Mittwoch werden die „Zebras“ in Lübbecke gefordert

Bundesliga

Mittwoch werden die "Zebras" in Lübbecke gefordert

Keine Verschnaufpause nach dem erfolgreichen Teil eins der Derbywoche: Drei Tage nach dem grandiosen 30:21-Erfolg der "Zebras" im Achtelfinal-Hinspiel der "VELUX EHF Champions League" in Flensburg richtet sich das Augenmerk des Rekordmeisters wieder auf die heimische DKB Handball-Bundesliga: Am Mittwoch fordert der TuS N-Lübbecke die "Zebras" in der Merkur-Arena zum Punkte-Tanz auf. Anpfiff ist um 20.15 Uhr, Sport 1 überträgt die Partie live. Informationen gibt es auch im Liveticker auf der THW-Homepage.

Volle Konzentration auf Lübbecke

"Das Spiel in Flensburg ist jetzt abgehakt, wir konzentrieren uns voll auf Lübbecke", sagt Dominik Klein. "Da geht es um zwei wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen. Und die wollen wir uns holen!" Die Partie am Mittwoch ist die Rückkehr in jene Halle, in der die "Zebras" im vergangenen Jahr mit einem unglaublichen Sturmlauf in der Schluss-Viertelstunde beim 35:21 am vorletzten Spieltag wichtige Tore auf dem Weg zum 19. Meistertitel gut machten.

Schöngarth verletzt

Lübbeckes Nationalspieler Jens Schöngarth, mit bisher 100 Treffern gemeinsam mit Mittelmann Drago Vukovic bester TuS-Torschütze, wird gegen den THW voraussichtlich fehlen: Der 26-Jährige hatte sich am 14. Februar im Bundesligaspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf einen Kapselriss und ein Knochenödem im kleinen Finger der linken Hand zugezogen und wird wohl noch drei Wochen ausfallen. Gabor Langhans, der sich unlängst eine Leistenzerrung zuzog, wird hingegen einsatzfähig sein. Bei den Kielern steht hinter Torhüter Andreas Palicka, der sich in Flensburg mit Oberschenkelproblemen auswechseln lassen musste, dem grippekranken Christian Sprenger und dem immer noch muskulär angeschlagenen Patrick Wiencek ein Fragezeichen.

Bisher drei Punkte im Jahr 2015

Der TuS N-Lübbecke befindet sich nach einem Auf und Ab in dieser Saison noch immer in Abstiegsgefahr. Lediglich drei Punkte trennen das "stärkste Dorf im Land" momentan von Platz 16, weshalb die Ostwestfalen auch gegen den THW Kiel richtig Gas geben werden. Denn jeder Punkt zählt im spannendsten Kampf um den Nichtabstieg seit Jahren. Die Lübbecker hatten nach der WM-Pause ein hartes Programm: Drei Punkte holte die Mannschaft von Dirk Beuchler, die wir bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorgestellt hatten, aus den fünf Begegnungen seit Anfang Februar. Gegen Hannover gab es ein Unentschieden, und die HSG Wetzlar wurde mit 27:26 besiegt. 

Heimsiege gegen Top-Teams

Bisher 100 Tore: Mittelmann Drago Vukovic.Einen Großteil der bisher 20 Punkte holte der TuS aber auf fremdem Terrain. Zuletzt gab es in Flensburg, Hamburg und Melsungen gab es hingegen nichts zu holen. Allerdings: In Flensburg (13:13 zur Pause) zeigte der TuS, das er an einem guten Tag jeder Mannschaft gefährlich werden kann. Zuletzt verloren die Lübbecker 23:32 bei der MT Melsungen und scheiterten dabei vor allem an 27-Paraden-Torhüter Mikael Appelgren. Aber: Fünf Siegen in der Fremde stehen bisher erst drei Heimerfolge entgegen. Diese hatten es allerdings in sich, mussten in der Merkur-Arena in dieser Spielzeit unter anderem schon der Tabellenvierte aus Magdeburg (25:29) und der -fünfte aus Göppingen (27:29) dem Gastgeber zum Sieg gratulieren. 

Weinhold erwartet enge Partie

Die Kieler werden am Mittwoch voll konzentriert zur Sache gehen müssen, um zwei weitere wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen einfahren zu können. "Das Pokalspiel in Kiel hat gezeigt, dass Lübbecke ein sehr schwer zu spielender Gegner ist. Es wird eine enge Partie, aber wir wollen natürlich gewinnen", sagt Steffen Weinhold und erinnert noch einmal an das bisher letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften: Im Dezember hatten die "Zebras" im Pokal-Achtelfinale erst in letzter Sekunde einen 30:29-Sieg gegen den TuS feiern dürfen. Die statistischen Vorzeichen vor dem Liga-Duell sind hingegen eindeutiger: Zuletzt verloren die "Zebras" 2002 in Lübbecke, feierten seitdem 20 Liga-Siege gegen den TuS in Folge (siehe Gegner-Statistik im THW-Archiv)

THW reist Dienstag nach Ostwestfalen

Die Kieler werden bereits am Dienstag nach Lübbecke reisen, um eine optimale Vorbereitung auf das Spiel beim TuS zu gewährleisten. Dieses wird von den beiden Unparteiischen Peter Behrens und Marc Fasthoff, die bisher fünf THW-Partien leiteten, um 20.15 Uhr angepfiffen. Sport1 zeigt das Spiel live, zeitnahe Informationen liefert auch der Liveticker auf der THW-Homepage. Auf geht's, Kiel!

KN: Gegner des THW Kiel will Handballmeister nur ein wenig „ärgern“

Kiel. Drei Tage nach dem grandiosen 30:21 (16:9)-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei der SG Flensburg-Handewitt ist Handballmeister THW Kiel in der Liga gefordert. Gastgeber ist heute (20.15 Uhr/live bei Sport1) der TuS N-Lübbecke. Die Zebras traten die rund 350 Kilometer lange Reise nach Westfalen bereits gestern an, im Mannschaftsbus fehlten Andreas Palicka und Christian Sprenger. Der Rechtsaußen, der wegen einer Grippe in Flensburg nicht mitwirken konnte, reist möglicherweise heute hinterher. Palicka dagegen wird dem THW wegen eines Sehnenanrisses im Oberschenkel noch wochenlang fehlen. Der Torhüter ist in der Zebraherde eine Art Lübbecke-Experte. Zuletzt stellte er dies im eng umkämpften Hinspiel (24:21) unter Beweis, das er mit einer spektakulären Doppelparade in der Schlussminute entschied. Für ihn reiste der dänische Nachwuchsmann Kim Sonne mit. Der TuS kehrte vor sechs Jahren in die Bundesliga zurück und war im Zieleinlauf nie schlechter als Zwölfter. Doch diesmal geht die Abstiegsangst um. Das Team von Dirk Beuchler (14. Platz/20:30 Punkte) trennt nur drei Punkte vom starken Aufsteiger TSG Friesenheim, der als Tabellen-16. das Feld der Abstiegskandidaten anführt. Ein Grund für die Misere ist das hartnäckige Verletzungspech der Westfalen, die auch gegen Kiel auf Linkshänder Jens Schöngarth (Kapselanriss in der Wurfhand) verzichten müssen. Da auch hinter Gabor Langhans (Leistenzerrung) ein Fragezeichen steht, droht dem TuS der rechte Rückraum auszufallen. Alfred Gislason hat trotzdem großen Respekt. "Wir haben schon zweimal in dieser Saison gegen sie gespielt, beide Male war es sehr schwierig", sagt der THW-Trainer, der sich gut an das dramatische Pokal-Achtelfinale in eigener Halle erinnern kann. Damals stellte Domagoj Duvnjak mit seinem siebten Tor erst 25 Sekunden vor dem Abpfiff die Weichen auf Sieg. "Der TuS verfügt über eine sehr gute Abwehr, in der es ordentlich zur Sache geht", sagt Gislason. "Wir müssen die gleiche Einstellung zeigen wie gegen Flensburg." In Lübbecke ist der Respekt groß, was auch daran liegt, dass die vergangenen 22 Pflichtspiele gegen den THW verloren wurden. Wenn der TuS eine Chance hat, die Zebras zu besiegen, dann wohl in der 3250 Zuschauer fassenden Merkur-Arena. Hier schlugen die Beuchler-Schützlinge bereits Göppingen (29:27) und Magdeburg (29:25). Christian Dissinger, Rückraumspieler des TuS, glaubt allerdings nicht an eine Überraschung. "Bei jedem von uns steckt derzeit ein bisschen der Wurm drin", sagte er der "Neuen Westfälischen", deshalb könne das Ziel nur sein, den THW "möglichst lange zu ärgern". (Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 18.03.2015)