KN: „Das war nur die erste Halbzeit“

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KN: "Das war nur die erste Halbzeit"

Kiel. Ein paar Mal zu oft wiesen die Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch nach dem 25:24-Sieg beim THW Kiel darauf hin, dass man sich nicht über den verspielten Sechs-Tore-Vorsprung ärgere, sondern über den Triumph freue. "Wenn man auswärts in Kiel gewinnt, muss man ein Riesenspiel gemacht haben. Aber: Das war nur die erste Halbzeit, das müssen wir in Mannheim wiederholen. Und vielleicht ist nur ein Tor Vorsprung auch gut so, denn dann wissen alle, dass sie nichts verwalten können", sagte beispielsweise Löwen-Sportchef Oliver Roggisch. Spielmacher Andy Schmid gestand zwar: "Sechs Tore wären natürlich schöner gewesen." Aber: "Der zweite Auswärtssieg in Kiel innerhalb von drei Monaten - das ist nicht übel."

Tiefstapelei bei den Löwen, selbstbewusste Zebras

Sind die Löwen-Narben der Vorsaison Grund für diese Tiefstapelei? Damals siegte das Team von Nikolaj Jacobsen mit 24:23 in Zagreb - und verspielte den Vorsprung zu Hause doch noch (29:31). Die Kieler indes schöpfen Kraft aus der Aufholjagd der zweiten Halbzeit. "Wir haben Moral gezeigt. Ein Tor ist nur ein Tor, und wir haben auch nicht viele Auswärtstore kassiert. Das ist eine gute Ausgangsposition. Ich denke, wir haben in Mannheim eine hochprozentige Chance, und bin frohen Mutes, dass wir in die nächste Runde einziehen", sagte THW-Torwart Andreas Wolff selbstbewusst. Youngster Bilyk wischte die offensichtliche Verunsicherung Anfang der zweiten Halbzeit, als die Löwen auf 19:13 davonzogen, einfach vom Tisch: "Wir wussten genau, was der Plan ist. Wären wir verunsichert gewesen, hätten wir wie in Paris mit 18 Toren verloren." Der Österreicher wird aller Voraussicht nach auch im Rückspiel ein Vertreter des verletzten Kapitäns Domagoj Duvnjak (Überlastung der Patellasehne) auf der Spielmacher-Position sein. "Duvnjak kam schon verletzt von den Olympischen Spielen in Rio zurück, dann haben wir versucht, ihn mit Reha durch die Saison zu schleppen, ihn immer wieder zu schonen. Bei der WM im Januar hat er dann keine einzige Minute Pause bekommen, und das Problem mit seinem Knie wurde immer schlimmer", erklärt THW-Trainer Alfred Gislason. Doch selbst dieser Ausfall kann den Optimismus von Andreas Wolff nicht trüben: "Dule ist einer der Besten, wenn nicht der Beste der Welt. Er fehlt sehr. Und wenn das auch im Rückspiel so ist, müssen wir eben damit leben." (Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 24.03.2017, Foto: Sascha Klahn)