
Starke 45 Minuten: THW Kiel gewinnt beim Wenzel Nordic Cup auch den Härtetest gegen GOG
Der THW Kiel hat den Härtetest beim Wenzel Nordic Cup bestanden: Gegen die dänische Top-Mannschaft GOG gewannen die Kieler am Sonntagmittag mit 31:27. Nach einer schwierigen Anfangs-Viertelstunde mit einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand drehten die Zebras das Spiel und hatten im zweiten Durchgang hinter einer immer stärker werdenden Abwehr in Andreas Wolff einen starken Rückhalt. Bester Kieler Torschütze war Domen Makuc, der alle acht Treffer von der Siebenmeterlinie erzielte. Aus dem Feld war der schwarz-weiße Lokalmatador Elias Ellefsen à Skipagötu mit sechs Toren am erfolgreichsten.
Kids-Training und Teambuilding am spielfreien Samstag
Die Zebras, die zum Auftakt den isländischen Europapokal-Teilnehmer Valur Reykjavik mit 34:24 geschlagen hatten, verbrachten den Samstag zunächst mit 200 Kindern und Jugendlichen, die viel Spaß bei den Trainingseinheiten mit den Weltstars und ihrem großen Idol Elias Ellefsen à Skipagötu hatten. Am Nachmittag dann ging es zum Teambuilding in die atemberaubende Felsenlandschaft. Geschicklichkeitsspiele und Gemeinschaftsaufgaben sorgten für lachende Gesichter, später stand Eierkochen in der Natur auf dem Programm: Da wurde Holz gehackt, Späne geschnitzt und über offenem Feuer das Atlantikwasser zum Kochen gebracht, um letztlich das perfekte Frühstücksei prämieren zu können. Der Tag endete mit einer gemeinsamen Rudereinheit auf einem Wikinger-Boot: Trainer Börge Lund und Co-Trainer Christian Sprenger gaben den Takt vor, und rasant ging es mit dem Nachbau raus auf den Atlantik. Alle Zebras in einem Boot mit einem gemeinsamen Ziel: Ein Bild, das die neue Saison prägen soll.
Siebenmeter-Festival zum Start
Während die Färinger am Samstagabend auf einer der Inseln ein großes Musikfestival feierten, war die erste Viertelstunde des mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffens zwischen dem THW Kiel und GOG ein Strafwurffestival. Das zunächst unsichere Schiedsrichtergespann, das im weiteren Verlauf der Partie zunehmend klarer in den Entscheidungen wurde, pfiff gleich neun Siebenmeter in den ersten 15 Minuten. So entsprangen auch mehr als die Hälfte der Tore einem Strafwurf. GOG, das vor allen Dingen mit à Skipagötus Cousin Oli Mittun permanent Eins-gegen-Eins ging, hatte in diesem Wettlauf von Beginn an die Nase vorn, auch weil der Ex-Flensburger Kevin Möller im Kasten das Torhüterduell der ersten Halbzeit mit dem Kieler Gespann deutlich für sich entschied. Während die Zebras also mit einigen Pfiffen und ihrer Chancenverwertung haderten, zogen die Dänen davon: Beim 15:9 für GOG betrug der Abstand bereits sechs Treffer.
Vier-Tore-Rückstand zur Pause
21 Minuten waren da gespielt, und trotzdem blieben die Zebras ruhig. Besannen sich auf ihre Stärken. À Skipagötu bediente Lukas Laube am Kreis, der den Ball mit dem Rücken zum Tor stehend einhändig fing, eine artistische Schraube machte und zum 10:15 traf. Ein Signal, das Julian Köster aufnahm und wuchtig vollendete. Dann zeigte Wolff erstmals gegen Manuel Zehnder seine Klasse, was erneut Köster zum 12:15 veredelte. Kurz darauf vollendete Domen Makuc einen Siebenmeter - sechs Minuten nach dem Sechs-Tore-Rückstand waren die Kieler beim 13:15 wieder im Spiel. Kevin Möller ärgerte die Schwarz-Weißen vor dem Seitenwechsel noch zweimal, und so gingen die Kieler mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Kabine.
Zebras drehen die Partie
Aus dieser kamen die Zebras furios heraus. Ganze acht Minuten dauerte es, bis Makuc beim 19:19 erstmals zum Ausgleich traf. Der THW Kiel war am Drücker, stellte eine immer beweglichere Abwehr und agierte in der Offensive kompromisslos: Nach Vilhelmsens 23:22 war es dann soweit: Erst traf Veron Nacinovic nach feinem Johansson-Anspiel zum erneuten Ausgleich, dann klaute Elias Ellefsen à Skipagötu hinten den Ball und vollendete vorn zur ersten Kieler Führung der Partie (47.). Doch darauf ruhte sich im Kieler Dress niemand aus: Andy Wolff drehte auf, sorgte bei Zehnder und vor allen Dingen bei GOG-Rechtsaußen Persson für Handball-Albträume. In den letzten 17 Minuten kassierten die Zebras so nur noch vier Gegentore. Im Angriff wirbelte à Skipagötu die dänische Defensive durcheinander, riss Lücken iwe zum Beispiel für Harald Reinkind (26:23), holte Siebenmeter heraus und traf selbst noch dreimal bis zum Schlusspfiff.
Zufriedenes Turnierfazit
Der 31:27-Erfolg war eine erste, harte Standortbestimmung, an dessen Ende die Kieler zufrieden in die Heimat zurückkehrten. "Beide Spiele haben uns weiter gebracht", sagte THW-Trainer Börge Lund kurz vor dem Rückflug, "die Mannschaft hat gegen GOG nach einer herausfordernden Viertelstunde die Prüfung bestanden, ist nicht in Panik geraten und hat auch in schwierigen Situationen weiter miteinander kommuniziert. Und durch die Reise sind wir weiter zusammengewachsen. Jetzt freuen wir uns auf die Spiele zu Hause!"
Zebras kehren für zwei weitere Tests zurück in die Heimat
Am Mittwoch wartet das traditionelle Duell mit dem Kooperationspartner TSV Altenholz in der Edgar-Mechkat-Halle (19 Uhr, Tickets im Online-Vorverkauf). Der Höhepunkt der Vorbereitung findet dann am kommenden Freitag, 21. August, um 18:30 Uhr in der MERKUR Ostseehalle statt: Zur Saisoneröffnung mit dem integrierten "Tag der Vereine" empfängt der THW Kiel die ungarische Weltklasse-Mannschaft Pick Szeged. Der erste Auftritt der neuformierten Zebraherde mit dem neuen Trainer Börge Lund wird gerade für die Neuzugänge Domen Makuc, Julian Köster und Vincent Büchner sowie Rückkehrer Jarnes Faust ein besonderer Moment werden. Für das Event, mit dem der THW Kiel der Ostseehalle zum 75. Geburtstag gratuliert, gibt es es online und in der THW-FANWELT noch Tickets. Weiter geht die Entwicklung aber erst einmal mit dem Spiel gegen GOG, Kiel!
Wenzel Nordic Cup: GOG (DEN) - THW Kiel 27:31 (18:14)
GOG: K. Möller (1.-45., 7/1 Paraden), F. Möller (45.-60., 2 Paraden); Bak, Pedersen, Magaard, Vilhelmsen (3), Zehnder (9/6), Balstad, Dalby (3), Nygard, Kildelund, Darling, O. Möller, Lykke (2), Persson (1), Mittun (5), Tönnesen (1), Plucnar (3); Trainer: Christensen
THW Kiel: Perez de Vargas (1.-19.,keine Parade, 1 Tor), Wolff (19.-60., 11 Paraden); Faust (n.e.), Duvnjak, Reinkind (3), Köster (3), Laube (1), Johansson (3), Ankermann, Dahmke (1), Zerbe (2/1), Szilagyi (2), Suhr (n.e.), Makuc (8/8), Pekeler (n.e.), à Skipagötu (6), Nacinovic (1); Trainer: Lund
Zeitstrafen: GOG: 5 (3x Balstad (3., 27., 34.), Vilhelmsen (9.), Tönnesen (49.)) / THW: 3 (2x Duvnjak (17., 29.), Nacinovic (54.))
Siebenmeter: GOG:6/6 / THW: 10/9 (Möller hält Zerbe (7.))
Zuschauer: 1700 (Tjarnir, Torshavn (FAR))












