Patrick Wiencek: „Ich will stärker zurückkommen“

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Patrick Wiencek: "Ich will stärker zurückkommen"

Seit dieser Woche arbeitet Patrick Wiencek nach seinem Kreuzbandriss im Königsklassen-Derby vor drei Wochen in der Reha an seinem Comeback. "Ich bin froh, endlich wieder etwas für meinen Körper tun zu können", sagt der THW-Kreisläufer, der zum ersten Mal in seiner Karriere mit einer derart schweren Verletzung konfrontiert ist. "Ich bin nicht der Typ, der lange seine Beine hochlegen und sich bedienen lassen kann."

"Mein Knie hat mir keinen Halt mehr gegeben"

Der Schreckens-Moment: Patrick Wiencek muss nach seinem Kreuzbandriss von Mannschaftsarzt Dr. Detlef Brandecker und Phyiso Maik Bolte gestützt werden.Offen spricht der 26-Jährige über den Moment, der sein Leben in den kommenden Monaten völlig veränderte: "Ich habe sofort bemerkt, dass etwas im Knie kaputt gegangen ist. Ich wolle weiter spielen, aber beim Aufstehen hat mir mein Knie keinen Halt mehr gegeben." Die Stunden bis zur MRT-Untersuchung seien eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen gewesen: "Ich habe trotz der Vorahnung noch bei der Untersuchung auf ein positives Ergebnis gehofft - leider vergeblich." Das Wort "Kreuzbandriss" habe er beim anschließenden Gespräch mit Mannschaftsarzt Dr. Frank Pries noch vernommen. "Danach habe ich die Worte nur noch wie durch einen Schleier gehört. Meine Gedanken kreisten nur darum, wie ich es schaffen kann, möglichst schnell wieder Handball zu spielen." 

"Ich bin es gewohnt, immer alles zu geben"

Doch dieser Moment wird noch lange auf sich warten lassen. Mindestens sechs Monate wird es dauern, bis Wiencek langsam wieder mit dem Ball trainieren kann - wenn die Genesung optimal verläuft. Nach der Schock-Diagnose folgten aber erst einmal die Operation, die Zeit der Ruhe und der Start des Reha-Programms Anfang der vergangenen Woche: "Ich muss lernen, mich zurück zu nehmen. Das ist schwierig, weil ich es als Profi-Sportler gewohnt bin, immer alles zu geben. Jetzt zu trainieren und mit dem Gefühl nach Hause zu fahren, sich nicht völlig ausgepowert zu haben, ist eine neue Situation." Eine Lektion habe er schnell gelernt, so Wiencek: "Ich vertraue meinen Trainern vollkommen. Ich mache nur so viel, wie sie es mir empfehlen."

"Genesungswünsche haben geholfen"

Riesig gefreut hat sich Wiencek über die vielen Genesungswünsche der THW-Fans: "Sie haben mir sehr über die ersten schweren Stunden hinweggeholfen." Jetzt, da er sich wieder bewegen dürfe, konzentriere er sich vollkommen auf die Reha: "Natürlich bin ich traurig, dass ich meiner Mannschaft nicht mehr helfen kann. Aber ich versuche, diese Situation positiv zu sehen: Jetzt kann ich meinen Körper in Ruhe aufbereiten um dann stärker zurück zu kommen." Sein ehemaliger Mitspieler Rasmus Lauge sei dabei sein Vorbild, so Wiencek: "Rasmus hatte trotz der Rückschläge immer gute Laune, und nach der Reha war sein Körper viel stärker als zuvor." 

"Momentan größter THW-Fan, den es gibt"

"Momentan bin ich vielleicht der größte THW-Fan, den es gibt", gesteht der Kreisläufer. "Bei den Übertragungen tigere ich herum und weiß nicht wohin mit meiner Nervosität." Durch regelmäßige Besuche beim Training versuche er, den Kontakt zur Mannschaft weiterhin eng zu halten. Nur den Job des "Barista" kann er nicht mehr ausüben: "Ich werde Marko Vujin anlernen und werde ihn bei seiner neuen Aufgabe zunächst ein wenig an die Hand nehmen müssen."

"Macht euch keine Sorgen um die Nationalmannschaft!"

Erst spät sei ihm bewusst geworden, so Wiencek, dass er durch seine Verletzung nicht nur dem THW Kiel nicht mehr helfen kann. "Irgendwann kam der Gedanke, dass ich nun auch die Europameisterschaft mit der Nationalmannschaft verpasse." Um diese müsse man sich aber keine Sorgen machen, ist Patrick Wiencek überzeugt: "Wir haben viele gute Kreisläufer in Deutschland. Und das ist eine super Mannschaft, die in Polen ohne Favoritendruck spielen und was reißen kann!" Gute Besserung, Patrick!