120 packende Finalminuten vor großer Kulisse: Kieler A-Jugend ist deutscher Vizemeister

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120 packende Finalminuten vor großer Kulisse: Kieler A-Jugend ist deutscher Vizemeister

Das Wunder nach der 36:40-Hinspielniederlage blieb der A-Jugend des THW Kiel bei ihrer ersten Final-Teilnahme in der Geschichte des Nachwuchs-Leistungshandballs zwar verwehrt, aber dennoch konnten sich die Jungzebras nach 120 packenden Minuten auf hohem Niveau erhobenen Hauptes die für den THW Kiel historischen Silbermedaillen um den Hals hängen lassen. Die schwarz-weißen Youngsters hatten vor der auch im Rückspiel mitreißenden Kulisse von 4386 Zuschauern in der Magdeburger Getec Arena noch einmal alles versucht. Angeführt von Kapitän Johan Rohwer, der zwölf Treffer erzielte, hatten sie im zweiten Teil des Endspiels um die Deutsche Meisterschaft wieder alles auf dem Platz gelassen. Doch am Ende sicherte sich der Nachwuchs des SC Magdeburg mit dem 36:35 (19:19)-Sieg im Rückspiel verdientermaßen seinen zehnten A-Jugend-Meistertitel.

Remis zur Pause

Es war wieder laut, es war wieder emotional, es war wieder Werbung für den A-Jugend-Bundesliga-Handball in Deutschland: Auch das Rückspiel um die Deutsche U19-Meisterschaft fand auf der ganz großen Profi-Bühne statt. Eine Wochen nach der Merkur Ostseehalle war nun die Getec Arena Schauplatz eines Finales, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten, in dem beide Teams die Zuschauer begeisterten. Der SCM startete mit dem Rückenwind der Tribünen und des Sechs-Tore-Erfolges aus dem Hinspiel in den zweiten Teil des Endspiels, setzte sich nach Rohwers 10:10 (16.) erstmals mit drei Treffern ab. Die Auszeit, die der Kieler U19-Trainer Felix Höppner nahm, zeigte allerdings Wirkung: Die Zebras blieben dran, erzielten durch Kjell Suhr den 15:15-Ausgleich, gingen später durch Claudius Beuthner sogar 18:17 in Führung und nahmen ein 19:19-Unentschieden mit in die Pause.

Werbung für den Nachwuchshandball

Eine Gruppe männlicher Handballspieler in grünen und roten Trikots steht in einem Kreis auf einem Hallenplatz, legt die Arme umeinander und feiert gemeinsam, während im Hintergrund eine Menschenmenge zusieht.Nach dem Wechsel behielt zunächst der SC Magdeburg die Kontrolle. Rasmus Ankermann wurde in der 42. Minute wegen Foulspiels disqualifiziert - ein weiterer Rückschlag für die Jungzebras, die es trotzdem noch einmal spannend machten: Zehn Minuten vor dem Ende traf Jasper Anschütz beim 30:29 wieder zur Kieler Führung. Doch nachhaltig unter Stress setzen konnten die Final-Debütanten die Gastgeber nicht, weil diese mit ebenso großer Klasse dagegenhielten und einen höheren Rückstand selbst nach Kjell Suhrs 33:31 (54.) zu verhindern wussten. Letztlich sicherte ein Siebenmeter-Tor durch Filip Begic dem SC Magdeburg auch im Final-Rückspiel den Sieg. Überragender Spieler beider Final-Partien war Magdeburgs Tim Bennet Thielicke: Den 16 Toren in Kiel ließ er nun 13 Treffer in der Getec Arena folgen: Zusammen also 29 Tore in beiden Endspielen – darunter allein 18 Siebenmeter. Insgesamt bekamen die Magdeburger 24 Strafwürfe in den 120 Finalminuten zugesprochen – rekordverdächtig. Ein Rekord war auf jeden Fall der Zuschauerzuspruch: Nachdem 4190 Fans in der Merkur Ostseehalle ein Fest des Nachwuchshandballs feierten, kamen zum Rückspiel in die Getec Arena sogar 4386 Zuschauer. 

Szilagyi: "Wir sind stolz auf die Leistungen unserer A-Jugend"

Ein großes Hallenstadion, das mit Zuschauern gefüllt ist, die ein Handballspiel auf einem blauen Spielfeld verfolgen, mit Spielern in Aktion und einer Anzeigetafel, auf der FINALE und der Spielstand angezeigt werden, bei heller Beleuchtung der Arena."Es waren zwei mitreißende A-Jugend-Spiele vor einer großartigen Kulisse, an deren Ende die Magdeburger Meisterschaft insgesamt verdient war", gratulierte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi dem SCM-Nachwuchs zum insgesamt zehnten A-Jugend-Meistertitel seit 1996 - und dem ersten seit 20 Jahren. Szilagyi war begeistert von den beiden Endspielen und den Darbietungen der Jungzebras: "Wir sind stolz auf die Leistung der Mannschaft und des Trainerteam und gratulieren unserer U19 zur deutschen Vizemeisterschaft. Gleichzeitig möchte ich mich im Namen unseres THW Kiel bei allen Spielern, Eltern, Trainern, Staff-Mitgliedern und den vielen ehrenamtlichen Helfern bedanken, die diesen Erfolg und diesen Meilenstein im Kieler Nachwuchshandball ermöglicht haben. Mehr als 4000 Zuschauer beim Hinspiel in der Merkur Ostseehalle sind ein Beleg dafür, wie begeisterungsfähig die Kielerinnen und Kieler auch für den Nachwuchs-Handball beim THW Kiel sind. Und dass sie sich gerne von dieser schwarz-weißen A-Jugend haben begeistern lassen!"

Final-Rückspiel um die Deutsche U19-Meisterschaft: SC Magdeburg - THW Kiel: 36:35 (19:19)

SC Magdeburg U19: Dobberitz, Bartels, Stemmer; Pakebusch (4), Elze (5), Brigzinsky (7/2), Pillich, Thielicke (13/5), Stops, Begic (2/1), Welsch (3), Mäuer, Löbel, Kretzschmar (1), Großmann; Trainer: Hahn
THW Kiel U19: Dengler, Hanns; Berlinghof, Beuthner (7), Suhr (5/1), Scharfenstein (1), Cremer, Anschütz (4), Kreft (1), Ankermann (2), Faciejew (3), Eisend, Hahn, Murko, Rinker, Rohwer (12/2); Trainer: Höppner

Schiedsrichter: Julian Fedtke / Niels Wienrich
Zeitstrafen: SCM: 1 / THW: 2
Disqualifikation: Ankermann (THW Kiel, grobes Foulspiel (43.))
Siebenmeter: SCM: 11/8 / THW: 4/3
Zuschauer: 4386 (Getec Arena, Magdeburg)