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Kieler Nachrichten: Derbys bis Weihnachten weg

Bundesliga

Kieler Nachrichten: Derbys bis Weihnachten weg

Kiel. Das Topspiel der neuen Saison in der Handball-Bundesliga führt den THW Kiel bereits am zweiten Spieltag mit der SG Flensburg-Handewitt zusammen. Nach dem Auftaktspiel am 23. August beim TBV Lemgo empfängt der Meister den Champions-League-Sieger am 26. August (Dienstag, 20.15 Uhr). Nur fünf Tage später treten die Zebras in Hamburg an, Derby Nummer zwei bereits im dritten Punktspiel.

"Schade, bis Weihnachten sind alle Derbys weg", sagte Trainer Alfred Gislason, dessen Mannschaft vor dem Jahreswechsel erneut auf Flensburg (20.12.) und den HSV (23.12.) treffen wird. Bei der Saisoneröffnung auf der Anlage des Golfclubs Altenhof waren für die Zebras diese Details eher nebensächlich, der 23. August ist für sie derzeit nur ein Thema, weil er das Ende der Leiden bedeutet. Den für die schmerzhafte Vorbereitung nötigen Galgenhumor, so viel steht fest, haben die Neuzugänge alle mitgebracht. Domagoj Duvnjak, vom HSV gekommener Welthandballer, hatte zwar erkennbar Mühe, die Stufen des Herrenhauses für die Vorstellung zu erklimmen. Auf die Frage, wie ihm die ersten Tage gefallen hätten, antwortete er aber lässig: "Das war richtig leicht." Auch Joan Canellas, ebenfalls Ex-Hamburger, bewies Schlagfertigkeit. Das Beachvolleyball-Turnier am Vormittag habe großen Spaß gemacht, sagte der Spanier. Natürlich habe er gewonnen. Tatsache war, dass es eine solch entspannte Veranstaltung gar nicht gegeben hatte. Wer nicht golfte - nur Filip Jicha und Niclas Ekberg spielten mit - lief bei 30 Grad seine Runden. "In Spanien liegen wir an solchen Tagen am Strand", sagte Canellas, der hofft, nun eine dauerhafte Bleibe gefunden zu haben. Nach der Insolvenz von Atletico Madrid war er im Sommer 2013 mit großen Erwartungen zum HSV gewechselt. Der Bundesligist, ebenfalls in Finanznot geraten, setzte den Weltmeister nach nur einer Saison vor die Tür. Steffen Weinhold machte sich gleich Freunde, als er verkündete, dass das Wetter deutlich besser sei als in Flensburg. Von der SG war der deutsche Nationalspieler zu seinem Wunschverein gewechselt: "Ich bin super aufgenommen worden, das sind alles gute Jungs." Auch habe er sich keine Sprüche der im Finale besiegten Kieler anhören müssen. "Nach sechs Wochen Urlaub ist alles vergessen. Und jetzt haben wir alle ja das gleiche Ziel." Seinen Wechsel hätte er trotz des erstmaligen Erfolges der SG in der Champions League nicht bereut. "Davor hat Flensburg das letzte Mal im Jahr 2005 einen Titel gewonnen", sagte der Linkshänder, der sich auf die neue Herausforderung freut. "Der THW ist der größte Handballverein in Deutschland." Einer, und das weiß auch Weinhold, der seit 2004 17 Titel gewonnen hat. Kapitän Filip Jicha, der mit den weiteren Neuzugängen Rune Dahmke (Linksaußen/eigener Nachwuchs) und Kim Sonne-Hansen (Torwart/Skive FH) auf den Stufen stand, bewies erneut Qualitäten als Entertainer. "Ich weiß auch nicht, was passiert ist", sagte er. "Nach dem Urlaub waren wir alle fit, jetzt sind wir alle sehr, sehr müde." Ihr Trainer habe beste Laune, sagte Jicha, das würde bedeuten, dass sie völlig am Ende seien. "Kommen wir fröhlich zum Training, ist er sauer. Ist er fröhlich, sind wir sauer." Tatsächlich hatte Gislason keinen Grund zur Klage. Mit der Vorbereitung sei er sehr zufrieden, sagte er, der davon ausgeht, dass auch Mittelmann Rasmus Lauge nach seinem Anfang März erlittenen Kreuzbandriss Ende August wieder voll in den Trainingsbetrieb einsteigen kann. Sein Saisonziel? "Ich will den Supercup gegen Berlin gewinnen", sagte er. "Danach sehen wir weiter." Am 19. August spielt der Meister in Stuttgart gegen den Pokalsieger um den ersten Titel der Saison. (von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 26.07.2014)