
Zebra-Update: Der zweite Vorrunden-Spieltag der EHF Euro 2026 aus Kieler Sicht
Gleich zehn Spieler des Handball-Rekordmeisters THW Kiel sind bei der EHF Euro 2026 in Dänemark, Norwegen und Schweden für ihre Heimatländer im Einsatz. Am zweiten Vorrunden-Spieltag stellen die Zebras mit ihren Heimatländern bereits die Weichen für das weitere Turnier. Dabei patzte die deutsche Handball-Nationalmannschaft, die Serbien mit 27:30 unterlag und nun sogar um den Hauptrunden-Einzug zittern muss. Auch die Schweiz steht mit dem Rücken zur Wand, während die Färöer ihren Traum leben sowie Dänemark und Ungarn auf Kurs sind. Im Zebra-Update beleuchten wir den zweiten EM-Spieltag aus Kieler Sicht.
Deutschland unterliegt Serbien
Deutschland hat gepatzt: Durch die 27:30-Niederlage gegen Serbien muss die deutsche Handball-Nationalmannschaft um den Hauptrunden-Einzug bangen. Im Vorrunden-Finale gegen Spanien am Montag (20:30 Uhr, live im ZDF) muss die DHB-Auswahl mit mindestens drei Toren Unterschied gegen die Iberer gewinnen, um sicher weiterzukommen.
In diese missliche Situaton manvövrierte sich die deutsche Mannschaft durch ein Spiel, in dem sie zur Pause auf einem guten Weg schien. Mit viel Tempo hatte die DHB-Auswahl Serbien auseinandergespielt, eine 17:13-Führung mit in die Halbzeit genommen. Dann aber drehte Berlin-Keeper Dejan Milosavljev im Kasten der Serben auf, vereitelte Chance um Chance, unter anderem auch einen Siebenmeter von "Geburtstagskind" Lukas Zerbe. Nach dessen 25:24 (54.), seinem vierten Treffer, ging nichts mehr bei der deutschen Mannschaft: Mit einem 4:0-Lauf und dem Glück des Tüchtigen, als Bundestrainer Alfred Gislason seine Auszeit ein paar Sekunden zu früh nahm und dadurch das 26:26 durch Knorr verhinderte, bog Serbien auf die Siegerstrasse ein und feierte nach der knappen Auftakt-Niederlage gegen Spanien seinen ersten Erfolg. Diesen konnte auch Andreas Wolff nicht verhindern, der erst in der48. Minute in die Partie kam und vier Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter, zeigte. Rune Dahmke kam bei seiner Turnier-Premiere 2026 auf 25 Minuten Einsatzzeit.
Österreich verliert gegen Spanien
Die Österreicher hatten indes auch bei ihrem zweiten Turnierauftritt in der Deutschland-Gruppe A nicht das nötige Fortune: Sie unterlagen Spanien nach einer klar unterlegenen ersten Hälfte (12:19) am Ende mit 25:30. Kapitän Nikola Bilyk war 54 Minuten auf dem Feld und war mit fünf Treffern zweitbester Torschütze der österreichischen Auswahl.
Vor dem Final-Duell der DHB-Auswahl mit Spanien kämpft Bilyks Österreich am Montag gegen Serbien um die zumindest theoretische Chance auf den Hauptrunden-Einzug und kann gleichzeitig der deutschen Mannschaft Schützenhife leisten, sollte Deutschland nicht mit mindestens drei Toren Unterschied gegen Spanien gewinnen. Los geht's um 18 Uhr, Dyn und www.sportschau.de zeigen das Spiel live.
Erste Sieg bei einem großen Turnier für die Färöer
Die Färöer leben indes weiter ihren Traum - und schrieben gegen Montenegro Geschichte: Als der erneut starke Kieler Spielmacher Elias Ellefsen á Skipagötu mit der Schlusssirene den Ball aus gut und gerne zwölf Metern in den Winkel drosch und damit seinen neuten Treffer erzielte, brachen unter den 7000 mitgereisten Fans der jungen Mannschaft von den Atlantik-Inseln alle Dämme. Das deutliche 37:24 (19:12), möglich gemacht auch durch 16 Paraden des "Man of the match" Pauli Jacobsen, war der erste Sieg der Färöer bei einem internationalen Turnier. Gleichzeitig holten sich die Färöer (56.000 Einwohner) von Grönland (2001, 57.000) den inoffiziellen Titel der kleinsten Nation aller Zeiten, die ein Spiel bei einem großen Turnier gewonnen hat. Doch jetzt wollen die Färinger noch mehr - die Hauptrunde ruft. Um diese zu erreichen, müssen die Färöer am Dienstag um 20:30 Uhr (live bei Dyn) gegen Slowenien mindestens einen Punkt holen, wenn die Schweiz im Spiel zuvor gegen Montenegro gewinnen sollte.
Schweiz verliert gegen Slowenien
In der Gruppe D steht die Schweiz mit dem Rücken zur Wand. Gegen Slowenien setzte es eine unnötige 35:38-Niederlage. Unnötig deshalb, weil die Schweizer ihre 20:14-Halbzeitführung bis zur 33. Minute sogar auf neun Treffer ausweiteten. Und auch in der 52. Minute, als der Kieler Kreisläufer Lukas Laube seinen fünften Treffer zum 28:21 erzielte, sprach nicht mehr viel für die Slowenen. Doch dann lief bei den Eidgenossen nicht mehr viel zusammen, Slowenien - angeführt vom erneut bärenstarken Bald-Kieler Domen Makuc (6 Tore, fünf Vorlagen) kam Tor für Tor heran. In der 53. Minute traf Makuc zum 32:32-Ausgleich, nach rubins 35:35 trafen die Schweizer in den letzten viereinhalb Minuten nicht mehr. Slowenien feierte den Erfolg und die damit verbundene Hauptrunden-Qualifikation, während die Schweiz am letzten Spieltag einen Sieg gegen Montenegro benötigt und auf Schützenhilfe Sloweniens gegen die Färöer hoffen muss.
Bence Imre bereits in der Hauptrunde
Bence Imres Ungarn wurden in dre Gruppe F ihrer Favoritenrolle im zweiten Vorrunden-Spiel gerecht und sicherten sich durch einen 32:24 (14:13)-Erfolg gegen Italien den vorzeitigen Hauptrunden-Einzug. Der Kieler Rechtsaußen, im ersten Spiel nur für Siebenmeter auf dem Platz, wurde dieses Mal 50 Minuten eingesetzt und bedankte sich für das Vertrauen mit neun Treffern, vier davon von der Siebenmeterlinie. Damit avancierte Bence Imre vor 2817 Zuschauern in Kristianstad zum besten Torschützen seiner Mannschaft, die bis zum 24:23 in der 47. Minute eine harte Nuss zu knacken hatte, dann aber mit einem 5:0-Lauf die Weichen auf Sieg stellte. Jetzt geht es für Ungarn am Dienstag (20:30 Uhr, live bei Dyn) gegen die ebenfalls bereits qualifizierten Isländer um die ersten beiden Hautprunden-Punkte.
Magnus Landin souverän in der Hauptrunde
Zweites Spiel, zweiter Kantersieg: Wer auch nur den leisesten Zweifel an der Favoritenrolle Dänemarks bei der Heim-EM gehabt haben sollte, versteckt sich langsam aber sicher hinter den rot-weißen Fahnen in der ausverkauften Arena in Herning. Denn dem 36:24-Sieg gegen Nordmazedonien ließen Mathias Gidsel & Co. jetzt einen noch deutlicheren 39:24-Erfolg gegen Rumänien folgen. Der Außenseiter genoss fünf Minuten lang die Führung gegen den viermaligen Weltmeister, dann drehte Dänemark auf und hatte bereits beim 22:17 zur Pause einen deutlichen Vorsprung herausgeworfen. Im zweiten Durchgang wurde es dann richtig deutlich, auch weil Kevin Möller mit 17 Paraden seinen Kasten zunagelte. Der Kieler Linksaußen Magnus Landin wurde erneut eine Halbzeit lang eingesetzt und traf einmal. Am Dienstag geht es für Dänemark gegen Portugal aller Voraussicht nach bereits um die ersten beiden Hautprunden-Zähler. Das Spiel beginnt um 20:30 Uhr und ist live bei Dyn und unter www.sportschau.de zu sehen.
Kroatien und Schweden gewinnen zweites Spiel
Co-Gastgeber Schweden ist bei dieser EHF EURO immer als letztes dran: Erst am Montag, als Deutschland bereits gegen Spanien im dritten Vorrunden-Spiel antrat, bestritten Eric Johansson & Co. den zweiten Vorrunden-Spieltag der EM. Gegen Georgien wurde es eine klare Sache: 9870 Fans in Malmö feierten den 38:29 (20:15)-Erfolg der Schweden, bei dem Johansson insgesamt elf Minuten auf der Platte stand und zwei Treffer erzielte. Nun kommt es am Mittwoch zum Finale um die ersten beiden Hauptrunden-Punkte, wenn es um 20:30 Uhr gegen Kroatien geht (live bei Dyn und im kostenlosen Stream unter www.zdf.de). Denn auch die Kroaten feierten ihren zweiten Erfolg und den damit verbundenen Einzug in die nächste Runde: Gegen die Niederlande gab es einen 35:29 (15:13)-Erfolg, bei dem Veron Nacinovic allerdings nicht eingesetzt wurde.












