KN: „Viktor hat einen tollen Job gemacht“

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KN: "Viktor hat einen tollen Job gemacht"

Kiel. So richtig wollte zunächst kaum jemand glauben, dass sich Sander Sagosen für den THW Kiel entscheiden würde. Umso größer war die Freude bei Fans und Verantwortlichen des Rekordmeisters, als der Transfer endlich in trockenen Tüchern war. Aber warum bleibt der 23-jährige Norweger eigentlich nicht bei Paris Saint-Germain mit seinen zahlungskräftigen Geldgebern und im Kreise des Starensembles um Mikkel Hansen und Nikola Karabatic?

Die Zebras nach dem Sander-Sagosen-Coup

 "In wirtschaftlicher Hinsicht allein konnten wir nicht mit Paris mithalten. Aber es gibt andere Alleinstellungsmerkmale", sagt Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter des THW Kiel.

Alleinstellungsmerkmale: die Arena, die Fans, die Bundesliga. Vielleicht auch die familiäre Atmosphäre? "Wir konnten ihn überzeugen, dass der THW für ihn der richtige Verein zur richtigen Zeit ist", so Szilagyi weiter. "Er hat sich sicherlich über uns erkundigt, zum Beispiel bei Harald Reinkind oder seinem Co-Trainer in der Nationalmannschaft, Børge Lund." Von Anfang an habe der Kieler Sportchef "in den Gesprächen mit Sander und seinem Berater (Arnar Freyr Theodorsson, d. Red.) ein gutes Gefühl" gehabt. "Weltweit haben sich alle Vereine auf ihn gestürzt, und er war auch unser absoluter Wunschspieler. Es war ein längerer Prozess, und wir sind mit viel Selbstvertrauen in die Verhandlungen gegangen - umso schöner, dass er jetzt da ist." 

Viktor Szilagyi und Filip Jicha, der im Sommer den Platz auf dem Kieler Trainerstuhl von Alfred Gislason übernimmt, sind die Architekten dieses Transfers und die Architekten des THW Kiel in der nahen Zukunft. Die Arbeit an dem Gebilde von morgen läuft nicht erst seit Sagosen auf Hochtouren, und Teil dieses Gebildes soll auch Zebra-Kapitän Domagoj Duvnjak bleiben. Der Verein will seinen 2020 auslaufenden Vertrag verlängern, und der 30-jährige Kroate hört das offensichtlich gern. "Ich fühle mich wohl in Kiel, möchte gerne bleiben und wäre glücklich, mit Sander zusammen in Kiel zu spielen." Sagosen habe laut des Welthandballers von 2013 "alles, was ein Handballer braucht." Dule weiter: "Das ist - genau wie die Rückkehr von Uwe Gensheimer zu den Löwen - auch eine ganz starke Auszeichnung für die Bundesliga."

Filip Jicha will den Blick indes nicht auf Sagosen und Duvnjak reduzieren. Der derzeitige Co-Trainer von Alfred Gislason attestiert Szilagyi, bei dem Sagosen-Transfer einen "tollen Job" gemacht zu haben. "Ich war dafür da, die sportlichen Fragen zu beantworten. Aber mit meiner Energie und meinen Gedanken bin ich in erster Linie bei der Mannschaft, und meine Aufgabe ist es, die sportliche Zukunft zu gestalten." Sagosen und Duvnjak dabei als Kern des Teams zu titulieren, sei für den Tschechen fatal. "Ein Spieler allein wird nichts erreichen. Es geht um die Basis und fleißige Arbeit. In unserem Kader sind mehrere Wunschspieler schon jetzt. Wir haben mehrere Spieler, die den Ansporn haben, Weltklasse zu sein. Mit denen will ich gern arbeiten und sie fordern. Andere will ich auf ihrem Weg in die Weltklasse begleiten."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 26.03.2019, Foto: Sascha Klahn)