34:40 vor Rekordkulisse gegen Magdeburg: U19 des THW Kiel verliert erste Final-Halbzeit

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34:40 vor Rekordkulisse gegen Magdeburg: U19 des THW Kiel verliert erste Final-Halbzeit

Riesen Jugendhandball-Euphorie an der Förde: 4190 Fans unterstützen die U19 des THW Kiel im Final-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den SC Magdeburg. Dabei kreierten sie eine Atmosphäre, wie man sie in der Kult-Halle des Handballs nicht oft erlebt. Doch auch die Unterstützung von den Tribünen konnte nicht verhindern, dass der SCM durch den 40:34 (18:16)-Auswärtserfolg vor dem Rückspiel am Freitag in der Börde in der Pole Position für den Titel ist. Die Magdeburger profitierten in Kiel von insgesamt 13 (!) verwandelten Siebenmetern, hatten zudem das bessere Torwartspiel und kamen mit ihrer Nervosität vor der Riesen-Kulisse besser zurecht. 

Gänsehaut-Atmosphäre in der Merkur Ostseehalle

Gänsehaut-Atmosphäre in der Merkur Ostseehalle: Die Einlaufzeremonie wurde gerade für die Jungzebras zu etwas Herausragendem, was ihnen nieman mehr nehmen wird: 4190 Fans - vorwiegend in Weiß gekleidet - bereiteten den jungen Handballern einen stürmischen Empfang. Danach machte sich allerdings bei den Kielern, bei denen mit Tobias Leuchtl, Kjell Suhr und Julius Eisend (alle drei U17-Halbfinale) sowie Rasmus Ankermann und Johan Rohwer (beide mit den Profis in Wetzlar) gleich fünf Spieler den zweiten Einsatz binnen weniger Stunden hatten, etwas Nervosität ob der Riesen-Kulisse breit. Nach dem 5:5 durch Kapitän Rohwer setzte sich der SCM erstmals mit drei Toren ab.

Viel Handball-Prominenz auf den Tribünen

Ein Handballspieler in einem schwarz-weißen Trikot bereitet sich darauf vor, den Ball in Richtung Tor zu werfen, während ein Torwart sich bereit macht, ihn abzublocken. Im Hintergrund ist eine unscharfe Zuschauermenge zu sehen, die aufmerksam zusieht.Vor den Augen von Dyn-Experte Stefan Kretzschmar, dessen Sohn Elvis zwei Tore erzielte, und der beinahe kompletten Profi-Mannschaft des THW Kiel mussten die Jungzebras in der Folge weiter abreißen lassen. Nach zwischenzeitlichem Vier-Tore-Rückstand kämpfte sich der THW Kiel bis zum Seitenwechsel aber wieder auf zwei Treffer heran. Zu Beginn der zweiten Halbzeit schienen die Jungzebras ihre Nervosität ein wenig abgelegt zu haben. Hinten wurde nun enger zusammengestanden, und vorn ging es mit viel Energie gen Tor. Allerdings kamen die Schwarz-Weißen zunächst nicht zum Ausgleich, da - nachdem die wenigen mitgereisten Magdeburger Fans durch deplatzierte ‚ohne Schiris habt Ihr keine Chance‘-Gesänge aufgefallen waren - gegen sie eine Flut von Siebenmetern verhängt wurde.

Siebenmeter-Flut überschwemmt Jungzebras

Ein Handballspieler in einem schwarz-weiß gestreiften Trikot springt mit einem roten Ball in der Hand auf ein Tor zu, während sich ein Torwart darauf vorbereitet, den Ball zu blocken. Die Szene spielt sich in einer überfüllten Halle ab, in der Zuschauer zuschauen.Auf der anderen Seite schien "Rassi" Ankermann ein wenig Opfer seiner Popularität zu werden: In der DAIKIN HBL hat er als junger Spieler einen schweren Stand, in der A-Jugend-Bundesliga bekam er selbst nach robusten Fouls mehrmals nicht mehr als einen Freiwurf zugesprochen, zudem wurden ihm Vorteile in Serie weggepfiffen. Trotz der Doppel-Belastung mit seinem 60-minütigen Profi-Einsatz am Abend zuvor warf Ankermann aber alles rein in dieses Finale, brachte seinen Farben beim 19:20 in Reichweite - um dann eine Zwei-Minuten-Strafe absitzen zu müssen. Dann ließen vier verwandelte Strafwürfe in Folge den SC Magdeburg beim 24:22 (39.) jubeln, ehe die ausgefallene Hallenuhr auf dem Videowürfel für eine längere Unterbrechung sorgte. 

Rückspiel am kommenden Freitag

Ein Handballspieler in einem weißen Trikot springt, um den Ball zu schießen, während zwei Verteidiger in grünen Trikots versuchen, ihn während eines intensiven Spiels zu blockieren, während im Hintergrund eine unscharfe Menge zusieht.Diese schien den Jungzebras zunächst in die Hände zu spielen, kamen sie durch Scharfenstein doch beim 25:25 (43.) zum Ausgleich. Zur Führung reichte es aber nicht, weil weder Dengler noch Leuchtl einen der 13 Strafwürfe vom insgesamt 16 Mal erfolgreichen Thielicke entschärfen konnten und der SCM in den entscheidenden Phasen abgezockter und cleverer agierte. Das schlug sich aus Kieler Sicht leider auch im Ergebnis nieder: Ein 7:2-Lauf der Gäste in den letzten acht Minuten führte zum deutlichen 40:34-Erfolg, der den Nachwuchs des Champions-League-Siegers nun zum deutlichen Favoriten auf den Deutschen A-Jugend-Meistertitel machen. Zum Rückspiel reisen die Jungzebras am kommenden Freitag nach Magdeburg, wo ab 18 Uhr in der Getec-Arena die endgültige Entscheidung über den Deutschen A-Jugend-Meister fällt. "Magdeburg hat heute mit sechs Toren Unterschied bei uns gewonnen, das können wir dort auch", sagt THW-U19-Kapitän Johan Rohwer. "Wir hätten natürlich gerne gewonnen und uns eine bessere Ausgangslage für das Rückspiel erarbeitet. Aber auch so ist weiterhin noch alles möglich: Wir fahren nach Magdeburg, um dort Deutscher Meister zu werden."

Neuer Zuschauer-Rekord im Jugendhandball

Eine große, mit Zuschauern gefüllte Halle verfolgt ein spannendes Finale der THW Kiel Handball-Bundesliga Saison 2025/2026 A Jugend, bei dem der SC Magdeburg auf dem hell erleuchteten Platz unter einer hohen, blauen Decke mit 40:34 führt.Das Final-Hinspiel war die erste reine Jugend-Partie seit mehr als drei Jahrzehnten, die in der Merkur Ostseehalle ausgetragen wurde. Rohwer: "Es war ein unfassbares Erlebnis für alle. So etwas wird es sobald nicht wieder geben, und natürlich waren wir angesichts dieser vielen Eindrücke vielleicht ein wenig nervöser als in der unserer eigentlich Heimhalle." Denn 4190 Zuschauer füllten die Profi-Arena - neuer Rekord eines Einzel-Events im Jugend-Handball. Die bisherige Rekordmarke in der Jugend-Bundesliga hielt das B-Jugend-Halbfinale 2023 zwischen dem HSV Hamburg und den Jungzebras. Damals wurden vor dem Bundesliga-Heimspiel der HSV-Profis gegen die Zebras 3958 Zuschauer in der Barclays Arena gezählt. Die große Halle ist auch das Ziel der THW-Profis, wenn es am Dienstag im Viertelfinal-Finale gegen RK Nexe um den Einzug in die Winamax EHF Finals Ende Mai in Hamburg geht. Für das entscheidende Rückspiel, das Dienstag im 20:45 Uhr in Kiel angepfiffen wird, gibt es unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT noch Eintrittskarten. Der größte THW-Fanshop direkt an der Halle hat am Spieltag durchgehend von 10 bis 20:45 Uhr geöffnet.

Final-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft: THW Kiel - SC Magdeburg 34:40 (16:18)

THW Kiel U19: Dengler, Leuchtl; Berlinghof (1), Beuthner (1), Suhr (1/1), Scharfenstein (5), Cremer (1), Anschütz (4), Kreft (3), Ankermann (2), Faciejew (5/1), Eisend (3), Hahn (1), Murko, Rinker, Rohwer (7/4); Trainer: Höppner
SC Magdeburg U19: Dobberitz, Bartels, Stemmer; Pakebusch (6), Elze (2), Brigzinsky (6), Pillich, Thielicke (16/13), Stops, Begic (3), Welsch (4), Mäuer (1), Löbel, Kretzschmar (2), Großmann; Trainer: Hahn

Schiedsrichter: Marvin Völkening / Jonas Zollitsch
Zeitstrafen: THW: 4 / SCM: 2
Siebenmeter: THW: 9/6 / SCM: 13/13
Zuschauer: 4190 (Merkur Ostseehalle, Kiel)