Rückkehr nach Hamburg: THW gewinnt Testspiel deutlich

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Dienstag, 30.08.2016 // 20:30 Uhr

Ein besonderer Rahmen für ein besonderes Spiel: 3.800 Zuschauer begrüßten am Dienstagabend den Rekordmeister THW Kiel in der ausverkauften Sporthalle Hamburg. Die "Zebras" waren zum Nord-Duell beim Drittligisten Handball Sport Verein Hamburg angetreten und absolvierten ihren letzten Test vor der am Sonntag beginnenden Saison in der DKB Handball-Bundesliga souverän: Mit 37:24 (17:14) gewannen die Kieler die Partie vor großer Kulisse. Beste Torschützen der "Zebras" waren Rune Dahmke und Nikola Bilyk mit je fünf Treffern.

Erstligareife Stimmung

Jeder Platz, den der HSV in den Verkauf gegeben hatte, war besetzt: Ausverkauftes Haus gegen den THW!

Mit lautem Jubel wurden in Hamburg auch die "Zebras" begrüßt. Zum Orkan brandete dieser auf, als die beiden Goldmedaillengewinner Niklas Landin, aufgrund seiner Rückenbeschwerden aus dem Olympia-Finale in "zivil" mit nach Hamburg gereist, und Rene Toft Hansen geehrt wurden. Stehende Ovationen gab es sogar für die deutschen Bronzemedaillen-Gewinner Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und Andreas Wolff. Die Stimmung bei der "Rückkehr" des THW Kiel in die Hansestadt - erstligareif.

Gastgeber lassen Hallendecke wackeln

Nicht in Hamburg mit dabei war Christian Zeitz: Der "Neuzugang" des Rekordmeisters weilte in Ungarn, um den Umzug in seine Heimat Kiel zu organisieren. Die Kieler, bei denen Alfred Gislason mit einem Rückraum aus Domagoj Duvnjak, Weinhold und Nilsson beginnen ließ, legte von Beginn an vor. Allerdings hatte Dominik Plaue, im vergangenen Jahr noch als Nachwuchstorhüter im erweiterten Kader der Kieler, die Wurfbilder seiner ehemaligen Kollegen offenbar noch gut im Kopf: Reihenweise parierte Plaue und half so, dass sein neues Team beim 7:7 durch den ehemaligen HSV-Profi Stefan Schröder die zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung des THW egalisieren konnte. Als Forstbauer kurz darauf das 8:7 für die Gastgeber erzielte, wackelte die Hallendecke. Gislason nahm eine Auszeit, brachte Vujin, Wiencek, Ilija Brozovic als Abwehrchef und Nikola Bilyk auf der Rückraummitte.

Testspiel, 30.08.16: HSV Hamburg - THW Kiel: 24:37 (14:17)

HSV: Plaue (1. bis 45. Minute, 11 Paraden), Rundt (46.-60., 4 Paraden); Bütow, Schröder (2), Most, Stabick (3), Weller (5), Ossenkopp (2), Kohnagel (1), Nowacki (1), Ehlers (2), Forstbauer (3), Rix, Wullenweber (2), Mehrkens (2/1), Siebert, Maciejewski (1).

THW:  Wolff (1.-60., 17 Paraden, 2 Tore); Duvnjak (2), Toft Hansen, Lackovic, Sprenger (1), Weinhold (3), Wiencek (2), Ekberg (1), Dahmke (5), Jaanimaa (3), Brozovic (3), Vujin (4/2), Bilyk (5), Nilsson (4), Santos (2)

Schiedsrichter: Brauer/Holm

Zuschauer: 3.800 (ausverkauft) (Sporthalle Hamburg)

Knappe Halbzeitführung

Nikola Bilyk erzielte in Hamburg vier Tore

Nun ging es schnell - Wolff zeigte einmal mehr seine Klasse, Bilyk bediente den starken Dahmke zum 9:9 und machte das 10:9 selbst. Zweimal verhinderte Wolff den möglichen Ausgleich, und Dahmke, der ehemalige HSVer Brozovic per Gegenstoß und Wiencek erzielten die erste Vier-Tore-Führung für den THW, der nach einem verwandelten Siebenmeter der Hamburger immerhin ein 17:14 mit in die Pause nehmen konnte. Allerdings: Eine ganze Reihe technischer Fehler und die mangelnde Chancenverwertung verhinderten eine höhere Führung, und auch der sprichwörtliche Sand ist noch nicht komplett aus dem Kieler Getriebe verschwunden.

Vujins Hammerwürfe lassen Fans staunen

Nach der Halbzeit wechselte Gislason auf den Außenpositionen, und mit einem unglaublichen Reflex leitete Wolff die stärkste Phase des THW Kiel in diesem letzten Test vor dem Bundesligastart ein: Weinhold traf zum 19:15, das Österreich-Duo Santos/Bilyk spielte Doppelpass bis zum 20:15, Wolff traf ins verwaiste Tor zum 21:15 und legte nach Bilyks Gegenstoß auch noch das 23:15 über das komplette Feld nach. Satte sechs Minuten dauerte es, bis die 3-2-1-Deckung des THW wieder von den Hamburgern geknackt werden konnte. Das Spiel war entschieden. Auch, weil Vujin jetzt mit drei wahren "Hammern" in Serie für Raunen unter den Fans sorgte. Richtig deutlich wurde es dann in den Schlussminuten, in denen Wolff unbezwingbar wurde und die beiden ehemaligen Hamburger Brozovic und Jaanimaa mit der Deckung der Hansestädter Katz' und Maus spielten. Ein klarer Erfolg war im Kasten, danach ging es ans Autogramme-Schreiben. Am Sonntag wird es nun richtig ernst: Beim TVB 1898 Stuttgart geht es um die ersten beiden Bundesliga-Punkte dieser Saison. Auf geht's, Kiel! 

KN: Mit der 3:2:1 kommt THW ins Rollen

Hamburg. Ausverkauftes Haus, gute Stimmung, die Zebras zu Gast beim HSV – die Handballer des THW Kiel nutzten das letzte Testspiel vor dem Liga-Start, um sich nahezu unter Bundesligabedingungen einzuspielen. Nach einer über weite Strecken ausgeglichenen ersten Halbzeit besiegten die Kieler den Drittligisten Handball Sport Verein Hamburg deutlich mit 37:24 (17:14).

THW-Trainer Alfred Gislason wollte unbedingt die Gelegenheit nutzen, um seine Mannschaft vor dem Liga-Start am Sonntag in Stuttgart noch einmal unter Wettkampfbedingungen die Abläufe üben zu lassen. Das war – besonders im Rückraum - auch nötig. Nach einer 3:1-Führung (4.) bekam der THW im Angriff Probleme. Neuzugang Lukas Nilsson ließ seinem Auftakt-Treffer drei Fehlversuche folgen, auch Steffen Weinhold schloss zweimal unpräzise ab. So fand der HSV mit Dominik Plaue (11 Paraden) als starkem Rückhalt in die Partie, hielt fortan gut mit und ging nach einer Viertelstunde beim 8:7 erstmals in Führung.

Das Signal für Gislason, seine Mannen neu zu ordnen. Für Olympiasieger René Toft Hansen schickte er Patrick Wiencek an den Kreis, Domagoj Duvnjak machte auf der Spielmacherposition Platz für Nikola Bilyk, und Marko Vujin ersetzte Steffen Weinhold. Außerdem verstärkte Ilija Brozovic den Mittelblock und machte die erste Angriffs-Welle als zweiter Kreisläufer mit. Ein Rezept, mit dem die Kieler sich die Führung zur Pause zurückeroberten.

Noch besser aber griff die offensive 3:2:1-Abwehr, mit der der THW in die zweite Halbzeit startete. "Gegen diese Deckung wollten wir mit dem siebten Feldspieler agieren, aber das klappt natürlich nur, wenn man das Spiel breit macht", sagte HSV-Trainer Jens Häusler nach dem Spiel. Stattdessen aber setzte der THW mit Duvnjak oder Bilyk als Abwehrspitze die HSV-Rückraum-Säulen Jan Torben Ehlers und Jan Forstbauer weitgehend außer Gefecht. "Da haben wir angefangen, Abwehr zu spielen", konstatierte Gislason, der sich über die HSV-Taktik freute: "Das mit dem siebten Feldspieler wollten wir üben."

Durch einen 6:0-Lauf, darunter zwei Treffer von Andreas Wolff ins leere HSV-Tor, sowie drei blitzsauberen Bilyk-Toren, schlug sich der Klassenunterschied allmählich auch auf der Ergebnistafel nieder. "Der Start ist noch immer etwas holperig", sagte Bilyk, "aber wenn wir das abstellen, sind wir gut für die Liga gerüstet." Während Gislason alle Spieler einsetzte, schraubten Nilsson, Raul Santos und Marko Vujin die Führung weiter in die Höhe. "Am Ende siegt die individuelle Klasse des THW, wir sind dann eingebrochen", sagte der Ex-Kieler Plaue. "Aber grundsätzlich müssen wir uns nach heute vor keinem Gegner mehr verstecken." Und der THW vor dem Liga-Start am Sonntag? "Ich weiß noch nicht ganz, was ich von Stuttgart erwarte, aber von den Jungs erwarte ich, dass sie alles geben", so Gislason.

(Von Merle Schaack, aus den Kieler Nachrichten vom 31.08.2016)

 

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