
Trainingslager-Gespräch mit Börge Lund: „Wir sind eine super Truppe – auf und neben dem Feld“
Eine Woche lang wurde in der steirischen Landeshauptstadt geackert, gespielt und viel geschwitzt. Und ganz nebenbei wurde sich im Trainingslager in Graz auch kennengelernt, ist doch vieles Neu beim THW Kiel: Mit Julian Köster, Domen Makuc und Vincent Büchner wurden drei komplett neue Zebras in die Mannschaft aufgenommen, Rückkehrer Jarnes Faust und die Youngsters Ben Szilagyi, Kjell Suhr und Tobias Leuchtl wurden ebenfalls integriert. Alle arbeiten erstmals in einem Trainingslager mit dem neuen Trainer Börge Lund zusammen. Der Norweger ist nach der intensiven Arbeitswoche in Graz zufrieden mit dem, was er gesehen und gespürt hat, wie er im Kurz-Interview mit ZEBRA verrät.
"Graz bietet optimale Bedigungen"
ZEBRA: Börge, du hast zum ersten Mal ein Trainingslager in Graz erlebt. Wie hat es dir dort gefallen?
Börge Lund: Sehr gut. Graz ist eine tolle Stadt und hat insgesamt das gehalten, was mir Sprengi und Viktor versprochen hatten. Ich glaube, ich werde wegen des guten Essens in unserem schönen Hotel nicht unbedingt mit weniger Gewicht nach Hause kommen. Die Trainingsbedingungen, um uns physisch auf eine lange Saison vorzubereiten, sind hier wirklich optimal. Natürlich war die klimatisierte Halle ein Riesen-Vorteil, trotzdem hoffe ich, dass es nächstes Jahr nicht so warm wird wie in diesem.
Hat auch die Mannschaft deine Erwartungen erfüllt?
Ja, ich war zufrieden mit dem, was die Mannschaft in Graz gezeigt hat. Sie hat mit viel Disziplin gearbeitet, mit richtigem Fokus und der richtigen Einstellung die Trainingseinheiten absolviert. Natürlich sind die Spieler jetzt müde. Und das nicht nur wegen der körperlichen Arbeit, sondern auch, weil es viel Neues gab.
Ein großes Thema war die Kommunikation…
Kommunikation ist mir sehr wichtig. Wir haben in den vergangenen Tagen gemeinsam eine gewisse Sicherheit entwickelt. Die Spieler müssen wissen: Was meint der Trainer, was will der Trainer. Aber es gibt ja nicht nur die Kommunikation zwischen Spielern und dem Trainer, auch die Spieler müssen sich untereinander austauschen. Gerade, wenn man einen so breiten Kader hat wie wir. Diesen möchten wir effektiv nutzen.
"Ich bin ein Fan des Wettbewerbsgedankens"
Du sprichst es direkt an: Zuletzt wurde gemutmaßt, dass dieser breite Kader zu Unzufriedenheit bei einigen Spielern führen könnte …
Es ist doch ganz normal, dass Spieler auch mal unzufrieden sind mit ihren Einsatzzeiten. Daraus wird aber keine Unruhe entstehen, wie viele Außenstehende uns jetzt erzählen. Ich bin immer ein Fan des Wettbewerbsgedankens: Wenn ein Spieler richtig gut ist, motiviert das den Mitspieler, noch besser als er zu sein. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Die Neuzugänge haben frischen Wind reingebracht, oder?
Ein neuer Trainer und ein paar neue Spieler bringen alle neue Impulse ein. Aber auch alle anderen sind nach dem Urlaub als Mannschaft mit neuer Energie zusammengekommen. Wir sind eine super Truppe, auf und neben dem Feld. Ich habe schon bemerkt, dass die Jungs Spaß zusammen haben. Es sind ja nicht nur sportlich starke Spieler hinzugekommen, sondern auch richtige starke Persönlichkeiten, die ihre Energie an die Mannschaft weitergeben.
"Schritt für Schritt finden sich die Spieler"
Wie hast du insgesamt die Entwicklung in Graz wahrgenommen?
Auch damit war ich sehr zufrieden. Wir teilen unsere Arbeit in Abwehr und Angriff auf, haben ein Konzept für hinten und vorn. Schritt für Schritt wird die Kommunikation auf dem Feld besser, und die Spieler finden sich. Wir haben einige Schritte nach vorn gemacht, auf denen wir aufbauen können. Jetzt kommen einige Spiele. Da wir jetzt nicht mehr täglich zwei Trainingseinheiten haben werden, um Dinge zu korrigieren, wird das jetzt auch innerhalb der Spiele passieren und uns weiterbringen. Wir wollen die anstehenden Partien nutzen, um unsere Basis zu festigen und uns weiterzuentwickeln.












