Samstagabend in Kiel: Zebras wollen mit der Heimkulisse gegen den SC DHfK Leipzig siegen

Bundesliga

Samstagabend in Kiel: Zebras wollen mit der Heimkulisse gegen den SC DHfK Leipzig siegen

Beinahe zwei Wochen nach dem bisher letzten Spiel, dem 34:27-Erfolg in Hamburg, sind die Zebras wieder am Start: Samstagabend kehrt auch der THW Kiel nach der ungewohnt langen spielfreien Phase zurück auf das große Handball-Parkett und freut sich auf eine großartige Heimkulisse im Spiel gegen den SC DHfK Leipzig. "Wir konnten uns lange auf die Partie vorbereiten und wollen den Schwung aus dem Hamburg-Spiel mitnehmen, vor unseren Fans wieder alles auf der Platte lassen und mit ihnen die nächsten zwei Punkte einfahren“, umreißt THW-Rechtsaußen Lukas Zerbe die Ziele der Zebras. Die Partie gegen die Sachsen, die verbissen um den Klassenerhalt in der stärksten Liga der Welt kämpfen, wird um 19 Uhr angepfiffen und ist noch nicht komplett ausverkauft. Karten gibt es online unter www.thw-tickets.de sowie im offiziellen Zweitmarkt von Fans für Fans und in der THW-FANWELT, die am Spieltag von 10 Uhr bis zum Anpfiff durchgehend geöffnet haben wird. Dyn überträgt live aus der Merkur Ostseehalle.

Vorfreude auf die Unterstützung in der Merkur Ostseehalle

Die Zebras waren in den vergangenen 14 Tagen spielfrei und nutzten die Zeit, um sich auf den Endspurt in der DAIKIN Handball-Bundesliga und in der EHF European League vorzubereiten. Dabei wurde nicht nur in der Halle gearbeitet, sondern auch im Kraft- und Athletikbereich. So drehten die Zebras auch auf dem Altenholzer Sportplatz ihre Runden, bekamen zudem auch einige freie Stunden für die mentale Frische gewährt. "Nach den vielen intensiven Trainingseinheiten und auch ein paar Momenten der Ruhe freuen wir uns jetzt richtig darauf, endlich wieder vor unseren Fans zu spielen. Es ist eine lange Zeit seit dem Spiel in Hamburg vergangenen - eine ungewohnt lange Zeit", sagt Abwehrchef Hendrik Pekeler, und ergänzt: "Wir haben viel gearbeitet, wir werden gut vorbereitet und fokussiert in die Partie gehen, um die zwei Punkte hier zu behalten.“ Gleichzeitig mahnt der Kieler Abwehrchef: "Wie bei allen Teams, die in der Tabelle unten stehen, werden wir einen hochmotivierten Gegner erleben, der um seine Existenz kämpft. Unser Ziel muss es daher sein, dass wir ihnen möglichst schnell unser Spiel aufzwingen."

Wiedersehen mit Tomas Mrkva

Ein Handballspieler in einem gelben Trikot mit der Nummer 16 schreit während eines Spiels leidenschaftlich und gestikuliert mit beiden Händen. Im Hintergrund ist die verschwommene Menge in Grün und Grau zu sehen.

Sofort Leistungsträger: Tomas Mrkva

Eigentlich sollte beim SC DHfK Leipzig alles besser werden in diesem Jahr. Dafür wurde nach der vergangenen Saison, die mit Platz 13 nicht den Erwartungen entsprach und bei den Grün-Weißen für Enttäuschung sorgte, beim SC DHfK Leipzig alles auf links gedreht: Sieben Spieler mussten gehen. Im Gegenzug kamen sechs Neuzugänge - darunter mit Tomas Mrkva vom THW Kiel ein sehr erfahrener Torwart. Der sympathische Tscheche, der für die Zebras in drei Jahren 157 Mal auf der Platte stand und sich als Deutscher Meister 2023 und DHB-Pokalsieger 2025 in Richtung Sachsen verabschiedete, gehörte schnell auch bei seinem neuen Club zu den Leistungsträgern. 112 Paraden sammelte Mrkva bisher auf seinem persönlichen Statistikkonto, bildete gemeinsam mit Domenico Ebner sofort ein funktionierendes, starkes Gespann. Doch auch Mrkva und Ebner, mit 199 Paraden Top10-Torhüter in der DAIKIN HBL, konnten bisher nicht verhindern, dass die Leipziger die zweitschlechteste Tordifferenz in der stärksten Liga der Welt aufweisen.

Frank Carstens übernahm von Raul Alonso

Ein Trainer in einem schwarzen Hemd zeigt und gibt Anweisungen während eines Handballspiels, während im Hintergrund Mannschaftsmitglieder in grünen Trikots und Fans zu sehen sind.

Neu an der Seitenlinie: Frank Carstens

Diese ist Indiz für eine Saison, die die bisher schwerste seit dem Aufstieg 2015 ist. Die den SC DHfK bisher an den Abgrund führte und im November zum Trainerwechsel zwang: Für den glücklosen Raul Alonso - zu Saisonbeginn nach Leipzig gewechselter ehemaliger Assistent von Alfred Gislason und noch beim Kieler 41:34-Hinspielsieg an der DHfK-Seitenlinie - kam Frank Carstens. Der 54-Jährige, abstiegskampferprobt aus seinen Jahren in Minden und Wetzlar, übernahm eine Mannschaft, die nach bis dato zwölf Spielen nur zwei magere Pünktchen von den Auswärts-Unentschieden in Göppingen und beim Bergischen HC auf der Habenseite hatte. Eine Mannschaft, die von großen Verletzungssorgen geplagt war und den Umbruch im Sommer noch nicht verkraftet hatte. Die nach dem Verlust der beiden Spielmacher Andri Mar Runarsson (zum HC Erlangen) und Luca Witzke (zur SG Flensburg-Handewitt) noch nach Lösungen suchte.

Königstransfer im Winter: Dean Bombac

Ein Handballspieler im grünen Trikot mit der Nummer 67 bereitet sich darauf vor, den Ball während eines Spiels zu werfen. Im Hintergrund sind andere Spieler und Zuschauer zu sehen, die eine intensive Spielatmosphäre schaffen.

Sloweniens Regie-Star: Dean Bombac

Kein Wunder, dass auch Carstens keine Wunder vollbringen konnte. Immerhin: Durch das 27:27 gegen Hannover tankte das Team Selbstbewusstsein und feierte beim 29:27-Erfolg gegen Hamburg im Dezember den ersten Sieg der Saison. Der zweite folgte zum Jahresauftakt auswärts in Hamburg. Und nach dem Remis in Wetzlar einen Spieltag später meldete sich Leipzig zurück im Kampf um den Klassenerhalt, der für die Sachsen angesichts eines Rückstands von zwei Punkten auf das "rettende Ufer" wahrscheinlich bis zum Saisonende mit dem Finale gegen den ebenfalls bedrohten Aufsteiger GWD Minden vorherrschendes Thema bleiben wird. Und das, obwohl die Leipziger im Winter noch einmal personell nachjustiert hatten - und mit der Verpflichtung des slowenischen Routiniers Dean Bombac ein echtes Ausrufezeichen setzten: Der inzwischen 37-Jährige - 139-facher Nationalspieler, Olympia-Vierter von Paris und mehr als 500-facher Torschütze für Dinamo Minsk, Pick Szeged und KS Kielce in der EHF Champions League - brachte Struktur in den Leipziger Angriff, strahlte mit bisher 43 Treffern auch Torgefahr aus und nährte die Hoffnungen der Leipziger Fans auf einen doch noch guten Saisonausgang.

Günther fordert "gemeinsamen Kraftakt"

Ein männlicher Handballspieler in einem grünen Trikot springt in der Luft, um den Ball zu werfen. Er ist umgeben von weiß gekleideten Gegnern, während eines Spiels mit einer jubelnden Menge im Hintergrund.

Bester Torschütze: Franz Semper

Diese bekamen zuletzt zwar wieder einige Dämpfer, doch in Leipzig weiß man längst, dass es jetzt darauf ankommt: "Wir haben den SC DHfK seit 2007 mit unglaublich viel Schweiß, Herzblut und Unterstützung aufgebaut und uns damit den Traum vom Erstliga-Handball in Leipzig erfüllt. Diesen Traum wollen wir noch viele Jahre leben", läutete Geschäftsführer Karsten Günther die große Unterstützungs-Kampagne "Gemeinsam erstklassig" ein, und fügte an: "Dafür brauchen wir jetzt einen gemeinsamen Kraftakt." Mit Macht, Einsatz und Leidenschaft will das Team, das wir bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorstellten, also die verbleibenden Spiele angehen. Allen voran Nationalspieler Frank Semper, der mit 123 Toren bisher mehr als ein Siebtel aller DHfK-Treffer (770) erzielte und zudem 44 weitere vorbereitete. Oder auch Neuzugang Blaer Hinriksson von UMF Afturelding, der 98 Mal erfolgreich war, und Urgestein Lucas Krzikalla, der den Club nach 16 Jahren im Sommer verlassen muss und bisher 92 Tore erzielte.

Infos rund um das Spiel

Und auch wenn man beim SC DHfK mit ligaunabhängigen Verlängerungen mit Leistungsträgern wie Bombac und Semper die Weichen auch für das Unvorstellbare stellt, ist klar: Leipzig gibt alles für den Klassenerhalt. Das wissen auch die Zebras. "Wir sind gut vorbereitet und wissen, was auf uns zukommt, da Leipzig viel zu verlieren hat. Das macht es gefährlich für uns", sagt Lukas Zerbe. "Aber: Wir spielen zu Hause, wir wollen den Ton angeben und unsere Fans ab der ersten Sekunde wieder hinter uns bringen. Dann holen wir auch die nächsten beiden Punkte." Angepfiffen wird die Begegnung des 29. Spieltags von Marvin Cesnik und Jonas Konrad um 19 Uhr. Bei den Zebras steht hinter einem Einsatz von Veron Nacinovic (Nasenbeinbruch) noch ein großes Fragezeichen. Auf jeden Fall fehlen wird neben Emil Madsen (Knie-Operation) auch der THW-Toptorschütze der aktuellen Saison: Elias Ellefsen á Skipagötu wird aufgrund seiner Schulterverletzung längere Zeit nicht mitwirken können. Dyn ist live dabei. Tipp: Mit dem Crunchtime-Deal gibt es einen Monat der Handball-Entscheidungen bei Dyn für nur 15 statt 19,50 Euro. Schöner ist es eigentlich nur noch in der Merkur Ostseehalle: Für das Spiel gibt es auch noch Karten online (www.thw-tickets.de und Zweitmarkt von Fans für Fans) sowie vor Ort in der THW-FANWELT. Diese hat Samstag von 10 Uhr bis zum Anpfiff geöffnet. Weiter geht's gegen Leipzig, Kiel! Fotos: SC DHfK/Klaus Trotter