Handball-Deutschland sagt „Olympi–Ja“

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Handball-Deutschland sagt "Olympi–Ja"

Am Sonntag ist Ihre Meinung gefragt, wenn abgestimmt wird, ob Kiel sich gemeinsam mit Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 bewirbt. Der THW Kiel unterstützt die Bewerbung und erhält dabei  Rückenwind aus der gesamten Handball-Republik.

Wie sangen die Sportfreunde Stiller vor ein paar Jahren so schön? "54, 74, 90, 2006." Gemeint war in diesem Fall der Weg zum vierten Fußball-Weltmeister-Titel, der erst im Jahr 2014 Wirklichkeit werden sollte. Kiel möchte am 29. November gerne "36, 72, 2024" singen, denn dann stimmen die Kielerinnen und Kieler darüber ab, ob sie zusammen mit Hamburg die Olympischen Spiele austragen wollen. Damit würde die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt das Triple als Austragungsort perfekt machen. Die "Zebras" Christian Sprenger, Rune Dahmke und Dominik Klein werben auf Plakaten schon seit Wochen fleißig für ein "Ja" auf dem Stimmzettel, und auch viele weitere Handballer aus dem In- und Ausland sprechen sich für die Olympischen Spiele im Norden der Republik aus. "Wir haben hier in Deutschland zum Beispiel schon bei der Fußball-WM bewiesen, dass wir gute Gastgeber sind", sagt Uwe Gensheimer, Linksaußen bei den Rhein-Neckar Löwen und Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft. "Für die Infrastruktur wäre es auch von Vorteil, wenn man sieht, was alles geschaffen werden könnte. Ich bin mir sicher, dass Hamburg und Kiel das super hinbekämen", so der 29-Jährige.

Sein Mannschaftskollege Patrick Groetzki ist ebenso überzeugt von der Bewerbung: "Das wäre eine Wahnsinns-Sache, wenn die Olympischen Spiele in Deutschland stattfinden würden. Ich bin ein riesiger Fan von Olympischen Spielen, wenn man sieht, was in anderen Städten so los ist. Es ist ein tolles Zusammenkommen von verschiedenen Ländern." Auch Michael Müller, Kapitän der MT Melsungen, ist begeistert von der Chance, die fünf Ringe hier bei uns zu sehen: "Olympia in Deutschland wäre ein absolutes Highlight. Die Voraussetzungen sind gut, wir würden uns alle darüber freuen. Ich unterstütze die Bewerbung sehr." Natürlich müsse aber auch bedacht werden, was nach den Olympischen Spielen ist, wie das Ex-"Zebra" Tobias Reichmann zu bedenken gibt. Der Rechtsaußen vom polnischen Topclub KS Vive Kielce ist auch für Olympia in Deutschland und hofft zudem darauf, dass Kiel und Hamburg auch nach der möglichen Ausrichtung noch Nutzen aus den Olympischen Spielen ziehen werden:  "So eine Veranstaltung im eigenen Land ist schon ein Anreiz. Man muss natürlich die Kosten abwägen und schauen, wie die Neubauten danach genutzt werden können. In Russland wurde viel gebaut, und jetzt steht die Hälfte leer." Karl-Friedrich Schwark, der Präsident des Handballverbandes Schleswig-Holstein, bringt es auf den Punkt: "Eigentlich wären Deutschland und Kiel nach 36 und 72 schon 2008  an der Reihe gewesen, wieder Ausrichter zu sein. Nun wollen wir es 2024 werden." Und auch für seinen Kollegen Rolf Reinke, den Präsidenten des Hamburger Handball-Verbandes, zählt nur "Ja" als Antwort. "Für die Hansestadt Hamburg kann es nichts anderes geben als ein positives Votum." Beide Präsidenten hoffen auf eine hohe Teilnahme beim Referendum und sprechen sich - wie der Rest der großen Handball-Familie auch - für die dritten Olympischen Spiele in Deutschland aus.  Nun liegt es an Ihnen, liebe Kielerinnen und Kieler: Holen Sie Olympia in den Norden und lassen Sie Kiel 2024 das olympische Triple feiern! (Von Rika Finck, aus dem Arena-Magazin "ZEBRA" vom 25.11.2015)