KN: Blazenko Lackovic: „Meine Aufgabe erfüllen“

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KN: Blazenko Lackovic: "Meine Aufgabe erfüllen"

Kiel. Ab jetzt vier Heimspiele in Folge für den THW Kiel: zweimal Champions League, zweimal Bundesliga. Telekom Veszprem, HSG Wetzlar, MT Melsungen, BSV Bjerringbro-Silkeborg. Viermal im eigenen "Wohnzimmer" antreten, viermal keine Reisestrapazen, zweieinhalb Wochen lang nachts im eigenen Bett schlafen. Los geht’s am Mittwoch (18.30 Uhr, Sparkassen-Arena) gegen den ungarischen Dauerrivalen aus Veszprem. Am 15. Februar, dem Tag, an dem die Wechselfrist in der Handball-Bundesliga endet. Im Kader der Kieler wird dann auch Blazenko Lackovic stehen.

Blazenko Lackovic bleibt bis zum Sommer ein Zebra

Im Sommer läuft der Vertrag des 36-jährigen Kroaten aus, der gern in der Bundesliga bleiben möchte. Nicht wenige rechneten darum damit, Lackovic werde schon im Winter seine Koffer packen und den THW verlassen. Angebote trudelten ein, beispielsweise vom kriselnden Zweitligisten Empor Rostock, dessen Verantwortliche den hochdekorierten Weltmeister (2003), Olympiasieger (2004) und Champions-League-Sieger (2013) gern als Spielertrainer verpflichten wollten. Doch "Lac" lehnte ab. "Ich bleibe bis zum Sommer, will meine Rolle finden und in dieser Rolle dem THW helfen, alles für den Verein geben", sagt der Familienvater. Lackovic, Christian Dissinger, Nikola Bilyk, Lukas Nilsson - das Gedränge im Kader des THW Kiel auf der Position im linken Rückraum ist groß. Der lange verletzte Dissinger ("Ich fühle mich topfit, trainiere gut") ist endgültig auf dem Sprung zurück ins Getümmel. "Er wird bald wieder der Alte sein", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. In Schaffhausen agierte Dissinger am vergangenen Wochenende bei einem kurzen Einsatz in der ersten Halbzeit glücklos. Lackovic kam in der Schweiz zeitgleich mit Dissinger als Spielmacher zum Einsatz, litt allerdings erneut unter mangelnder Spielpraxis. "Die Konkurrenz auf seiner Position ist groß, aber Blazenko ist Teil der Mannschaft, und die will ich natürlich ungern unnötig minimieren", sagt Trainer Gislason. Jeder könne, so der Isländer weiter, in dieser Saison noch wichtig werden. Doch Gislason betont auch unmissverständlich: "Leistung zählt. Wenn Blazenko seine Chance verdient hat, wird er sie auch bekommen." Vermutlich wird sich diese Chance eher in der Rückraum-Mitte auftun, wo der unzufriedene Lackovic, der die meiste Zeit dazu verdammt ist, auf der Bank zu schmoren, gemeinsam mit Nikola Bilyk für Entlastung bei Kapitän Domagoj Duvnjak sorgen könnte. Und wenn diese Chance da ist, will Lackovic, der sich zu weiteren Angeboten nicht äußern wollte, sie nutzen. Er wollte nicht klammheimlich durch die Winterpausen-Hintertür aus Kiel verschwinden, sagt stolz: "Ich will meine Aufgabe hier erfüllen." (Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 14.02.2017, Foto: Sascha Klahn)