Donnerstag beim Aufsteiger SG BBM Bietigheim: Erstes Auswärtsspiel der neuformierten Zebraherde

Bundesliga

Donnerstag beim Aufsteiger SG BBM Bietigheim: Erstes Auswärtsspiel der neuformierten Zebraherde

Nach dem erfolgreichen 35:27-Saisonstart zu Hause gegen den TBV Lemgo Lippe geht der neuformierte THW Kiel erstmals in dieser Saison auf Reisen: Am Donnerstag empfängt der mit einem Auswärtssieg in Wetzlar ebenfalls erfolgreich in die Spielzeit gestartete Aufsteiger SG BBM Bietigheim die Zebras. Die Baden-Württemberger haben ihre eingespielte Mannschaft gezielt verstärkt, um nach dem unglücklichen Abstieg vor zwei Jahren und dem sofortigen Wiederaufstieg in die Opel Handball-Bundesliga den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen. Anwurf in der EgeTrans Arena in Bietigheim-Bissingen ist um 19 Uhr, Dyn überträgt live.

Zebras schlagen Lager in Ludwigsburg auf

Die erste Auswärtstour der Saison ist sofort eine der längsten für den THW Kiel: Weil der Auswärtspartie am Donnerstag im 741 Kilometer von Kiel entfernten Bietigheim-Bissingen gleich am Sonntag das Traditionsduell im 822 Kilometer entfernten Göppingen folgt, bleiben die Zebras auch zwischen den beiden Spielen in Baden-Württemberg. Das schont angesichts von zwei der weitesten Anreisen der Spielzeit Ressourcen und hilft gleichzeitig bei der Regeneration. "Es ist gut, dass wir die beiden langen Auswärtsreisen miteinander kombinieren können, sie gleich zu Beginn im Paket haben", sagt THW-Kreisläufer Lukas Laube, der einst ganz in der Nähe beim TVB Stuttgart spielte, "und das nicht nur aus logistischen Gründen, sondern weil wir als Mannschaft wieder gemeinsam Zeit miteinander verbringen. Das ist bei den vielen Neuerungen ebenfalls ein wichtiger Aspekt."  Ihr temporäres Lager schlagen die Zebras in Ludwigsburg auf, dort wird nach dem Spiel beim Aufsteiger SG BBM Bietigheim auch trainiert.

Erstmaliger Klassenerhalt ist Ziel des Aufsteigers

Ein Handballspieler im weißen Trikot springt zum Wurf hoch, während ein Torwart in Orange versucht, den Ball abzuwehren, und die Zuschauer von den Tribünen aus zuschauen.

Kam von den Rhein-Neckar Löwen: Mathias Larson

Der hat sich in dieser Saion das Ziel "Klassenerhalt" ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Denn bisher folgte 2014, 2018 und 2024 bei allen drei Aufstiegen ins Handball-Oberhaus der sofortige Wiederabstieg, was der SG BBM Bietigheim ein wenig den Ruf einer "Fahrstuhlmannschaft" einbrachte. Doch anders als zuvor gelang nach dem unglücklichen Abstieg in der Saison 2024/2025, als sowohl der TVB Stuttgart als auch der HC Erlangen am letzten Spieltag noch an der SG BBM Bietigheim vorbeizogen und letztlich ein Pünktchen zum Verbleib im Oberhaus fehlte, dieses Mal der direkte Wiederaufstieg. Folge der kontinuierlichen Arbeit an dem langfristigen Plan, den man vor einiger Zeit in der 44.000-Einwohner-Stadt im Norden Stuttgarts zur Etablierung in der "stärksten Liga der Welt" aufgestellt hatte. Zu diesem gehörte auch, dass man flexibel auf Änderungen reagiert - wie zum Beispiel auf den Wunsch des spanischen Trainers Iker Romero, sich künftig komplett auf seine Aufgabe als Nationaltrainer Österreichs konzentrieren zu können.

Der neue Trainer ist ein alter Bekannter

Ein Mann in einem grünen Hemd gestikuliert und zeigt beim Sprechen mit der rechten Hand; er wirkt dabei intensiv und konzentriert. Er trägt ein Schlüsselband, und der Hintergrund ist unscharf, was darauf hindeutet, dass er sich bei einer öffentlichen Veranstaltung oder in einer Sportstätte befindet.

Neuer Trainer mit Erfahrung: Hartmut Mayerhoffer

Die Nachfolge des aktuellen Aufstiegstrainers Romero wurde mit seinem Vorgänger als Aufstiegstrainer perfekt geregelt: Hartmut Mayerhoffer, von 2013 bis 2018 schon einmal Trainer der SG BBM Bietigheim, wurde frühzeitig in die Planungen involviert und übernahm im Sommer eine eingespielte Mannschaft. Diese wurde bereits von Mayerhoffer gezielt verstärkt. Und zwar nur mit drei echten Neuzugängen. Vielleicht auch eine Lehre aus der vorherigen Aufstiegssaison, als man gleich sechs Neue in das bestehende Gefüge integrieren musste. Ein Umstand, auf den Mayerhoffer mit Optimismus blickt: "Wir hatten genug Zeit, uns nach Spielern umzuschauen, die zu unserer Art und Weise, wie wir Handball spielen wollen, passen. Ich bin überzeugt, dass die drei neuen Spieler auf zentralen Positionen uns wirklich helfen und mit den etablierten Spielern eine gute Einheit bilden werden." Der Trainer setzt große Stücke auf ein intaktes Mannschaftsgefüge: "Das war unsere große Stärke, und das soll sie auch bleiben. Die Kontinuität im Spielerbereich war und ist unser großer Vorteil, jetzt wollen wir sportlich den nächsten Schritt machen."

Bietigheim hat drei echte Neuzugänge

Ein Handballspieler in weißer Spielkleidung springt hoch, um einen Wurf anzusetzen, während zwei Verteidiger in grüner Spielkleidung versuchen, ihn zu blocken. Das Publikum verfolgt das Geschehen gebannt von den Tribünen aus.

Rechtshänder aus Schweden: Marcus Norrbrink

Dafür verstärkte man die Aufstiegs-Mannschaft auf Schlüsselpositionen. Regie führt mit Mathias Larson jetzt ein Däne, den THW Kiel-Trainer Börge Lund 2024 nach Elverum holte. Als bester Rückraum-Mitte-Spieler der norwegischen Liga machte der heute 25-Jährige die Rhein-Neckar Löwen auf sich aufmerksam, bekam in Mannheim im vergangenen Jahr aber nicht die erhofften Spieltanteile und zog deshalb weiter nach Bietigheim-Bissingen. Aus Schweden kam der zweite internationale Neuzugang: Vom Erstligisten OV Helsingborg kam der ebenfalls 25-jährige Rückraum-Rechtshänder Marcus Norrbrink. Und mit Jonas Josef holte man von Dukla Prag eines der größten tschechischen Talente auf der mittleren Rückraumposition. Offiziell wird zudem noch Maxim Orlov als Neuzugang geführt, er war jedoch bereits Teil der Aufstiegsmannschaft: Zur Rückrunde war der 24-Jährige von der TSV Hannover-Burgdorf ausgeliehen worden, überzeugte auf ganzer Linie und unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2028 bei der SG BBM Bietigheim.

Laube: "Gut eingespielte Mannschaft, die ein hohes Tempo geht"

Ein Handballspieler im weißen Trikot hält den Ball, während er auf einem Hallenplatz von einem Spieler im grünen Trikot eng gedeckt wird; im Hintergrund beobachtet eine Zuschauermenge das Geschehen.

Jonas Josef kam aus Prag

Alle Neuen haben zum Bietigheimer Auftakt bei der HSG Wetzlar abgeliefert: 18 der insgesamt 35 Treffer gingen auf das Konto des Rückraum-Quartetts, das damit zu einem Schlüssel für den starken Start der SG BBM in die Erstliga-Saison wurde. Ein zweiter war Torhüter Martin Tomovski: Der Nordmazedonier wurde für seine 15 Paraden von den Mitspielern gefeiert, die mit dem 35:33-Erfolg in Wetzlar am ersten Spieltag gleich zwei wichtige Auswärtszähler im Kampf um den erstmaligen  Klassenerhalt einsammelten. "Wir wissen, dass die SG BBM Bietigheim anders spielt und anders auftreten wird, als man es von einem Aufsteiger vielleicht erwartet", berichtet Lukas Laube vom Videostudium über den kommenden Gegner, "es ist eine gut eingespielte Mannschaft, die ein hohes Tempo geht. Und sie wird nach dem Erfolg in Wetzlar richtig heiß sein, in ihrem ersten Heimspiel auch gegen uns zu gewinnen. Da kommt schon ein bisschen was auf uns zu."

Mobiler Fanshop reist in den Süden

Die Zebraherde reise voller Vorfreude nach Süden, ergänzt Laube. "Denn auch wir sind gut in die Saison gestartet und wollen auf unserer Leistung gegen Lemgo aufbauen." Für Kieler Fans, die die Zebras auch in der Fremde unterstützen möchten, gibt es im Onlineshop der SG BBM Bietigheim noch Eintrittskarten. Weil der THW Kiel in Baden-Württemberg traditionell eine große Fan-Base hat, wird auch der mobile Fanshop der Zebras nach Bietigheim-Bissingen reisen und vor der EgeTrans-Arena seine Zelte aufschlagen. Im Gepäck hat er unter anderem die neuen PUMA-Trikots. "Wir haben viele Fans auch im Süden", weiß Lukas Laube. "Unsere Neuzugänge werden zum ersten Mal erfahren, wie sehr unsere Fans den THW Kiel auch auswärts unterstützen." Anwurf zum ersten Kieler Auswärtsspiel der Saison 2026/2027 ist um 19 Uhr, Schiedsrichter sind Steven Heine und Sascha Standke. Weiter geht die Entwicklung bei der SG BBM Bietigheim, Kiel! Fotos: Sascha Klahn / HSG Wetzlar/Oliver Vogler