So etwas hat es in der Geschichte des THW Kiel noch nicht gegeben: Nach der A-Jugend des THW Kiel, die am Sonntag erstmals ein Finalspiel in der Merkur Ostseehalle bestreitet (
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Kieler Lauf zum Pausenausgleich
Torreich war das Hinspiel vor einer Woche ausgegangen: Mit 38:41 hatten die Jungzebras die ersten 60 Minuten dieses Halbfinal-Spektakels gegen die Rhein-Neckar Löwen verloren. Und auch in der zweiten Partie hatten die Blau-Gelben aus dem Südwesten zunächst klar die Oberhand: Aufgrund der bis dato besseren Torwartleistung und einer abgezockten Spielweise lagen die Jung-Löwen vor 425 Zuschauern beim 18:14 (27.) durch den überragenden Julian Steinert in der Gesamtrechnung bereits mit sieben Toren vorn. Trainer Hendrik Hell nahm eine Auszeit, um seinen Schützlingen die aufkommende Hektik zu nehmen und wieder Mut und Selbstvertrauen einzuimpfen. Mit Erfolg: Bis zum Seitenwechsel spielte nur noch der THW Kiel, traf durch Maximilian Naumann, Moritz Völker, Hendrik Rohwer und Julius Eisend noch zum Pausen-Ausgleich.
Jungzebras wie im Rausch: Finale!
Der beflügelte die Jungzebras auch zu Beginn des zweiten Durchgangs: Mit einer nun effektiveren Abwehr, einigen Paraden und großer Nervenstärke nahmen die Kieler Gastgeber das Heft des Handelns nun komplett in ihre Hände. Nach Mika Lieberherrs 23:20 – und damit dem erstmaligen Ausgleich in der Addition beider Partien, spielten sich die Jungszebras förmlich in einen Rausch. Angetrieben von der großartigen Kulisse erlaubten sie sich kaum noch Fehler und bestraften die der Gäste konsequent. Beim 32:23 durch Eisend war die THW-Führung eine Viertelstunde vor dem Ende auf neun Tore angewachsen, doch die Löwen zeigten noch einmal ihre Klasse: Mit einem 5:1-Lauf in fünf Minuten kamen sie den Jungzebras beim 28:33 wieder bedrohlich nahe, die reagierten aber mit ebenso großer Klasse und einem 3:0-Lauf, den Kjell Suhr vollendete. Am Ende erwehrte sich die THW-U17 den wild anstürmenden Jung-Löwen, ehe Luke Dumont und RNL-Steinert die letzten Treffer dieser spektakulären 159-Tore-Hatz über 120 Minuten setzten. Nach der A-Jugend steht erstmals auch die B-Jugend des THW Kiel in einem Finale um die Deutsche Meisterschaft!
Nachwuchskoordinator ist stolz auf Spieler und Trainer
„Ich bin unfassbar stolz auf unsere Trainer - ihr kontinuierlicher Einsatz und ihre Entwicklung zahlt sich jetzt sichtbar aus“, sagte THW-Nachwuchskoordinator Klaus-Dieter Petersen in einer ersten Reaktion auf das historische Abschneider der Nachwuchsmannschaften. Denn neben der Final-Qualifikation der U19- und U17-Bundesligamannschaft konnten die THW-Junioren am Wochenende auch den Gewinn des Landespokals durch die U23 feiern. Die Schwarz-Weißen besiegten den MTV Dänischenhagen am Freitag mit 39:29. Petersen: "Unsere Erfolge mit dem Landespokalsieg sowie der A- und B-Jugend im Finale um die Deutsche Meisterschaft zeigen, klar: Wir sind auf dem richtigen Weg. Beim THW Kiel wollen wir weiter wachsen, weiter oben mitspielen und auch in Zukunft eine prägende Rolle in der Ausbildung junger Handball-Talente einnehmen." Weiter geht’s, Jungzebras!
Halbfinal-Rückspiel U17 DM: THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 43:37 (18:18)
THW Kiel U17: Leuchtl, Levermann, Graßhoff; Schweichler, Naumann (3), Suhr (2), Wimmel, Dabovic, Lieberherr (4/4), Dumont (2), Rohwer (10), Kroll (4), Jäschke, Eisend (13), Völker (5), Passlack; Trainer: Hell