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Großes Kino bei der Saison-Pressekonferenz im CinemaxX: Neuformierter THW Kiel will zu neuer Stärke finden
Bevor sich Spider-Man am Mittwoch auf der Kino-Leinwand wieder auf Verbrecherjagd machte, lud der THW Kiel in Saal 5 des CinemaxX zu seiner traditionellen Jahres-Pressekonferenz. Großes Kino, bei dem die Zebras vor gut 25 Journalisten die Karten auf den Tisch legten: Und die waren nahezu ausnahmslos neu. Denn mit Trainer Börge Lund, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Kai Kruse, Geschäftsführerin Anja Niemann und den Neuzugängen Domen Makuc, Julian Köster, Vincent Büchner und Jarnes Faust trat der THW Kiel im Vergleich zum Vorjahr beinahe komplett runderneuert vor die Presse und gab das Saisonziel "Qualifikation für den internationalen Wettbewerb" aus.
Jicha wird am 12. September offiziell verabschiedet
Nur kurz ging der BLick zurück auf die enttäuschende Vorjahressaison und die Demission von Filip Jicha. "Wir waren nur zu 80 Prozent überzeugt, dass wir die Saison mit FIlip Jicha erfolgreich gestalten können", sagte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Kai Kruse in seinem Eröffnungs-Statement, "aber wir wollten 100 Prozent erreichen. Deswegen haben wir uns schweren Herzens von unserem Trainer getrennt." Dennoch, so Kruse, sei der Verein Filip Jicha natürlich überaus dankbar für seine großartigen Leistungen in all den Jahren für den THW. "Wir wollen und werden ihn nach der Bundesligapartie am 12. September gegen die TSV Hannover-Burgdorf gebührend verabschieden.""Börge Lund ist der richtige Trainer zur richtigen Zeit"
Fortan war der Blick nach vorne auf die am 27. August mit dem Heimspiel gegen TBV Lemgo Lippe beginnende Handball-Bundesliga-Saison gerichtet. Man habe, betonte Kruse, mit Börge Lund den richtigen Trainer zur richtigen Zeit verpflichtet und mit den Neuzugängen Domen Makuc, Julian Köster, Jarnes Faust und Vincent Büchner vielversprechende Ergänzungen für den aktuellen Spielerkader hinzubekommen. "Man könnte gar von fünf Neuzugängen sprechen", so der THW-Boss, "denn Emil Madsen wird nach langer Verletzungszeit ins Aufgebot zurückkehren." Kruses Blick in die Zukunft: Bleibe diese Mannschaft weitestgehend von Verletzungen verschont, habe sie das Potenzial, jede Mannschaft zu schlagen. "Wir wollen neue Geschichten schreiben, wollen den Aufbruch für neue Großtaten in Angriff nehmen." Mit einem Trainer, der nach den Vorstellungen von Kruse viel für den erhofften Erfolge beitragen solle: "Börge Lund ist der Typ, der der Fels in der Brandung sein wird."
Dauerkarten-Zahl stabil
Kiels neue Geschäftsführerin Anja Niemann schlug in die gleiche Kerbe. Sie sei nach anfänglich turbulenten Zeiten in Kiel angekommen, habe viele positive Impulse wahrgenommen. Niemann erklärte, dass man die Ticketing-Ziele erreicht und sogar leicht übertroffen habe. "Wir haben trotz einiger sportlicher Probleme unser Dauerkarten-Niveau gehalten." Dabei seien die Preise erfreulicherweise stabil geblieben. Niemann betonte, "dass der THW natürlich ein Sportclub, aber auch ein Entertainment- und Medien-Unternehmen ist. Wichtig ist, dass nicht alles neu sein muss, sondern, dass wir auch darauf vertrauen, was uns stark gemacht hat." Über einem "turbulenten Sommer" berichtete auch THW-Manager Viktor Szilagyi. Nach der Trainer-Entscheidung sei der Blick allerdings schnell nach vorn gegangen. Er freue sich sehr auf die Zukunft. "Wir haben mit Börge Lund eine neue, vielversprechende Person am Regiepult und haben spannende Spieler mit sehr spannenden Charakteren hinzubekommen. Sie werden der Mannschaft viele frische Impulse verleihen." Szilagyi betonte, dass die Entwicklung der neuen Mannschaft auch Zeit benötige, allerdings würden gerade die ersten Wochen erste wichtige Ergebnisse aufzeigen. "Bis Anfang Oktober wird es intensiv, der Kalender fordert einen Drei-Tage-Rhythmus. Das könnte schon ein entscheidender Block für die gesamte Saison werden."
"Es geht schneller voran als erwartet"
Der neue THW-Trainer zeigte sich mit den ersten Wochen in neuer Umgebung "sehr zufrieden." Er habe schon als Spieler drei Jahre in Kiel gelebt. "Eine beeindruckende Zeit. Das vergisst man nicht." Und er habe den Werdegang der Kieler in den vergangenen Monaten aufmerksam aus der Ferne verfolgt. Als Viktor Szilagyi angerufen habe, sei ihm seine Entscheidung, zum THW zu kommen, sehr leicht gefallen. "Natürlich habe ich das auch alles mit meiner Familie besprochen." Und die ersten Trainingseindrücke in neuer, alter Umgebung? "Wir haben große Fähigkeiten, und es geht schneller voran als erwartet. Auch außerhalb des Spielfeldes", wie Lund betont. Wichtig sei ihm, dass die Kommunikation innerhalb der Mannschaft stimme. "Wir sind Menschen, verbringen viel Zeit miteinander. Wichtig ist, dass wir alle in die gleiche Richtung gehen. Daher muss viel gesprochen werden." Und die Ziele mit seiner neuen Mannschaft? "Wir haben viele2, betont der 47-jährige ehemalige Rückraumspieler. Er wolle vor allem die einzelnen Spieler stärker machen. Wir er das erreichen will? "Am besten bist du, wenn du es schaffst, du selbst zu sein." Ganz vorne stehe für ihn und die Mannschaft die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb. "Daraus resultierend, hätten wir weitaus mehr Saisonspiele und die Möglichkeit, uns mehr und mehr zu verbessern."
"Es macht Spaß, neu anzufangen"
Den frischen Wind im THW-Team genießt auch Rune Dahmke, neben Domagoj Duvnjak und Neuzugang Julian Köster einer von drei THW-Kapitänen im Team. Kiels Linksaußen übernahm am Mittwoch die Sprecherrolle von Duvnjak, der wegen der Einschulung seines Sohnes Sime fehlte. Er habe in seiner langen Karriere schon viele Erfahrungen gesammelt, verriet Dahmke. "Aber vieles, was Börge mit der Mannschaft macht, ist auch für mich neu. Und es macht richtig viel Spaß, nochmal neu anzufangen." Dahmkes neuer Zimmerkollege, Vincent Büchner, wurde in den ersten Trainingstagen vom Pech verfolgt, erlitt eine Adduktorenverletzung, die ihn außer Gefecht setzte. Dennoch reist er mit ins Trainingslager ins österreichische Graz. "Ich war froh, dabeisein zu dürfen, die Mannschaft hat mich mitgenommen. Alle haben sich um mich gekümmert." Überhaupt sei er froh, den Schritt nach Kiel gewagt zu haben. "Eine schöne Region. Jetzt lebe dort, wo andere Leute Urlaub machen. Hier fühle ich mich resettet."
Neuzugang aus Barcelona und Rückkehrer
Deutsch lernen steht ganz oben auf der To-do-Liste von Domen Makuc. Der Slowene, der vom aktuellen Champions-League-Sieger FC Barcelona an die Förde wechselte, kommuniziert noch auf Englisch, tastet sich in der neuen Sprache aber erstaunlich schnell voran. Seine Hauptziele seien Sprache, Wohnung, die Familie, der Staff "und natürlich mein neues Team". Makuc, im Juni beim Final Four in Köln zum besten Turnierspieler ernannt, lebte zum Start in der Wohnung seines ehemaligen Mitspielers Gonzalo Perez de Vargas, freut sich aber auf seine Familie, "die bald hier sein wird." Makuc betont, dass er sehr glücklich sei an neuer Wirkungsstätte, "und ich habe jeden Tag viel Spaß mit all den freundlichen Leuten in meinem Team." Jarnes Faust ist nach zweijähriger "Lehrzeit" in Lemgo zurück bei seinem Heimatklub, will gemeinsam mit Rechtsaußen-Kollege Lukas Zerbe seinen Beitrag zum Gelingen der Saisonziele beitragen. „Ich bin glücklich, wieder hier zu sein“, erklärt der jüngste THW-Torschütze aller Zeiten, der mit 17 Jahren erstmals für die Zebras traf. Bei Reisen teilt Jarnes Faust sein Zimmer mit dem ehemaligen Lemgoer Lukas Zerbe. „Wir haben viel Gesprächsstoff, tauschen uns mit den alten Erlebnissen aus gemeinsamen Lemgoer Zeiten aus.“ Und seine Ziele? „Ich will mich in Kiel weiter verbessern.“
Köster sofort zum Kapitän ernannt
Für Julian Köster waren die ersten Kiel-Wochen mehr "ein Urlaubsgefühl". Er habe bisher kaum Zeit gehabt, seinen neuen Lebensmittelpunkt kennenzulernen, erklärte der Nationalspieler, der vom VfL Gummersbach an die Förde gewechselt ist. Im Nationalteam von Trainer Alfred Gislason trägt Köster die Kapitänsbinde, die ihm spontan bei den Zebras zugesprochen wurde. "Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, in das Kapitäns-Trio aufgenommen worden zu sein", erklärte der Rückraumakteur, der als Abwehr- und Angriffsspieler gleichermaßen zu überzeugen weiß. Die ersten Wochen im Kreise der Mannschaft hätten ihm super gefallen, erläuterte der 26-Jährige. "Privat und sportlich bin ich in einer super Truppe gelandet." Eine wichtige Rolle habe sicher auch gespielt, dass er einige Spieler aus dem Nationalteam kenne. Und was habe er empfunden, als Filip Jicha, der den Wechsel nach Kiel mit eingeleitet habe, nicht mehr auf dem Trainerstuhl sitzt? Das könne er nicht beeinflussen, sagt Köster, "aber, dass Filip nicht mehr dabei ist, das gehört auch zum Sport dazu." Und so schloss sich der Vorhang im Saal 5, bevor sich der Vorhang zur neuen Saison am 27. August öffnet. Mit einem optimistischen THW Kiel, der neue Freude verbreiten möchte.












