Letzter Vorhang für die Saison: Zebras wollen sich mit Sieg gegen den TBV Lemgo Lippe verabschieden

Bundesliga

Letzter Vorhang für die Saison: Zebras wollen sich mit Sieg gegen den TBV Lemgo Lippe verabschieden

Am Sonntag fällt der letzte Vorhang für die 60. Saison der DAIKIN Handball-Bundesliga: Der THW Kiel will sich ab 15 Uhr in der Merkur Ostseehalle mit einem Sieg gegen den direkten Verfolger TBV Lemgo Lippe bei seinen Fans für die einmal mehr herausragende Unterstützung in dieser Spielzeit bedanken und gleichzeitig den gleich sieben Spielern, die im kommenden Jahr nicht mehr im schwarz-weißen Kader stehen werden, einen gebührenden Abschied bereiten. Im Anschluss an das letzte Heimspiel, für das in der THW-FANWELT, online unter www.thw-tickets.de und im offiziellen und sicheren Zweitmarkt von Fans für Fans noch Resttickets verfügbar sind und das live von Dyn übertragen wird, können nach der Abschiedszeremonie Spieler und Fans die Saison im Umlauf der Arena gemeinsam ausklingen lassen.

Zebras wollen Zebras gebührenden Abschied bereiten

Zwei männliche Handballspieler in weißen Trikots, einer wirft einen Ball in der Luft, während der andere mit dem Rücken zur Kamera steht. Sie befinden sich auf einem Hallenplatz mit einem unscharfen Publikum im Hintergrund.

Nach zehn Jahren wird Nikola Bilyk verabschiedet

Nach der bitteren Final-Niederlage im Europapokal und dem drei Tage später folgenden jüngsten Nackenschlag in Minden gab THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler die Richtung für das letzte Heimspiel der Saison vor. "Wir haben am Sonntag ein kleines Endspiel gegen Lemgo um Platz fünf. Da wollen wir mit unseren Fans im Rücken den Spielern, die uns verlassen, einen vernünftigen Abschied ermöglichen!" Gleich sieben an der Zahl werden nach der finalen Begegnung einer langen, schwierigen Saison offiziell verabschiedet: Neben den beiden Youngstern Leon Nowotty und Jesse Dahmke, Kurzzeit-Verpflichtung Mohab Abdelhak sowie Bence Imre und Petter Överby sagen mit Magnus Landin (seit 2018 in Kiel) und Nikola Bilyk (seit 2016 ein Zebra) auch zwei Spieler Tschüss zur Förde, die mit dem THW Kiel nicht nur alles gewonnen, sondern viele Jahre dem Spiel der Zebras auch ihren Stempel aufgedrückt haben. "Jeder, der am Sonntag spielen kann, trägt eine große Verantwortung", unterstreicht auch THW-Trainer Filip Jicha. "Wir wollen unseren verdienten Spielern, die uns verlassen, einen gebührenden Abschied bereiten. Das ist die Aufgabe, die wir haben."

Nur drei Spieler konnten immer im Kader stehen

Ein männlicher Handballspieler in einem schwarz-weißen Trikot hält einen Handball und bereitet sich darauf vor, ihn während eines Spiels zu werfen. Andere Spieler sind im Hintergrund auf einem blauen Hallenplatz zu sehen.

Vier Jahre ein Zebra: Petter Överby

Das letzte Spiel vor der Sommerpause wirkt allerdings ein bisschen wie das Spiegelbild einer langen, emotionalen und durch viele Umstände auch sehr schwierigen Saison. Einer Saison, in der mit dem 38-jährigen Kapitän Domagoj Duvnjak, Torhüter Andreas Wolff und Rechtsaußen Lukas Zerbe nur drei Spieler in der Lage waren, in jeder Partie auf dem Feld zu stehen. Einmal mehr muss das Trainergespann aus Jicha und Christian Sprenger auch vor dem letzten Akt der Spielzeit mehr mit der medizinischen Abteilung kommunizieren, als ihm lieb sein kann. Rasmus Ankermann, in Minden mit einem Schlag ins Gesicht gefällt, hat keine Brüche davongetragen und bekam grünes Licht für einen Einsatz. Gleiches gilt wohl auch für Rune Dahmke, der in der zweiten Halbzeit bei GWD Minden mit einem blockierten Sprunggelenk ausschied. Auf keinen Fall dabei sein werden am Sonntag Dauerbrenner Harald Reinkind, der aufgrund seiner Oberschenkel-Verletzung in Minden sein erstes Spiel der Saison verpasste, sowie die Langzeitverletzten Emil Madsen und Elias Ellefsen á Skipagötu.  Auf 146 Fehltage summieren sich die Verletzungsausfälle, die der THW Kiel in den bisherigen 50 Begegnungen zu beklagen hatte - macht also beinahe drei Spieler, die den Zebras in jedem einzelnen Saisonspiel im statistischen Durchschnitt gefehlt haben.

Bangen um Magnus Landin

Ein männlicher Handballspieler in einem weißen Trikot mit der Nummer 7 bereitet sich darauf vor, den Ball während eines Spiels zu werfen. Im Hintergrund sieht man eine Menge von Zuschauern, die aufmerksam zusehen, sowie Trainer und Offizielle am Spielfeldrand.

Bisher 400 Spiele für den THW Kiel: Magnus Landin

Ganz Kiel drückt jetzt die Daumen, dass am Sonntag nicht noch einer der Hauptprotagonisten hinzukommt: Magnus Landin konnte sich am Mittwoch nach einem rüden Foulspiel nur noch über das Feld schleppen. Hinter seinem Einsatz steht noch ein Fragezeichen, allerdings wird vom Linksaußen selbst und dem Therapeuten-Team der THW-Sportphysiopraxis alles dafür getan, dass der dänische Sympathieträger am Sonntag ein letztes Mal im schwarz-weißen Trikot auf der Platte stehen kann und vielleicht doch noch die Marke von 500 Toren in der "stärksten Liga der Welt" knacken kann. Dafür müsste Landin acht Tore erzielen, Nikola Bilyk könnte mit sechs erfolgreichen Abschlüssen in seinem vorerst letzten Spiel in der DAIKIN HBL noch sein 750. Bundesliga-Tor feiern.

Unentschieden im Hinspiel

Ein männlicher Handballspieler, der ein weißes Trikot mit der Nummer 35 trägt, bereitet sich darauf vor, während eines Spiels einen Ball zu fangen oder zu passen. Er hat kurzes, helles Haar und einen Schnurrbart. Im Hintergrund sind unscharfe Treppen und ein anderer Spieler zu sehen.

Jarnes Faust wechselt zurück nach Kiel

Doch das ist am Sonntag alles erst einmal nur Begleitmusik eines letzten Spieltags, an dem die Zebras mit einem Sieg gegen den direkten Verfolger TBV Lemgo Lippe Platz fünf sichern und sich mit einem positiven Erlebnis bei ihren Fans für die Unterstützung bedanken möchten. Dabei treffen sie in den Ostwestfalen auf einen Gegner, der ihnen beim 23:23 im Hinspiel im Dezember alles abverlangt hatte. Der zuvor in einer überragenden Hinserie unter anderem Flensburg, die Füchse und Gummersbach besiegt hatte.  Jicha sprach deshalb nach dem Hinspiel von einer "wahren Abwehrschlacht" und einem gewonnenen wichtigen Punkt in einer der schwersten Auswärtshallen der Saison. Es war insgesamt erst die achte Punkteteilung in bislang 85 Bundesliga-Duellen der beiden Traditionsvereine (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv)  - und ein Ausrufezeichen für die Blau-Weißen aus Ostwestfalen. Noch an Weihnachten strahlte über Lemgo angesichts von nur drei Niederlagen, zwei Unentschieden, acht Minuspunkten - und daraus folgend - Platz drei die Handball-Sonne. Doch mit zunehmendem Verletzungspech zogen auch dort Wolken auf, begann das zuvor so konstante und kompakte Lemgoer Konstrukt zu bröckeln.

Lemgo holte zuletzt zwei Siege

Eine Gruppe männlicher Handballspieler in blauen Trikots, mit der Nummer 25 in der Mitte, klatscht und lächelt, um die Menge zu begrüßen. Im Hintergrund ist ein unscharfes Publikum zu sehen.

Bester TBV-Torschütze: Niels Versteijnen

Wie auch beim THW Kiel fielen immer wieder Leistungsträger aus, vor allen Dingen das Fehlen des österreichischen Nationalspielers Lukas Hutecek wog schwer: Mit Rückenproblemen kämpfte er zwar noch im DHB-Pokal-Halbfinale gegen den späteren Sieger Füchse Berlin, doch das Fehlen des Entscheidungsspielers in den Liga-Partien vor und nach dem Final4-Turnier in Köln machte sich am Ende doch in den Ergebnissen bemerkbar. Insgesamt nur weitere zehn Punkte sammelten sich seit Februar auf der TBV-Habenseite an, 14 Zähler holten im gleichen Zeitraum die Kieler. Zuletzt bogen die Lemgoer um den Bald-Wieder-Kieler Jarnes Faust und dem ihrem niederländischen Goalgetter Niels Versteijnen durch einen Erfolg beim ThSV Eisenach und ein 30:28 im letzten TBV-Heimspiel gegen Absteiger Leipzig aber wieder auf die Erfolgsspur ein. Und die, hofft man beim TBV Lemgo Lippe, soll mit dem Selbstbewusstsein der letzten Partien und auch dank des überragenden Torwart-Gespanns aus Constantin Möstl und Urh Kastelic in Kiel nicht unterbrochen werden, sondern den Sommer überdauern.

Abschiede, Reden und Saisonausklang mit dem Spielern

Das wollen die Zebras ihrerseits aber natürlich verhindern, um sich mit einem Punktgewinn Platz fünf zu sichern und den Spielern, die nach dem Abpfiff sich verabschieden, einen erfolgreichen Abschluss ihrer Kieler Zeit zu ermöglichen. Direkt nach dem Schlusspfiff wird Domagoj Duvnjak sich an die Fans wenden, die nach der Verabschiedung der sieben Zebras noch in der Arena bleiben sollten. Denn dann geht es bis 19 Uhr im Umlauf der Arena weiter, wo die Fans gemeinsam mit den Spielern die Saison ausklingen lassen, letzte Autogramme sammeln und Selfies machen können. Zuvor stehen aber ein letztes Mal in der 60. Saison der stärksten Liga der Welt 60 packende Handball-Minuten im Fokus: Schiedsrichter am 34. und letzten Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga in der Merkur Ostseehalle sind Martin Thöne und Marijo Zupanovic. Dyn überträgt auch noch 30 Minuten nach Schlusspfiff live. In der THW-FANWELT (Samstag von 10 bis 15 Uhr geöffnet) sowie online unter www.thw-tickets.de und im offiziellen und sicheren Zweitmarkt von Fans für Fans gibt es noch Resttickets. Ein letztes Mal in der Saison 2025/2026: Weiter geht's gegen Lemgo, Kiel!