
THW Kiel gegen die Gastgeber ganz souverän: Zebras ziehen beim Alpla Sommercup ins Finale ein
Der Gastgeber war dieses Mal kein Prüfstein: Der THW Kiel hat beim Alpla Sommercup das Finale erreicht. Gegen die Gastgeber des HC Alpla Hard, österreichischer Erstligist, siegten die Kieler in einer brütend heißen "Sporthalle am See" mit 35:16 und hatten dabei zu keinem Zeitpunkt Probleme. Einen Tag nach dem Ende des Trainingslagers in Graz lagen die Zebras zur Pause bereits mit 20:8 vorn. Die Kieler hatten in Eric Johansson und Linksaußen-Youngster Ben Szilagyi ihre besten Torschützen, beide trafen je sechs Mal. Im Finale trifft der Titelverteidiger aus Kiel am Samstag um 18 Uhr (live bei Dyn) auf Nikola Bilyks neuen Spitzenclub HC Kriens-Luzern.
Zebra-Tross reist deutlich verkleinert an den Bodensee
Die Zebras fuhren mit kleinerer Besetzung als noch im Trainingslager von Graz an den Bodensee: Die beiden Youngster Kjell Suhr und Tobias Leuchtl, die nach der guten Trainingsunterstützung in Altenholz auch in der steirischen Landeshauptstadt aushalfen, machten sich nicht mit auf den Weg nach Vorarlberg. Auch die beiden Rekonvaleszenten Emil Madsen und Vincent Büchner machten sich mit einem Teil des Staffs auf den Rückweg nach Kiel, während die restliche Zebraherde in Graz zusammenräumte und am Abend via Zürich an den Bodensee reiste. Dort fand am Freitagmorgen ein weiteres, kurzes Training statt, ehe es in der brütenden Sauna-Atmosphäre der fast ausverkauften "Sporthalle am See" in Hard am Abend zur Sache gehen sollte.
Traumstart ins Halbfinale
Das Halbfinale gegen die Gastgeber gestalteten die Zebras von Beginn an dominant. Auch, weil Andreas Wolff gleich mehrfach seine Klasse unter Beweis stellte und in Eins-gegen-Eins-Situationen die Oberhand behielt. Elf Paraden sammelten sich bis zum Seitenwechsel auf seinem Konto. Mit wechselnden Formationen vor ihm zeigten die Zebras defensiven Taktik-Reichtum, im Angriff wirbelte zunächst Neuzugang Domen Makuc gemeinsam mit Eric Johansson und Harald Reinkind die Gastgeber durcheinander. Lukas Zerbe traf nach acht Minuten nach feinem Wolff-Pass zum 6:2, mit einem Hüftwurf unterstrich der ansonsten mit seinen Anspielen für Raunen auf den Rängen sorgende Makuc auch seine Torgefährlichkeit.
Rechtshänder auf Halbrechts
Als dann auch Julian Köster offensiv ran durfte, war beim 13:3 (20.) die erste Zehn-Tore-Führung der Zebras fällig. Die bauten sie bis zur Pause mit gefälligem Spiel über die Außen, wie bei Elias Ellefsen á Skpiagötus Pässen auf Jarnes Faust (7:18) und Ben Szilagyi (7:20) oder Rasmus Ankermanns Traumanspiel auf Szilagyi (7:19) aus. Mit einer 20:8-Führung für den THW Kiel wurden die Seiten gewechselt. Der Neustart nach dem Kabinengang gehörte dann den Gastgebern, die mit einem 4:1-Lauf den komfortablen Kieler Vorsprung auf neun Tore schmelzen ließen, ehe Makuc und Johansson wieder für noch klarere Verhältnisse sorgten. Die Zebras, bei denen im zweiten Durchgang Rechtshänder Rasmus Ankermann im rechten Rückraum agierte und die gegen Ende der Partie auch auf den siebten Feldspieler setzten, zauberten einfach weiter – wie bei Gonzalo Perez de Vargas‘ Traumpass über das gesamte Feld auf Faust, der zum 29:14 einnetzte.
Finale am Samstag gegen Nikola Bilyks HC Kriens-Luzern
Im Finale treffen die Kieler nach der mehr als souveränen Vorstellung zum Turnierauftakt nun am Samstag um 18 Uhr auf den Schweizer Champions-League-Teilnehmer HC Kriens Luzern, der den Vorjahresfinalisten TBV Lemgo Lippe nach dramatischen 60 Minuten mit 30:29 (15:13) ausschaltete und damit eine Neuauflage des letztjährigen Endspiels verhinderte. Für Domagoj Duvnjak, Rune Dahmke & Co. kommt es so also auch zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Kieler Co-Kapitän Nikola Bilyk, der im Sommer nach zehn Jahren an der Kieler Förde an den Luzerner See wechselte, wo mit Nationalmannschafts-Kollege Lukas Herburger von den Füchsen Berlin auf einen weiteren prominenten Neuzugang traf. Dyn überträgt das Finale des Alpla Sommercups live. Weiter geht die Entwicklung, Kiel!
Fotos: Sascha Klahn
Alpla Sommercup, Halbfinale: HC Alpla Hard (AUT) - THW Kiel 16:35 (8:20)
HC Alpla Hard: Gurskis (1.-30., 4 Paraden), Papazoglou (31.-52., 4/1 Paraden), Kocar (52.-60., 1 Parade); Mäser, Tokic (3), Svane (1), Babic, Bildstein, Piringer, Hämmerle (3), Scong (1), Lürzer, Fritsch (2), Domino (1), Lang (1); Hild (4); Trainer: Balomenos
THW Kiel: Perez de Vargas (31.-60., 8/1 Paraden), Wolff (1.-30., 11 Paraden); Faust (5/1), Duvnjak, Reinkind (1), Köster (4), Laube (3), Johansson (6), Ankermann (), Dahmke (2), Zerbe (3/1), Szilagyi (6), Makuc (4), Pekeler (n.e.), à Skipagötu (1) Nacinovic; Trainer: Lund
Zeitstrafen: Hard : 1 (Hild (55.)) / THW: 0
Siebenmeter: Hard : 1/0 (Perez de Vargas hält Tokic (39.)) / THW: 3/2 (Papazoglou hält Zerbe (36.))
Zuschauer: 2400 (Sporthalle am See, Hard (AUT))












