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DHB-Auswahl mit klarem Testsieg gegen Tunesien

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DHB-Auswahl mit klarem Testsieg gegen Tunesien

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das letzte Testspiel vor der Nominierung des Olympia-Kaders gewonnen: Gegen den Zweiten der Afrikameisterschaft Tunesien siegte die DHB-Auswahl in der Stuttgarter Porsche-Arena mit 38:32 (17:14). Die 4113 Zuschauer feierten die deutsche Mannschaft, für die Uwe Gensheimer (8) am häufigsten traf, bei ihrem letzten Auftritt in der Heimat vor dem Abflug nach Rio für eine couragierte Angriffsleistung mit der La Ola.

Wolff sieht "gute Ansätze"

Besonderes Augenmerk richteten die Kieler Fans vor allem auf ihre "Zebras": Während Andreas Wolff seiner Mannschaft knapp 40 Minuten lang ein sicherer Rückhalt war und seinen Ruf als Nummer eins im deutschen Tor untermauerte, löste Patrick Wiencek seine Aufgabe als Abwehrchef souverän. Trotz der vor dem Wechsel starken Defensivleistung blieben die Tunesier vor allem dank ihres wurfgewalteigen Rückraums dran, lagen nach 23 Minuten nur 11:12 zurück. Nach dem 17:14 zur Pause stellte die DHB-Auswahl, bei der Steffen Weinhold geschont wurde, aber frühzeitig die Weichen auf Sieg. Christian Dissinger feierte nach seiner Muskelverletzung, erlitten beim letzten DHB-Lehrgang vor der Sommerpause, sein Comeback. Rune Dahmke kam nach rund 40 Minuten, zeigte eine starke Partie und traf mit einem seiner drei Tore artistisch zur 35:29-Vorentscheidung, der Wiencek (3) per Gegenstoß das 36:29 folgen ließ. "Wir haben insgesamt zu viele Gegentore kassiert, das ist ausbaufähig. Wir haben gute Ansätze gezeigt, aber müssen weiter an uns arbeiten", sagte Wolff. "Als Europameister wollen wir in Rio natürlich eine Medaille holen." 

Spannung vor Rio-Entscheidung

Während Dagur Sigurdsson vor allem mit der Angriffsleistung, weniger aber mit der Vielzahl an technischen Fehlern und einigen Abstimmungsproblemen in der Abwehr zufrieden gewesen sein dürfte, stieg bei den Spielern der deutschen Nationalmannschaft die Spannung nach dem Testspiel in unermessliche Höhen: Am Donnerstag wird der Bundestrainer entscheiden, mit welchen 15 Spielern er zu den Olympischen Spielen in Rio reisen wird. Besondere Spannung verspricht die Entscheidung im Tor: Während sich Silvio Heinevetter in der Schlussphase empfehlen konnte, verfolgte Europameister Carsten Lichtlein die Partie von der Außenlinie. Erik Schmidt, Jannik Kohlbacher und Spielmacher Tim Kneule saßen sogar auf der Tribüne. 

Testspiel, 13.07.2016: Deutschland - Tunesien: 38:32 (17:14)

Deutschland: Wolff, Heinevetter; Gensheimer (8/3), Lemke, Wiencek (3), Reichmann (4), Wiede (4), Pekeler (1), Weinhold (n.e.), Strobel, Groetzki (2), Häfner (5), Dahmke (3), Kühn (5), Dissinger,  Drux (3) Tunesien: Missaoui, Maggaiz, Bedoui; Toumi, Tej (4), Maaref, Bannour (11), Bhar, Youssef, Sanai (2), Boughannmi (6/2), Saied (2), Hosni (2), Ben Salah. Hammed, Chouiref, Soussi (1), Jallouz (4) Schiedsrichter: Novotny/Horacek (Tschechien) Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Lemke, Kühn/Hosni) Siebenmeter: 3/3:3/2 (Boughanmi scheitert an Heinevetter) Spielfilm: 4:2 (5.), 6:6 (10.), 9:7 (15.), 11:9 (20.), 17:13 (25.), 17:14;
21:17 (35.), 23:18 (38.), 24:20 (40.),  28:21 (43.), 29:24 (47.), 37:29 (55.), 38:32. Zuschauer: 4113 (Porsche-Arena, Stuttgart)

Sigurdsson lässt sich nicht in die Karten schauen

"Das war ein echter Test, das Tempo war extrem hoch", erklärte Sigurdsson, der, was die Ziele für Rio betrifft, seiner Linie treu bleibt: "Wir fahren dahin, um zu gewinnen. Wir wissen, dass drei, vier Mannschaften besser sind als wir, aber an einem guten Tag können wir alle schlagen. Nach den erfolgreichen vergangenen beiden Jahren haben wir uns Respekt erarbeitet - aber in der Spitze geht alles sehr eng zu." Einen Tag vor seiner Entscheidung, welche 15 der 21 Spieler mit zu den Olympischen Spielen reisen werden, ließ sich der Isländer nicht in die Karten schauen: "Ich habe einen Plan und meinen Kader im Kopf. Aber das Ergebnis werde ich erst am Donnerstag bekanntgeben, vorher mit meinen Spielern sprechen."