Erstes K.o.-Spiel der Saison: Mittwoch fordert der TV Hüttenberg die Zebras im Pokal heraus

DHB-Pokal

Erstes K.o.-Spiel der Saison: Mittwoch fordert der TV Hüttenberg die Zebras im Pokal heraus

Zweite Runde des DHB-Pokals, erstes K.o.-Spiel der Saison für den THW Kiel: Am Mittwochabend fordert der TV Hüttenberg den THW Kiel heraus. Der ambitionierte Zweitligist bemüht im Vorfeld seines als "Spiel des Jahres" titulierten Aufeinandertreffens mit den Zebras das biblische Bild des Kampfes von David gegen Goliath. Und der wird auf einer großen Bühne ausgetragen: Für das Pokal-Duell gegen den THW Kiel zogen die Hüttenberger um in die Buderus Arena in der benachbarten Kreisstadt Wetzlar. Und das hat sich für die Gastgeber bereits gelohnt: Die Handball-Fans in Mittelhessen sind heiß auf den THW Kiel, die Arena ist ausverkauft. Dyn überträgt für alle, die nicht vor Ort die Zebras unterstützen können, ab 19 Uhr live. 

Mit Fokus nach Mittelhessen

Das Pokal-Duell in Hüttenberg hält für die Zebras vor dem Derby am Wochenende eine anstrengende Reise nach Mittelhessen bereit. Eine, die man mit dem nötigen Fokus antreten werde, so Trainer Börge Lund. "Noch ist die Mannschaft nicht so stabil, wie man es sich wünscht. Dieser Prozess, alles Neue auf und neben dem Feld zusammenzuführen, braucht Zeit." Und gemeinsame Erfahrungen. In den Pflichspielen zeige man als Spieler im Vergleich zum Training immer seine beste Leistung, weiß Lund. "Schließlich will man sich in den vollen Hallen von seiner besten Seite präsentieren. Das ist ganz natürlich. Deshalb ist aktuell jedes Spiel wichtig für unsere Entwicklung." Erst recht, wenn es dabei ums Weiterkommen im Pokal geht. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der beiden Clubs treffen der TV Hüttenberg und der THW Kiel in der zweiten Pokalrunde aufeinander: Am 4. April 1981 gewannen die Zebras das bisher letzte Pokal-Duell in Hüttenberg mit 21:15. 

Ausgeglichener Saisonstart mit starken Auftritten

Ein Mann mit kurzen roten Haaren und Bart trägt ein marineblaues Handball-Mannschaftstrikot mit Logos. Er steht mit verschränkten Armen vor einem schwarzen Hintergrund und blickt in die Kamera.

Trainer des TVH: Stefan Kneer

Der Saisonstart geriet zu einem Handballfest in Hüttenberg: Der TV Großwallstadt, Traditionsverein aus Unterfranken wurde mit einem 42:34 auf die Heimreise geschickt. Und auch in der folgenden Partie beim ehemaligen Erstligisten und Füchse-Kooperationspartner 1. VfL Potsdam war der TVH am Drücker, musste sich letztlich aber durch ein Tor der Brandenburger in letzter Sekunde dem Favoriten 32:33 geschlagen geben. Zu Hause blieb die Weste der Mittelhessen aber weiß: Gegen die HSG Nordhorn-Lingen gewann der TVH 31:28 und rückte damit dem perfekt gestarteten Quartett an der Spitze der zweiten Liga gehörig auf die Pelle. Allerdings gab es zuletzt ausgerechnet im Norden einen Rückschlag: Beim VfL Lübeck-Schwartau unterlag der TVH am Wochenende mit 28:31 und scherte in der Tabelle der zweiten Liga mit nunmehr 4:4 Zählern auf Rang acht ein.

Zweitbester Torhüter der zweiten Liga spielt für Hüttenberg

Ein männlicher Sportler, der ein weißes Handballtrikot mit der Nummer 97 und mehreren Sponsorenlogos trägt, steht mit den Händen in die Hüften gestemmt vor einem schwarzen Hintergrund.

Bester Torschütze: David Kuntscher

Überragend in den bisherigen Partien war Torhüter Yahav Shamir: Im Schnitt kam der Israeli, der 2021 mit Pfadi Winterthur die Schweizer Meisterschaft gewann und über Minden den Weg nach Hüttenberg fand, bisher auf fast 13 Paraden pro Partie. Shamir ist mit einer Quote von 32 Prozent gehaltener Würfe aktuell der zweitbeste Keeper der 2. Liga. Stark präsentierte sich bisher auch die Offensive: Mit 133 Treffern nach vier Spielen stellt der kommende THW-Gegner die viertbeste Offensive des Unterhauses. In dieser hat David Kuntscher eine Sonderstellung: Mit 30 Treffern geht knapp ein Viertel aller bisher erzielten Tore des Clubs auf das Konto des 24-jährigen Halbrechten, der auch auf Rechtsaußen spielen kann und die Siebenmeter bei den Mittelhessen wirft. Auf Position zwei in der internen Torschützenliste folgen Kuntschers Postionskollege Danil Dyatlov und Kreisläufer Vit Reichl (beide je 18 Treffer). 

Wiedersehen mit einem ehemaligen Jungzebra

Ein männlicher Sportler mit kurzen Haaren und einem Schnurrbart steht mit verschränkten Armen da; er trägt ein weißes Sporttrikot mit der Nummer 20 und verschiedenen Logos vor schwarzem Hintergrund.

Ex-Jungzebra: Leif Haack

Im linken Rückraum gibt es übrigens ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Kieler: Leif Haack. Der 21-Jährige wurde in der Jugend des THW Kiel ausgebildet und absolvierte sogar zwei Wochen der Vorbereitung gemeinsam mit den Kieler Profis. Seit Sommer 2024 läuft er für den TV Hüttenberg auf. Trainiert wird das Team, das im Schnitt 24,1 Jahre jung ist, vom ehemaligen Nationalspieler Stefan Kneer, der als Spieler unter anderem das Trikot des SC Magdeburg, der Rhein-Neckar Löwen und der HSG Wetzlar trug. Auch der Geschäftsführer ist ein "alter Bekannter" im Handball: Timm Schneider spielte im Rückraum unter anderem des TBV Lemgo, der MT Melsungen und des VfL Gummersbach, ehe der gebürtige Gießener 2023 seine Karriere in seiner Heimat beim TV Hüttenberg ausklingen ließ und jetzt die Geschicke des Clubs gemeinsam mit Christoph Schöpfer führt. 

Umzug in die benachbarte Kreisstadt

Eine große Sporthalle voller Zuschauer, die ein Handballspiel auf einem blauen Spielfeld verfolgen, während die Spieler in Bewegung sind und über ihnen bunte Banner hängen.Schneiders Idee war es auch, für das Pokalspiel von der heimischen Halle im Sportzentrum Hüttenberg, die 1450 Zuschauern Platz bietet, in die Buderus Arena nach Wetzlar umzuziehen. Den Gastgeber hätten direkt nach der Auslosung so viele Ticketanfragen erreicht, dass man diesen Schritt in die elf Kilometer entfernte Kreisstadt bewusst gewählt habe, um "möglichst vielen Menschen das Pokalerlebnis zu ermöglichen". Timm Schneider beschwor deshalb gleichzeitig die Handball-Einheit in der Region: "Die mittelhessische Handballgemeinschaft tritt gemeinsam gegen den 'Goliath' aus Kiel an. Dabei wollen wir natürlich auch das gute Omen der Wetzlarer Arena nutzen und die Sieglos-Serie der Zebras in Wetzlar seit 2024 aufrechterhalten."

Infos rund um das Spiel

Einen finanziellen Erfolg kann der TV Hüttenberg bereits feiern: Die Buderus Arena ist gegen den THW Kiel restlos ausverkauft.  Angepfiffen wird das erste K.o.-Spiel der Saison für den THW Kiel  am Mittwoch um 19 Uhr von den beiden Unparteiischen Moritz Hartmann und Nils Hennekes. Insgesamt trafen beide Mannschaften 21 Mal aufeinander, bei einem Unentschieden gingen 14 Siege auf das Konto von Schwarz-Weiß, sechs auf das der Hessen (siehe auch Gegnerstatistik TV Hüttenberg im THW-Archiv). Zuletzt traf man in der letzten gemeinsamen Erstliga-Saison 2017/2018 aufeinander - acht Jahre später geht jetzt für beide Teams um das Weiterkommen im Pokal.  Dyn überträgt live aus Wetzlar. Kommentator ist Florian Naß. THW-Kapitän Rune Dahmke freut sich auf das Duell: "Pokalspiele haben immer einen ganz besonderen Reiz. Wir werden auf eine Mannschaft treffen, die alles geben wird, um sich den Traum vom Sieg gegen den Favoriten zu erfüllen. Unsere Aufgabe ist es, mit unserer Energie dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken." Weiter geht die Entwicklung im DHB-Pokal in Wetzlar, Kiel!