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Zebras auch beim Party-Marathon nach dem Titelgewinn meisterlich

Bundesliga

Zebras auch beim Party-Marathon nach dem Titelgewinn meisterlich

Das wichtigste Accessoire der Kieler Meister-Handballer am Montag neben der Meisterschale? Die Sonnenbrille. Die Nacht nach dem Triumph in Göppingen und der anschließenden Meisterfeier mit 5000 Fans in der Wunderino Arena war kurz. "Wenn man nach elf Monaten kräftezehrender Saison 24 Stunden zum gemeinsamen Feiern hat, macht man das schon intensiv", lachte THW-Linksaußen Rune Dahmke beim traditionellen Frühschoppen in der Forstbaumschule.

Sonne strahlt mit den Kielern um die Wette

Die Laune der Kieler Handballer strahlte mit der Sonne um die Wette. "Die Stimmung war und ist einfach genial", sagte Niclas Ekberg. "Es war eine lange, harte Saison mit Höhen und Tiefen. Umso schöner, dass wir uns mit dem Meistertitel belohnen konnten. Und endlich durften wir wieder mit unseren Fans richtig feiern!" Bei den Titelgewinnen 2020 und 2021 war die Party aufgrund der Corona-Krise entweder ganz ausgefallen oder musste mit Abstand gefeiert werden. Doch davon war im Juni 2023 zum Glück nicht mehr die Rede: In der Forstbaumschule nahmen sich die Zebras viel Zeit für die gut 150 Fans, die zum Frühschoppen gekommen waren. Schrieben fleißig Autogramme, machten Selfies und reichten auch schon mal die Meisterschale für ein Foto weiter. Jubel begleitete die Zebras von Beginn an bis zum Abschied, denn am Nachmittag wartete noch der offizielle Empfang der Stadt Kiel, ehe ein Großteil der Zebra-Herde den Party-Marathon in einer Strandbar an der Förde ausklingen ließ.

Party-Startschuss fiel in Göppingen

Der Startschuss für diesen fiel einen Tag zuvor in Göppingen schon weit vor der Schluss-Sirene: THW-Trainer Filip Jicha klatschte sich mit Spielern und mitgereistem Staff ab, Arm in Arm verfolgten die Meister-Handballer auf der Bank die letzten Sekunden einer Saison, in der sie nach der Heim-Niederlage gegen Leipzig Anfang März von vielen bereits abgeschrieben worden waren. Aber mit Teamgeist und harter Arbeit kämpfte sich der THW Kiel zurück, gab in den folgenden 13 Spielen nur noch einen Punkt gegen den Titelverteidiger SC Magdeburg ab und holte durch den finalen 34:27-Erfolg in Göppingen die Schale wieder nach Hause. „"Ich bin sehr stolz auf die Jungs und bin unglaublich glücklich", sagte Filip Jicha nach der Partie in Göppingen. Gefeiert wurden die Kieler dort nicht nur von den gut 400 Kieler Fans aus ganz Deutschland, sondern auch von den 4800 Anhängern der Heimmannschaft: Stehende Ovationen für den neuen Deutschen Meister, Riesen-Jubel bei der Schalenübergabe. "So etwas erlebt man wohl auch nur in Deutschland", hatte nicht nur Karl Wallinius Gänsehaut im schönsten Moment der Saison.

Teamarzt ohne Schnurrbart

In der Kabine wurde es schnell feucht-fröhlich: "Deutscher Meister ist nur der THW" und immer wieder die "Meister-Trainer"-Sprechchöre der Mannschaft für Filip Jicha wiesen den Weg, die Meisterschale kreiste. Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker verließ die Kabine "inkognito", hatte er dem Team doch versprochen, bei einem Sieg in Göppingen seinen charakteristischen Schnurrbart zu "opfern": Die Rasur gabs von Kapitän Domagoj Duvnjak, Jicha und Magnus Landin gratis, ehe sich das Team auf den Weg nach Kiel machte - nicht ohne Zwischenstopp bei der Familie und Bekannten von Miha Zarabec, die mit ihrer Musik auf dem Vorplatz der EWS-Arena festlich-sommerliche Stimmung verbreiteten. Den Weg zum Flughafen und von dort nach Kiel nutzten die Zebras, um sich auch gesanglich schon einmal einzustimmen auf das, was in der Landeshauptstadt auf sie wartete: Autokorso und die große Meisterfeier in der Wunderino Arena.

Rathausbalkon in die Halle verfrachtet

Als Rune Dahmke als einer der ersten Meister-Handballer um kurz nach 22 Uhr die Bühne im coolen Zebra-Outfit betrat, musste er sich erst einmal orientieren. Denn die THW-Crew hatte den Rathausbalkon, auf dem traditionell der Meistertitel gefeiert wird, einfach in die Halle verfrachtet - inklusive Blumenschmuck und allem drum und dran. Für Filip Jicha stand wenig später indes wieder ein Outfit-Wechsel an, ließen seine Spieler, allen voran Niklas Landin, doch eine beachtliche Sektdusche auf den Tschechen niederprasseln. Ein emotionales Highlight der Meisterfeier war sicherlich die Vertragsverlängerung von Eric Johansson, ein weiteres der Abschieds-Song von Sander Sagosen, der es sich gewünscht hatte, noch einmal mit den "unglaublichen Kieler Fans" singen zu dürfen. Ihre Gesangs-Premiere feierten unterdessen die Neuzugänge - und dabei ließen zwei besonders aufhorchen: Tomas Mrkva rockte mit dem Queen-Klassiker "We will rock you" die Bühne - und Petter Överby.

Överby überzeugt auch als Sänger

Selbst seine Mitspieler schienen nicht zu wissen, welche Qualitäten der starke Kreisläufer auch auf der großen Showbühne hat: Mit der Meisterschale im Arm interpretierte er Josh Turners "Your man" derart stark, dass die Fans angetrieben von Domagoj Duvnjak lautstark eine Zugabe forderten - und in "Country Roads" bekamen. "Zeremonienmeister" Rune Dahmke verneigte sich vor seinem Mitspieler - der gesanglich eine der besten Meisterfeier-Darbietungen aller Zeiten ablieferte, bevor sich die Zebras um Mitternacht dann von ihren Fans und Richtung der privaten Feier mit ihren Familien verabschiedeten. Der THW Kiel 2023 - sportlich und auch feiertechnisch wahrlich meisterlich!