche Momente im schwarz-weißen Trikot. Kiel wird dich vermissen: Danke und alles Gute, Niko Bilyk!












