
Erfolgreichstes Jahr der THW-Nachwuchsarbeit: Kiel feiert seine deutschen B-Jugend-Vizemeister
Am Ende war der Rekordsieger der B-Jugend-Bundesliga eine Spur abgezockter als die Jungzebras des THW Kiel, die erstmals das Finale um die deutsche U17-Meisterschaft erreicht hatten. Nach dem 36:36-Unentschieden im Hinspiel holten sich die Hauptstädter am Himmelfahrtstag in Altenholz durch einen verdienten 36:31-Erfolg zum neunten Mal den Deutschen Meistertitel der B-Junioren. Die Jungzebras waren nach den zwei packenden Spielen gegen die Jungfüchse natürlich enttäuscht, kurz nach der Siegerehrung wich diese Enttäuschung aber dem Stolz über das, was in den vergangenen Wochen und Monaten erreicht wurde: 1050 Zuschauer feierten die B-Jugend für den ersten Finaleinzug der Geschichte und die historisch stärkste Saison der Nachwuchsarbeit beim THW Kiel. Denn schließlich stellen die Zebras mit zwei Finalisten in den höchsten Altersklassen Deutschlands erfolgreichste Handball-Nachwuchsabteilung der Saison.
Elektrisierende Stimmung in Altenholz
20 Minuten vor Anpfiff vermeldete der THW Kiel am Himmelfahrtstag: Ausverkauft! Die 1050 Fans, darunter 50 aus Berlin, die die Edgar-Meschkat-Halle in Altenholz bis auf den letzten Platz füllten, entfachten schon weit vor dem Anpfiff eine elektrisierende Stimmung, wie man sie in dieser Halle wohl noch nicht erlebt hat. In dieser erwischten die Gäste den deutlich besseren Start gegen im Angriff zunächst nervös agierende Jungzebras. Den Berlinern halfen indes auch 6:0 Siebenmeter-Entscheidungen in den ersten zwölf Minuten, die Final-Nervostität in den Griff zu bekommen. Zwar hielt THW-Torhüter Tobias Leuchtl zwei, aber trotzdem liefen die Jungzebras so von Beginn an einem Rückstand hinterher. Und sie machten Fehler, die die Berliner eiskalt mit Gegenstößen bestraften. Die Folge war ein 4:11-Rückstand nach 13 Minuten - eine Riesen-Hypothek.
Jungzebras kämpfen sich in die Partie
Die Jungzebras aber kämpften sich zurück, und als Niklas Jäschke nach 20 Minuten den ersten Strafwurf für den THW Kiel zum 9:13 verwandelte, sorgte das für ordentlich Trubel im Altenholzer Hexenkessel. Die Berliner konterten durch ihren erfolgrichsten Torschützen Malte Lorz (insgesamt 12/8 Treffer), doch die Schwarz-Weißen schienen endlich angekommen in diesem packenden Rückspiel der beiden besten B-Jugendmannschaften Deutschlands. Zur Pause blieb es beim Vier-Tore-Rückstand der Kieler (15:19), die es in der Folge immer wieder verpassten, durch einen kleinen Lauf die Berliner Junghandballer in Stress zu versetzen.
Momentum schwenkt nicht um
Immer dann, wenn die Schwarz-Weißen bei den Berlinern für Druck hätten sorgen können, unterliefen ihnen Flüchtigkeitsfehler - oder die Hauptstädter sorgten mit ihrer immer stärker werdenden Defensive für Kieler Ballverluste. Und dann war da noch Matteo Agostinelli: Der Berliner Torhüter wurde in der Crunshtime zum großen Rückhalt seiner Mannschaft. So konnten die U17-Rekordsieger auch dann cool bleiben, als die Jungzebras durch den fein freisgespielten Jonas Kroll in der 50. Minute auf 24:27 verkürzten. Das Momentum schwenkte aber nicht auf die schwarz-weiße Seite - Berlin blieb cool. Und als Agostinelli überragend den Wurf des starken Lieberherr parierte (56.), konnten die Gäste die Feierlichkeiten, starten, während sich die Jungzebras nach dem Schlusspfiff die verdienten Ovationen für eine grandiose Saison und einen historischen Finaleinzug abholten. Auch das Lächeln kehrte angesichts der großen Emotionen von den Tribünen schnell wieder in die Gesichter der Kieler Talente zurück.
Petersen ist stolz auf stärkste THW-Talente-Saison aller Zeiten
Klaus-Dieter Petersen, Nachwuchskoordinator des THW Kiel, war stolz auf die Leistungen seiner Mannschaften: "Auch unsere U17 hat eine überragende Saison gespielt. Schade, dass das Sahnehäubchen am Ende gefehlt hat. Die Füchse sind verdient B-Jugend-Meister geworden. Das nach diesen beiden packenden Finalspielen anzuerkennen, ist auch Teil des Lernprozesses, den unsere jungen Spieler durchlaufen." Trotz allem sei es für den Nachwuchs des THW Kiel eine überaus erfolgreiche Saison gewesen, zog Petersen eine erste Bilanz: "Wir haben mit Leon Nowottny, Jesse Dahmke, Johan Rohwer und Rasmus Ankermann vier Talente für die Profi-Mannschaft ausgebildet, haben mit der U23 den Landespokal gewonnen und die U15 ist Dritter in der Regionalliga geworden. Höhepunkt waren natürlich die beiden Vizemeisterschaften in der A- und B-Jugend. Ein historisches Ereignis für die Nachwuchsarbeit beim THW Kiel. Dieses wird Ansporn sein für alle, die bei uns für die Talente arbeiten, und auch für alle jungen Handballer, die vielleicht auch selbst mal in einem Finale spielen wollen." Herzlichen Glückwunsch an die U17 zur deutschen Vizemeisterschaft!
Final-Rückspiel U17 DM: THW Kiel - Füchse Berlin 31:36 (15:19)
THW Kiel U17: Leuchtl, Levermann, Graßhoff; Schweichler (2), Naumann (1), Suhr (4), Dumont (4), Wimmel, Dabovic, Lieberherr (5), Rohwer (2), Kroll (1), Jäschke (3/3), Eisend (6), Völker (2), Passlack (1); Trainer: Hell
Füchse Berlin U17: Agostinelli, Wiegran; Barth (3), Lorz (12/8), Fröhlich, Anastassiadis (1), Körber (3), Leyendecker, Knust (4), Wilke (3), Salokat, Gehann (2), Brodier (4), Blasek (4), Perschke, Witt; Trainer: Eckardt
Schiedsrichter: Lukas Müller / Robert Müller
Zeitstrafen: THW: 4 / Füchse: 3
Siebenmeter: THW: 3/3 / Füchse 10/8
Zuschauer: 1050 (ausverkauft) (Edgar-Meschkat-Halle, Altenholz)












