„Kleines Derby“: Sonntag ist der Handball Sport Verein Hamburg zu Gast in Kiel

Bundesliga

„Kleines Derby“: Sonntag ist der Handball Sport Verein Hamburg zu Gast in Kiel

Höhepunkt des Pfingstwochenendes - zumindest für alle, die den Handball lieben - ist am Sonntag das erste "kleine Derby" seit mehr als sechs Jahren in Kiel: Um 14 Uhr trifft der THW Kiel im spannenden Rennen um den so wichtigen zweiten Tabellenplatz auf den Handball Sport Verein Hamburg. Sky überträgt live, unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT gibt es noch einige Eintrittskarten für die Top-Partie des 32. Spieltags. 

Erstes Duell in Kiel seit sechs Jahren

Motor des Hamburger Aufschwungs: Torsten "Toto" Jansen

Erstmals seit sechs Jahren treffen sich in der Wunderino Arena die beiden norddeutschen Clubs, die sich in der Vergangenheit wilde Duelle um Punkte und Titel geliefert haben. Nach der Insolvenz des HSV wurde es ruhig um die Hamburger. Eine Ruhe, die der Club benötigte, um einen behutsamen Neuaufbau voranzutreiben, fand man sich nach dem großen Knall doch zunächst in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein wieder. Die eigene U23 bildete das Auffangbecken und verhinderte den Sturz des ehemaligen Weltklasse-Vereins ins Bodenlose. Aus der Reserve wurde die neuformierte Liga-Mannschaft. Und die neue, langsam aufgebaute Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang. Motor ist Trainer Torsten "Toto" Jansen. Das Ex-Zebra sorgte bei den Titelgewinnen in der Dritten Liga Nord (2018) sowie der Meisterschaft in der Zweiten Bundesliga dafür, dass sein Verein nicht abhob. Der Rückkehr ins deutsche Handball-Oberhaus stand danach nichts mehr im Wege - 1.980 Tage nach dem Lizenzentzug waren die Hanseaten wieder da und feierten bereits Anfang Mai den Klassenerhalt in der "stärksten Liga der Welt".

Duvnjak erinnert an dunkle Hamburger Stunden

Schätzen sich seit vielen Jahren: "Jogi" Bitter und "Dule" Duvnjak

Einer, der die Entwicklung an der Elbe noch immer ganz genau verfolgt, ist natürlich THW-Kapitän Domagoj Duvnjak, der einst im Alter von 21 Jahren beim damaligen HSV Handball seine ersten Schritte in der "stärksten Liga der Welt" machte und die Hamburger zu ihren großen Titeln in der Meisterschaft, im DHB-Pokal und in der EHF Champions League führte. "Das Verschwinden des Clubs nach der Insolvenz war damals ein Schock für mich, auch wenn ich zu der Zeit schon längst in Kiel spielte", erinnert sich Duvnjak an die dunklen Stunden im Jahr 2016. "Viele Freunde spielte damals ja noch beim HSV."  Kurz zuvor, im November 2015, hatte "Dule" den THW Kiel beim bisher letzten HSV-Auftritt an der Förde noch zu einem 29:23-Erfolg geworfen. Doch das alles ist längst Geschichte, jetzt freut sich Duvnjak über die Rückkehr des Spitzenhandballs in der Hansestadt: "Ich habe immer gesagt, dass Deutschland einen starken HSV Hamburg braucht. Das ist gut für die Stadt, die Liga und den Handball insgesamt."

Kein "normaler" Aufsteiger

Olympiasieger Casper U. Mortensen ist erfolgreichster HSV-Schütze

Trotz der langer Zeit, die seit dem letzten HSV-Auftritt an der Förde vergangen ist, gibt es am Sonntag ein Wiedersehen mit „alten“ Bekannten: Trainiert wird der HSV Hamburg neben „Toto“ Jansen auch von Blazenko Lackovic, beide trugen auch für kurze Zeit einmal das THW-Trikot, und auf Außen wirbelt mit Thies Bergemann ein gebürtiger Kieler, der einst in der THW-Jugend und beim TSV Altenholz auf Torejagd ging. Aber auch Nationaltorhüter Johannes Bitter oder der dänische Olympiasieger und Weltmeister Casper U. Mortensen, der zuletzt für Hannover und den FC Barcelona spielte und aktuell mit 186 Treffern erfolgreichster Torschütze der Hamburger ist, waren im November 2015 dabei, als der THW Kiel seinen letzten Heimsieg gegen die Hamburger feierte. Die beiden Neuzugänge zeigen aber auch auf, dass der HSV Hamburg kein gewöhnlicher Aufsteiger in die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga ist - und demzufolge mischte der HSV vor allen Dingen in der Hinrunde die stärkste Liga der Welt ordentlich auf und rückte zwischenzeitlich bis auf Rang vier vor. Inzwischen hat sich das Tabellenbild etwas relativiert, aber als derzeit elfplatzierte Mannschaft feierten die Norddeutschen trotzdem eine starke Rückkehr in die Beletage des deutschen Handballs.

Dahmke: "Beide Teams werden sich nichts schenken" 

"Dule" freut sich riesig auf das „kleine Derby“ mit den Kieler Fans

Auch deshalb weiß Duvnjak, was für eine harte Aufgabe auf den THW Kiel am Sonntag wartet: "Wir haben, wie schon vor dem Hinspiel, einen Riesen-Respekt vor dem HSV. Die Mannschaft ist jung und wild, gleichzeitig aber auch mit viel Erfahrung ausgestattet. Spieler wie Bitter, Mortensen, Azat Valiullin oder Manuel Späth haben eine Menge Spiele bestritten - die wissen, wie es geht." Die Hamburger Mannschaft, schließt Duvnjak seine Analyse, zeichne vor allen Dingen aus, immer "150 Prozent zu geben". Co-Kapitän Patrick Wiencek warnt: "Wir müssen aufpassen. Hamburg hat eine starke Abwehr, und in der Offensive finden sie auch immer Lösungen und spielen zum Teil lange Angriffe." THW-Linksaußen Rune Dahmke erwartet am Sonntag eine Top-Partie, "in der sich beide Mannschaften nichts schenken werden. Im Hinspiel waren wir von Anfang an hochkonzentriert, weil wir wussten, wie gefährlich der HSV ist und welche Qualität die Mannschaft hat. Wir müssen das Spiel jetzt genauso konzentriert angehen, denn mit den Hamburgern muss man immer rechnen."

Noch einige Tickets zu haben 

Das Hinspiel in der Hansestadt gewannen die Kieler mit der großartigen Unterstützung ihrer "weißen Wand" mit 32:23. Jetzt freut sich Domagoj Duvnjak auf das Wiedersehen mit seinen Bekannten und Freunden aus Hamburger Zeiten in Kiel, macht aber gleichzeitig auch die Marschroute für die Partie klar: "Wir brauchen den Sieg am Sonntag, wir brauchen den zweiten Platz. Er ist wichtig für den Verein, für uns Spieler und die Fans. Deshalb hoffe ich auf eine Riesen-Unterstützung von den Rängen!" Auch Patrick Wiencek unterstreicht die besondere Rolle der Kieler Fans am Sonntag: "Wir freuen uns riesig auf eine volle Halle. Nach unserer kurzen Pause wird es wichtig sein, den Rhythmus zu finden. Dabei können uns unsere Fans richtig helfen. Denn das Spiel müssen wir gewinnen!" Anwurf zur Top-Partie des 32. Spieltags ist um 14 Uhr in der Wunderino Arena, geleitet wird das "kleine Derby" von Martin Thöne und Marijo Zupanovic. Für die Begegnung gibt es unter www.thw-tickets.de  und in der THW-FANWELT (Ziegelteich 30) noch einige Eintrittskarten. Die Tageskasse in der THW-FANWELT öffnet am Sonntag um 11 Uhr, und auch nach dem Spiel können THW-Fans dort noch hineinschauen. Sky überträgt live. Weiter geht's zu Hause gegen Hamburg, Kiel!