THW-Kapitän Domagoj Duvnjak nach dem hitzigen Hinspiel: „Es steht 0:0. Wir wissen jetzt, was zu tun ist““

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THW-Kapitän Domagoj Duvnjak nach dem hitzigen Hinspiel: „Wir wissen, was zu tun ist“

Die 60 Minuten von Paris waren das Beste, was es im Viertelfinale der EHF Champions League bisher zu sehen gab. THW-Trainer Filip Jicha erinnerte der unglaublich intensive "Kampf der Giganten" an frühere Königsklassen-Finalduelle: "Viel Taktik, viel Kampf, viel Hektik, ein unglaublicher Wille und eine brutale Intensität - und meine Jungs haben gekämpft wie die Schweine, wenn man das so sagen darf." Nach dem 30:30-Remis in Frankreich, bei dem die heimstarken Gastgeber in der unfassbar lauten und heißen "Sauna Pierre de Coubertin" lediglich einmal beim 1:0 in Führung waren, stieg bei den Zebras schnell die Vorfreude auf das Heimspiel am kommenden Donnerstag: "Paris war nur die erste Halbzeit. Es steht wieder 0:0", analysierte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak die Ausgangslage. "Aber jetzt wissen wir, was in Kiel zu tun ist: Wir müssen gewinnen."

Hitziges Hinspiel

In Kiel wird es auf der Platte wohl kaum weniger intensiv werden als in Paris. Dafür ging es in der französischen Hauptstadt zu hoch her. Fast immer im Mittelpunkt des Geschehens war der insgesamt beste Torschütze von PSG, Kamil Syprzak. Doch nicht nur wegen seiner sieben Treffer gegen die Zebras. Vielmehr war der 2,07-Meter-Hüne auch in anderer Mission unterwegs, versuchte die Kieler Spieler und Zeitstrafen zu provozieren, langte wie nach dem letzten THW-Angriff in der ersten Halbzeit, als Syprzak sich nach dem Wurf noch auf Harald Reinkind warf und so eine Rudelbildung heraufbeschwor, ordentlich hin und hatte bei kleineren Schubsern offenbar keinen festen Stand. Auch das war Ausdruck eines extrem physischen Spiels, in dem beide Teams alles in die Waagschale warfen. "Die Mannschaft hat das in einer sehr, sehr hitzigen Atmosphäre fantastisch gemacht", lobte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi die Zebras, „trotz der Wahnsinns-Stimmung ist unser Team sehr souverän geblieben.“

Erfahrenes Gespann leitet das Rückspiel

"Es war so hitzig, wie es in einem Spiel bei einer Weltklasse-Mannschaft wie PSG zugeht", stellte auch Jicha fest. Gleichzeitig stieg auch beim Kieler Trainer die Vorfreude auf das Rückspiel am kommenden Donnerstag: "Das ist für uns wie ein großes Finale, in dem wir alles raushauen müssen", ahnt Jicha. Ein schweres Stück Arbeit steht den Kieler Handballern ins Haus. Gleiches gilt wohl auch für das Unparteiischen-Gespann: Die EHF nominierte deshalb mit Slave Nikolov und Gjorgji Nashevski eines ihrer besten und erfahrensten Gespanne. Die beiden Nordmazedonier leiteten unter anderem das EM-Endspiel 2020 und das Olympia-Finale im vergangenen Sommer. Den Stellenwert der Begegnung zwischen dem THW Kiel und Paris Saint-Germain unterstreicht auch die Ankündigung der EHF, dass die entscheidende Partie in der Wunderino Arena als "Spiel der Woche" in viele Länder weltweit übertragen werden wird. 

Duvnjak: "Unsere Fans werden aus der Halle eine echte Hölle machen" 

"Wir freuen uns unglaublich auf dieses Heimspiel mit unseren Fans", fasste Szilagyi die Gemütslager der Zebras zusammen. Kapitän Duvnjak stand schon im Pariser Kabinentrakt die Vorfreude ins Gesicht geschrieben: "Die Stimmung hier war geil - aber das kann Kiel auch." Für Jicha wird es am Donnerstag auch auf die Unterstützung der "weißen Wand" ankommen: "Es wird ein sehr enges Spiel, in dem wir auch mal zurückliegen können. Wir brauchen unsere Fans in diesem Spiel deshalb so sehr wie lange nicht mehr. Wir brauchen eine Halle, die mindestens genauso emotional und noch lauter als die in Paris ist." Für den zweiten Teil des "Kampfes der Giganten" sind nur noch rund 700 Plätze frei. Eintrittskarten sind in der THW-FANWELT, bei CITTI, in famila-Märkten mit Ticketservice und online unter www.thw-tickets.de erhältlich. Duvnjak: "Ich freue mich riesig auf das Spiel, weil unsere Fans einen richtigen Hexenkessel aus der Halle machen werden, eine echte Hölle. Und genau die werden wir auch brauchen!" Weiter geht’s vor der "weißen Wand", Kiel!

Fotos: Joachim Azouze/PSG