Jungzebras jubeln: U19 des THW Kiel steht erstmals im Finale um die Deutsche Meisterschaft

Weitere

Jungzebras jubeln: U19 des THW Kiel steht erstmals im Finale um die Deutsche Meisterschaft

Riesen-Erfolg für die Nachwuchsarbeit beim Handball-Rekordmeister THW Kiel: Die U19 der Zebras besiegte in einem packenden Halbfinal-Rückspiel den A-Jugend-Rekordmeister Füchse Berlin mit 32:28 (12:12). Damit zog erstmals überhaupt nach Einführung des Nachwuchs-Leistungshandballs bei den Schwarz-Weißen ein Team der Jungzebras ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein. Das Hinspiel im Kampf um den Titel findet am Sonntag, 3. Mai, um 15 Uhr in der Edgar-Meschkat-Halle statt.

Ausverkaufte Edgar-Meschkat-Halle wird zum Hexenkessel

Ein Handballspieler in einem schwarz-weißen Trikot springt in die Luft, um den Ball zu schießen, während zwei Gegner in grünen Trikots versuchen, ihn zu blockieren. Im Hintergrund sind weitere Spieler und Zuschauer zu sehen.

Antreiber und Top-Torschütze: Johan Rohwer

U19-Euphorie in Altenholz: Zum ersten Mal in der Jugendhandball-Geschichte des THW Kiel war mit dem Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft am Freitagabend die Edgar-Meschkat-Halle mit 700 Zuschauern restlos ausverkauft. Aus Sicherheitsgründen musste kurz vor Anpfiff sogar ein Einlassstopp verhängt werden. Diejenigen, die es auf die Tribünen schafften, entfachten einen Höllenlärm, der die Jungzebras offenbar beflügtelte. Die U19 hatte im zehnfachen Torschützen Johan Rohwer, in B-Jugend-Torhüter Tobias Leuchtl und "Ballklauer" Claudius Beuthner (5 Tore) ihre auffälligsten Akteure und konnte auch auf die Unterstützung von Jung-Profi Rasmus Ankermann vornehmlich in der Defensive bauen. Leuchtl war am Spieltag in den Kader berufen worden, weil sich Stammkeeper Tobias Dengler - in der kommenden Saison im erweiterten Profi-Kader des THW Kiel - im Abschlusstraining am Innenband des linken Knies verletzt hatte.

Packende erste Hälfte

Eine große Menge begeisterter Zuschauer, viele in schwarzen und weißen Trikots und Hemden, sitzt auf den Tribünen in einer Sportarena und jubelt während eines Spiels und hebt die Arme.Die Füchse versuchten nach der 33:37-Hinspiel-Niederlage alles, um das Blatt an der Förde noch zu wenden. Die von Geschäftsführer Bob Hanning trainierte U19 des Meisters und Pokalsiegers gewann die Seitenwahl und zwang die Jungzebras auf die ungewohnte Seite. Doch der Erfolg der Maßnahme blieb bescheiden: Die Jungzebras ließen mit viel Einsatz den Gegner trotzdem nicht zur Entfaltung kommen. Der ging zwar nach dem zweitem Kieler Pfosten-Treffer erstmals in Führung, die von Rohwer aber postwendend zum 5:4 gekontert wurde. Nach dem 10:8 (20.) für die Gastgeber brachte der eingewechselte Füchse-Torhüter Henning Lahuis sein Team zurück in die Partie: Seine Mitspieler um den starken Leo Nowak (9/4 Tore) nutzten den Rückhalt und gingen mit einem 4:0-Lauf mit 12:10 in Führung, ehe Berlinghof die siebenminütige Kieler Feldtor-Flaute durchbrach. Ein Weckruf kurz vor der Pause, dem der eingewechselte Leuchtl weitere folgen ließ: Er hielt einen Gegenstoß und einen Siebenmeter von Nowak, Rohwer traf mit der Halbzeitsirene durch einen beidbeinig abgesprungenen Buzzerbeater zum 12:12. Wichtig!

Starke Jungzebras halten Berlin auf Distanz

Ein Handballtorwart in einem gelben Trikot sitzt mit gespreizten Beinen und geballten Fäusten auf dem Boden und feiert ausgelassen vor einem Tornetz in einer Sporthalle.Das Unentschieden zur Pause war ein weiterer Entwicklugnsschritt für die Jungzebras, die unter Druck viele richtige Entscheidungen trafen und in den wichtigen Momenten auch Nervenstärke bewiesen. Allen voran Leuchtl und Rohwer: Der eine hielt seinen Kasten notfalls auch mit dem Kopf sauber (34.), der andere war Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft. Und hinten räumten die Zebras die starke Füchse-Defensive gemeinsam aus dem Weg, stopften Rohwer und Ankermann immer wieder die durch die starken Sperren- und Eins-gegen-Eins der Berliner entstehenden Lücken. Ankermann war es, der die Jungzebras beim 19:16 erstmals mit drei Treffern in Führung brachte (42.). Und die THW-U-19 zeigte mit der Unterstützung von den Rängen keine Nerven, auch wenn die Berliner weiter stark dagegen hielten. Aber die Jungzebras hatten immer passende Antworten - und als Rohwer mit dem letztmöglichen Ballkontakt aus elf Metern per Hüftwurf zum 25:22 (50.) einnetzte, traf er damit auch die Füchse-Moral. Nach Ankermanns 28:24 (54.) begannen die Feierlichkeiten in der Edgar-Meschkat-Halle, die nach Rohwers 30:28 (59.) sich auf eine höllische Lautstärke aufschwangen. Der THW Kiel steht verdient im U19-Finale um die Deutsche Meisterschaft!

U19 kämpft um die Meisterschaft

Jetzt kämpft die U19 des THW Kiel in Hin- und Rückspiel erstmals seit dem Titelgewinn 1970 wieder um die Deutsche Meisterschaft. Der Gegner wird zwischen dem SC Magdeburg und Hannover-Burgdorf ermittelt. Das Hinspiel findet auf jeden Fall am Sonntag, 3. Mai, um 15 Uhr in der Altenholzer Edgar-Meschkat-Halle statt. Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft: THW Kiel - Füchse Berlin 32:28 (12:12) THW Kiel U19: Leuchtl, Hanns; Berlinghof (2), Beuthner (5), Suhr (2/1), Scharfenstein (1), Cremer (2), Anschütz (1), Kreft (1), Ankermann (2), Faciejew (1), Eisend (4), Hahn, Murko, Rinker, Rohwer (10/1); Trainer: Höppner

Jungszebra-U17 kämpft ebenfalls um den Finaleinzug

Auch die B-Jugend des THW Kiel kämpft um den Einzug in das Finale um die Deutsche Meisterschaft. Das Halbfinal-Hinspiel bei den Rhein-Neckar Löwen wird am Samstag, 25. April, um 17:30 Uhr auswärts ausgetragen. Die Entscheidung über den Finaleinzug erneut in Altenholz: Zum Rückspiel am Samstag, 2. Mai, um 15 Uhr in der Edgar-Meschkat-Halle hoffen die Jungzebras auf noch mehr "weiße Wand"-Unterstützung als bereits im Viertelfinale.