KN: „Die Gespräche werden intensiver“

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KN: "Die Gespräche werden intensiver"

Kiel. Die Saison ist in vollem Gange, den THW Kiel erwartet ein heißer Jahres-Endspurt mit wichtigen Spielen in Handball-Bundesliga, DHB-Pokal und EHF-Cup-Qualifikation und in der Liga beginnt sich allmählich das Wechselkarussell zu drehen. Auch die Zebras feilen an ihrer personellen Zukunft - in einer neuen Konstellation.

Beim THW laufen am Ende der Saison fünf Verträge aus

Fünf Verträge von Spielern aus dem aktuellen Kader laufen nach der Saison aus. Einzig bei Torhüter Andreas Wolff ist bisher klar, wie es weitergeht. Der 27-Jährige unterschrieb bereits vor einem Jahr einen Vierjahresvertrag ab Sommer 2019 beim polnischen Champions-League-Sieger von 2016, KS Vive Kielce. Als Nachfolger hat der THW Dario Quenstedt vom SC Magdeburg verpflichtet.

Dafür zeichnete bereits das Duo Filip Jicha/Viktor Szilagyi verantwortlich. "Der Kontakt nach Kiel war nie abgerissen. Ich war schon länger in die Planungen involviert", sagt Jicha, der von 2007 bis 2015 für den THW spielte, dann nach Barcelona wechselte, seine Karriere dort beendete und den THW ab nächster Saison als Trainer übernimmt. Doch auch auf das Wissen von Alfred Gislason ("Ich möchte eine Mannschaft hinterlassen, bei der es mir dann Spaß macht, zuzugucken."), der die Zebras dann zehn Jahre lang trainiert hat, greifen sie zurück. "Es wäre seltsam, seine Erfahrung nicht zu nutzen", sagt Jicha.

Besonders akut sind die Personalien Ole Rahmel (Rechtsaußen), Sebastian Firnhaber (Kreis/Abwehr), Marko Vujin (Rückraum rechts) und Miha Zarabec (Rückraum Mitte). Ihre Verträge laufen ebenfalls im Sommer aus. "Wir sind durchgehend in Gesprächen", sagt Szilagyi, der sportliche Leiter. "Sie werden jetzt intensiver. Die Saison ist angelaufen, die Spieler kennen ihre Rolle, die Trainer können sie besser einschätzen. Aber es gibt noch nichts zu vermelden." Es gebe auch Gespräche weit über die bevorstehende Saison hinaus, so Szilagyi. Mehr Spieler als die derzeit 17 im Kader sind seiner Aussage nach nicht geplant. "Wir werden den Kader nicht vergrößern."

Dienstältestes Zebra, bei dem die Zukunft ab Sommer noch ungewiss ist, ist Marko Vujin. Der Serbe ist in seiner siebten THW-Saison, zählte in Sachen Einssatzzeiten lange zu den Dauerbrennern. Allerdings hat er mit Harald Reinkind und Steffen Weinhold zwei Konkurrenten auf seiner Position, die die besseren Abwehrspieler sind.

Nach zwei Jahren in Kiel endet im Juni auch der bisherige Vertrag von Miha Zarabec. Der Slowene kam 2017 aus Celje, als Kapitän und Spielmacher Domagoj Duvnjak sich einer Knie-OP unterziehen musste. Zum traditionell groß gewachsenen THW-Rückraum ist der explosive Spielmacher mit seinen 1,78 Metern ein Kontrast. Anfang des Jahres zog der THW die Option, seinen ursprünglich bis Juni 2018 datierten Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Sebastian Firnhaber hat sich aus der THW-Jugend in die Profi-Mannschaft hochgearbeitet hat. Dabei schulte der 24-Jährige von Rückraumspieler auf Kreisläufer um, sprang vergangene Spielzeit für den verletzten René Toft Hansen im Mittelblock ein. Dort hat er seit dieser Saison aber mit Hendrik Pekeler einen weiteren Nationalspieler vor sich.

Ebenso wie Ole Rahmel, der seit seinem Wechsel zum THW vor rund eineinhalb Jahren meist im Schatten des Schweden Niclas Ekberg steht. Dennoch klagt der 28-Jährige nicht. Er fühle sich "extrem fair und ehrlich" behandelt. "Niclas gehört zu den besten drei Rechtsaußen der Welt", sagt er. Und: "Ich bin hierhergekommen, um Erfolge zu feiern und meine Position im Team zu finden. Dafür werde ich weiter arbeiten und hoffe, das noch ein paar Jahre zu tun."

Ein Posten ist ab Sommer, wenn Jicha zum Chef-Coach wird, auf jeden Fall vakant: Der des Co-Trainers. "In die Richtung machen wir uns auch Gedanken", sagt er. "Das ganz alleine zu machen ist im Handball inzwischen unüblich." Ob Daniel Kubes, sein tschechischer Landsmann und Freund infrage kommt? Auch er hat eine THW-Vergangenheit, trainiert seit 2014 die tschechische Nationalmannschaft und den Zweitligisten TV Emsdetten und war am Sonntag als Zuschauer beim THW-Spiel in Minden. "Das hatte damit nichts zu tun", dementiert Jicha. "Daniel hat seine eigenen Karrierepläne. Wir sind einfach gute Freunde."

(Von Merle Schaack, aus den Kieler Nachrichten vom 08.11.2018, Foto: Archiv/Sascha Klahn)