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Derby-Fieber, Teil 2: Sonntag fällt die Entscheidung!

Champions League

Derby-Fieber, Teil 2: Sonntag fällt die Entscheidung!

Im Achtelfinal-Rückspiel der "VELUX EHF Champions League" fällt am Sonntag die Entscheidung, wer ins Viertelfinale der Königsklasse einzieht und weiterhin von der Teilnahme am Finalturnier in Köln träumen darf. Die erste Halbzeit des Handball-Klassikers über 120 Minuten ging klar an die "Zebras". Trotz der glänzenden Ausgangsposition müssen die Kieler auch am Sonntag noch einmal 60 Minuten Vollgas geben: Ab 19.30 Uhr (live bei sky) ist wieder Derby-Zeit!

Erste Halbzeit ging klar an Kiel

Das Hinspiel vor Wochenfrist geriet zur Demonstration Kieler Stärke. Und das, obwohl bereits nach neun Minuten der Abwehrchef Rene Toft Hansen aus dem Defensiv-Verbund gerissen wurde: Nach der - viel zu harten - Entscheidung der Unparteiischen, dem Dänen für ein Foul an Drasko Nenadic die rote Karte zu zeigen, musste sich Rene Toft Hansen das Spiel von außen anschauen. Das, was er von seinem Platz inmitten des Kieler Fanblocks sah, gefielt dem Dänen: "Die Jungs haben das super gemacht." Und doch ist der klare 30:21-Erfolg aus dem Hinspiel erst die erste Halbzeit dieser Derby-Woche gewesen.

"Wir wollen Vollgas geben"

60 Minuten Spannung und Derby-Atmosphäre lassen die Handball-Welt am Sonntag nach Kiel schauen. Die "Zebras" gehen natürlich als Favorit in dieses insgesamt 82. Landesderby. "Auf dieses Spiel müssen wir uns gar nicht mehr vorbereiten", hat SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke nach dem Hinspiel -vermeintlich - bereits die Flinte ins Korn geworfen. Doch davon einlullen lassen wollen sich die "Zebras" nicht. "Wir werden Vollgas geben", verspricht THW-Trainer Alfred Gislason. "Das sind wir unseren Fans schuldig. Und wir wollen bestimmt nicht gegen Flensburg in unserer eigenen Halle verlieren!" 

Klein: "Wir freuen uns auf die besondere Atmosphäre"

Auch für Dominik Klein ist das Achtelfinale erst mit dem Schlusspfiff am Sonntag beendet: "Handball ist so ein schnelllebiger Sport, da kann viel passieren", so der Linksaußen. "Wir werden das Spiel vor unseren großartigen Fans genauso angehen wie das Hinspiel. Wir wollen für uns und unsere Fans, die uns im Hinspiel so unglaublich unterstützt haben, auch das Rückspiel gewinnen. Wir freuen uns auf das Heimspiel und die besondere Atmosphäre – es geht ja schließlich gegen Flensburg!" Kiel ist bereit für die zweite Halbzeit des Königsklassen-Derbys. 

sky überträgt ab 18.30 Uhr

Diese wird von den beiden rumänischen Unparteiischen Constantin Din und Sorin-Laurentiu Dinu geleitet. Als EHF-Delegierter wird der Serbe Bozidar Djurkovic vor Ort sein. Einlass in die dann mit 10.285 Zuschauern ausverkaufte Sparkassen-Arena (die letzten Stehplätze jetzt sichern!) ist um 17.30 Uhr. Eine Stunde später beginnt sky bereits mit der Vorberichterstattung auf das Derby, das um 19.30 Uhr angepfiffen wird. Live zu sehen sein wird das Spiel auch in den sky-Bars in Deutschland. In Kiel wird das Derby unter anderem in der "BarCultura" (Kirchhofallee), im "Gutenberg" (Gutenbergstraße) und im Irish Pub in der Langen Reihe gezeigt. Sonntag ist wieder Derby-Zeit: Auf geht's, Kiel!

Ausverkaufte Arena

Es ist das Spiel, auf das Kiel gewartet hat. Die Neuauflage des letztjährigen Finals. Der Handball-Klassiker. Kurz: Das Derby in der K.o.-Runde der Königsklasse! In einer besonderen Atmosphäre: Die Sparkassen-Arena wird mit 10.285 Zuschauern restlos ausverkauft sein, rund 700 Fans reisen aus Flensburg an. Mehr als 100 Medienvertreter haben sich akkreditiert. Als Ehrengast wird Innenminister Stefan Studt im vollbesetzten Oval des Handballtempels Platz nehmen, in dem vor dem Einlaufen der Mannschaften die Schleswig-Holstein-Hymne das besondere, entscheidende und elektrisierende Duell im Land zwischen den Meeren einläuten wird. "Das Spiel wird sicherlich intensiv und emotionsgeladen. Wie immer, wenn es gegen Flensburg geht. Es ist toll, ein Teil dieses Derbys sein zu dürfen", freut sich THW-Kapitän Filip Jicha auf die Partie. "Für diese Spiele spielt man beim THW Kiel." 

KN: Reicht die Kieler 9:0-Führung?

Kiel. Handballmeister THW Kiel im Überflug, die SG Flensburg-Handewitt im Sturzflug – derzeit trennen die deutschen Top-Teams Welten. Während die Zebras am Mittwoch souverän mit 31:24 beim TuS N-Lübbecke siegten, strauchelte die SG bei Aufsteiger HC Erlangen (22:22). In der Bundesliga trennen Kiel und Flensburg bereits sieben Punkte. In der Champions League ist der Unterschied ähnlich groß, da beträgt er neun Tore. Im Achtelfinal-Rückspiel (Sonntag, 19.30 Uhr/Sky) reist das Team von Ljubomir Vranjes als krasser Außenseiter an. SG-Manager Dierk Schmäschke ("Auf dieses Spiel müssen wir uns gar nicht mehr vorbereiten") hat die Königsklasse nach dem Hinspiel-Debakel (21:30) bereits abgehakt. Doch auch er weiß, dass gerade seine Flensburger in der Lage sind, Wunder zu vollbringen. Auf dem Weg ins Finale 2007, in dem sie letztlich am THW Kiel scheiterten, verloren sie im Achtelfinale in Celje mit 31:41 und besiegten die Slowenen im Rückspiel in eigener Halle mit 36:26. Die höhere Anzahl der Auswärtstore ließ die SG das Viertelfinale erreichen. Unvergessen ist auch das Viertelfinale der Champions League in der Saison 2004/05, in der die seinerzeit von Kent-Harry Andersson trainierte SG das Hinspiel in Montpellier mit 22:36 verlor. Angefeuert von 6000 Fans führten die Flensburger im Rückspiel mit dem Schlusspfiff 32:18 und wähnten sich im Halbfinale. Doch die ungarischen Unparteiischen Kekes/Kekes ließen die Franzosen noch einen letzten Freiwurf ausführen. Nach zwei Hinausstellungen konnte die SG nur noch eine vierköpfige Mauer errichten, die Chancen für Gregory Anquetil, den entscheidenden Treffer zu landen, tendierten trotzdem gegen Null. Doch der Rechtsaußen drehte den Ball an der SG-Wand vorbei, durch die Beine des bis dato überragenden Torhüters Jan Holpert hindurch – Aus für Flensburg. "Der Handballgott hat kurz vor Schluss ein Nickerchen gemacht", ließ sich Thorsten Storm, damals SG-Manager, zitieren. Auch die Kieler haben in der Champions League denkwürdige Erfahrungen gemacht. Beispielsweise im Finale der Saison 2007/08, als die Zebras in der berüchtigten Quijote-Arena von Ciudad Real das Hinspiel mit 29:27 gewannen. Aber vor eigener Kulisse scheiterte das damals noch von Noka Serdarusic trainierte Team daran, der Favorit zu sein. Der THW war in diesem Wettbewerb zuvor 803 Tage lang in eigener Halle unbesiegt geblieben, doch Olafur Stefansson & Co spielten groß auf und gewannen souverän 31:25. Ein ähnliches Szenario spielte sich im Finale der darauffolgenden Saison ab. Der THW, inzwischen von Alfred Gislason betreut, gewann das Hinspiel in Kiel mit 39:34 und sah noch in der 48. Minute des Rückspiels (24:23 für Ciudad) wie ein Sieger aus, doch dann drehten die Spanier den Spieß noch um (33:27). Aus dem aktuellen THW-Kader erlebten Filip Jicha und Dominik Klein beide Ciudad-Dramen mit. Kein Wunder also, dass die Zebras trotz einer 9:0-Führung nicht zu selbstsicher wirken wollen. "Das kann im Handball schnell gehen", sagt beispielsweise Johan Sjöstrand, der in Lübbecke vier Siebenmeter parierte. Ähnlich äußert sich Steffen Weinhold, der in der vergangenen Saison noch mit der SG das Finale gegen den THW gewann (30:28). "Ich bin mir sicher, dass die Flensburger sich für dieses Spiel etwas einfallen lassen." Sollte es seiner Mannschaft allerdings gelingen, das Rückspiel mit der nötigen Konzentration anzugehen, habe er aber keine Bedenken, dass "noch etwas anbrennen" könne. Wenn doch, ist der SG ein Platz unter den Top Ten der Sportwunder sicher. (Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 20.03.2015)

KN: THW stemmt sich gegen SG-Hoffnung auf ein Wunder

Kiel. Kann das Fell schon verteilt werden? Nach dem 30:21-Sieg des THW Kiel vor einer Woche im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League deutet zumindest alles darauf hin, dass der Bär vor dem Landesderby gegen die SG Flensburg-Handewitt (morgen, 19.30 Uhr, Sparkassen-Arena, live auf Sky) bereits erlegt ist. Doch weder THW-Trainer Alfred Gislason will zu früh feiern, noch sein Gegenüber Ljubomir Vranjes schon jetzt aufgeben. "Natürlich müssen wir realistisch bleiben. Ein Neun-Tore-Rückstand ist gegen den THW Kiel im Normalfall nicht aufzuholen. Meine Mannschaft und ich werden aber unser Bestes auch in diesem Spiel geben. Wir spielen immer um es zu gewinnen", sagt Vranjes und kündigt damit keinen Schongang für den THW an. Den hatte Gislason auch nicht erwartet: "Wir werden uns auf nichts einlassen, sind auf alles vorbereitet und werden darauf achten, dass die Flensburger gar nicht erst in eine Chance kommen." Der THW-Trainer ist aus seiner Zeit in Magdeburg ein fast schon gebranntes Kind. Im Halbfinal-Hinspiel des EHF-Pokals hatte er mit dem SCM gegen CD Bidasoa Irun mit 32:24 gewonnen. Beim Stand von 14:9 für Magdeburg im Rückspiel schien alles klar. Doch dann drehten die Spanier auf, und der SCM musste sich mit einer 17:23-Niederlage ins Finale zittern. Zweifel an der Konzentrationsfähigkeit seiner Mannschaft hat Gislason momentan allerdings nicht. Seit dem Ende der Winterpause agiert das Team auf allen Positionen auf höchstem Niveau. Auch bei der Niederlagen im DHB-Pokal gegen die Löwen hat Gislason ein gutes Spiel seines Teams gesehen. Die Zuversicht ist also groß, dass der THW morgen souverän ins CL-Viertelfinale einzieht, auch wenn Torwart Andreas Palicka weiterhin ausfällt und hinter dem Einsatz von Patrick Wiencek noch ein Fragezeichen steht. (Von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 21.03.2015)