Nächste Herausforderung: THW Kiel im Hexenkessel von Skopje gefordert

Champions League
Montag, 25.10.2021 // 16:02 Uhr

Die Zebras bekommen auch in der Woche vor dem Nationalmannschafts-Lehrgang kaum Zeit, durchzuschnaufen. Bereits am Dienstag reisen sie nach Nordmazedonien, wo am Mittwochabend um 20:45 Uhr die nächste Top-Partie in extrem emotionaler Atmosphäre auf sie wartet: In der EHF Champions League geht es um zwei eminent wichtige Zähler beim heimstarken HC Vardar. Der Online-Streamingdienst  DAZN und das Free-TV von ServusTV Deutschland übertragen live. 

Enges Rennen in Gruppe A

Die Gruppe A in der EHF Champions League liefert den Handball-Fans in Europa an jedem Spieltag ein Spektakel frei Haus. Das Resultat der zahlreichen engen Partien ist ein ebenso enges Rennen um die begehrten Plätze: Kein Team hat eine weiße Weste, und zwischen dem Tabellenführer Aalborg Handbold und dem gerade noch für die K.o.-Runden-Qualifikation ausreichenden Platz sechs sind es nur drei Punkte Unterschied. Auf diesem sechsten Platz steht der kommende THW-Gegner HC Vardar, der Aalborg in eigener Halle mit 30:28 besiegte und den Dänen damit die bisher einzige Niederlage beibrachte

Zarabec: "Wir wissen, wie schwer es wird"

Miha Zarabec und den Zebras steht eine schwere Auswärtsaufgabe bevor

"Skopje liegt nur zwei Punkte hinter uns, die Mannschaft hat bisher eine starke Saison gespielt", sagt THW-Mittelmann Miha Zarabec, und ergänzt: "Wir wissen, wie schwer es ist, in Skopje zu punkten. Die Atmosphäre dort ist sehr aufgeladen, die Fans in der Arena sind handballverrückt." Gleichzeitig erinnert der slowenische Wirbelwind aber auch an das bisher letzte Aufeinandertreffen in der nordmazedonischen Hauptstadt, als der THW Kiel dort mit 31:20 (siehe Gegnerstatistik HC Vardar im THW-Archiv) : "Wir haben dort zuletzt klar gewonnen, und Skopje wird mit Sicherheit einiges gutmachen wollen. Aber auch wir wollen am Mittwoch beide Punkte mitnehmen. Ich persönlich freue mich auf das Spiel und diese ganz besondere Stimmung in Skopje."

Turbulente Wochen in Skopje

Zum dritten Mal ist Veselin Vujovic Trainer des HC Vardar

Turbulent ging es beim Champions-League-Sieger 2017 und 2019 einmal mehr vor dem Saisonstart zu. Zunächst bekam der Topclub von der EHF die Auflage, eine Million Euro zu hinterlegen, um ausstehende Gehaltszahlungen aus den vergangenen Jahren zu begleichen. Vardar zahlte fristgerecht, und so bekam das Team den Startplatz in der europäischen Königsklasse zugesprochen. Aber auch im Kader ging es erneut recht turbulent zu: Elf Spieler verließen den Club, unter anderem wechselte Ex-Zebra Christian Dissinger nach Bukarest. 13 Neue kamen, darunter Trainer Veselin Vujovic, der zum dritten Mal an Vardars Seitenlinie Verantwortung trägt. Medienberichten zufolge soll es allerdings kurz vor Saisonstart zwischen Vujovic und dem bekanntesten Neuzugang Eduardo Gubindo (kam aus Nantes) derart zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein, dass der Spanier noch vor seinem ersten Spiel für Skopje ebenfalls nach Bukarest weiterzog. 

Erfahrung und Talente

Drittbester Torschütze der EHF CL: Timur Dibirov

Doch in jedem Ende steckt auch ein Neuanfang - durch Gurbindos Wechsel wurde Budget frei, und Vardar holte vom Lokalrivalen Metalurg die beiden sprung- und wurfgewaltigen Nyokas-Brüder. Mit Kevynn Nyokas im rechten Rückraum und Zwillingsbruder Olivier auf der Regisseurs-Position ist Vardar auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Das Spiel der Nordmazedonier lebt von der Energie und dem Tempo, das die beiden Franzosen aufs Parkett zaubern - und natürlich von der Treffsicherheit des inzwischen 38-jährigen Timur Dibirov, der seit 2013 für den HC Vardar auf Torejagd geht und aktuell mit 30 Treffern auf Torschützen-Rang drei der EHF Champions League steht. Gemeinsam mit Torhüter Boris Ristovski und dem bulligen Kreisläufer Stojanche Stoilov gehört Dibirov zu den Vardar-Veteranen, die gemeinsam mit den Nyokas-Brüdern für Erfahrung im ansonsten rechten jungen Team sorgen.

Selbstbewusster HC Vardar

Oliver Nyokas kam mit Bruder Kevynn vom Stadtrivalen Metalurg

Stoilov spricht seinen Mannschaftskollegen nach den turbulenten Startwochen aus der Seele: "Wir haben immer wieder bewiesen, dass im Handball alles möglich ist. Und ich möchte Vardar dort sehen, wo wir hingehören: ganz oben", drückt der Kapitän das neue Selbstbewusstsein in Skopje aus. Club-Boss Mjhailo Mihajlovksi unterstreicht die Ambitionen des zweifachen Königsklassen-Siegers: "Wir haben international erfahrene Spieler, und wir haben mazedonische Talente geholt", sagte der alte und neue HC-Vardar-Präsident vor der Spielzeit und gab das Saison-Ziel "Viertelfinale in der EHF Champions League" aus: "Veselin Vujovic ist der beste, um diese Mannschaft ins Viertelfinale zu führen", erklärte Mihajlovksi - und setzt dabei auch auf die Kraft des Hexenkessels: "Wir hoffen, dass die Jane-Sandanski-Arena wieder zu einer echten Festung wird."

 

DAZN und ServusTV Deutschland übertragen live

Das war sie bisher. Lediglich Montpellier gelang es, beide Punkte aus Skopje zu entführen, in der Liga steht der HC Vardar mit acht Siegen aus acht Spielen erwartungsgemäß wieder an der Spitze. Eine echte Herausforderung steht den Zebras also ins Haus, für die die Auswärtstour am Dienstag zunächst mit einer Fahrt zum Flughafen in Lübeck beginnt. Von dort aus geht es ohne Zwischenstopp direkt in die nordmazedonische Hauptstadt. Nicht mit an Bord sein werden Sander Sagosen und Steffen Weinhold, bei beiden besteht die Quarantäne nach dem Impfdurchbruch fort. Das Duell der beiden ehemaligen Champions-League-Sieger im Hexenkessel "Jane Sandanski" wird am Mittwoch um 20:45 Uhr von den beiden schweizer Unparteiischen Arthur Brunner und Morad Salah angepfiffen. Der EHF-Delegierte Alin-Sergiu Cirligeanu reist aus Rumänien an. Das sechste Vorrunden-Spiel der Kieler in der EHF Champions League wird beim Online-Streamingdienst DAZN.com sowie erneut auch parallel bei "ServusTV Deutschland" im Free-TV live übertragen. Weiter geht's in Skopje, Kiel!