KN: Zebras droht: „Ohne Sechs“

Bundesliga

KN: Zebras droht: "Ohne Sechs"

Kiel. Eine Woche lang beherrschte der Terminstreit um das Achtelfinale in der Champions League die Schlagzeilen. Jetzt kehrt für den THW Kiel wieder der "Alltag" in der Handball-Bundesliga ein. Alltag, das sind derzeit für THW-Trainer Alfred Gislason immer auch Sorgen. "Ohne Sechs" droht vor dem schweren Auswärtsspiel beim SC Magdeburg am Sonntag (12.30 Uhr, siehe auch THW-Vorbericht) in der mit 6800 Zuschauern ausverkauften Getec-Arena.

THW Kiel muss ersatzgeschwächt beim SCM antreten

René Toft Hansen, Rune Dahmke (beide Schambeinentzündung), Steffen Weinhold (Oberschenkel) und Christian Zeitz (suspendiert) werden die Reise nach Sachsen-Anhalt definitiv nicht antreten. Kapitän Domagoj Duvnjak ("Ich würde mich sehr freuen, wieder dabei zu sein") trainierte zwar schon am Donnerstag parallel zu seinen Reha-Maßnahmen wieder mit der Mannschaft, hinter seinem Einsatz stand jedoch am Freitag noch ein großes Fragezeichen. Das gleiche gilt für den Österreicher Nikola Bilyk. "Er hat die ganze Woche nicht trainiert, liegt mit Fieber im Bett. Vielleicht kommt er auch nicht mit", berichtete Gislason, der seine Mannschaft heute zum Abschlusstraining (inklusive Videostudium) bittet, ehe sich der THW-Mannschaftsbus in Richtung Magdeburger Börde in Bewegung setzt.

Die Personalmisere bei den Zebras kommt - wieder einmal - zur Unzeit. "Das Spiel in Magdeburg ist sehr, sehr wichtig, wieder ein Schlüsselspiel wie so oft in den letzten Wochen. In Magdeburg zu spielen, ist eine der schwersten Aufgaben in der Liga", sagt Gislason. SCM (Platz fünf/33:13 Punkte) und Zebras (6./31:15) trennen im Rennen um die Europapokalplätze nur zwei Punkte.

Auch nach acht ungeschlagenen Spielen und 15:1 Punkten nimmt in Magdeburg noch niemand die "Champions League" in den Mund. Die Ziele, so heißt es im Klub, seien andere. Der Königsklassen-Champion von 2002 peilt erneut das europäische Geschäft an, hat sich in der Woche durch einen Sieg bei den Berliner Füchsen (30:29) für das Pokal-Final-Four in Hamburg qualifiziert und möchte möglichst am 19. und 20. Mai in eigener Halle den EHF-Cup in die eigene Vitrine holen.

SCM-Trainer Bennet Wiegert ("Kiel könnte Tabellenletzter sein, trotzdem sind es immer Highlight-Spiele gegen den THW") muss aller Wahrscheinlichkeit nur auf Spielmacher Michael Damgaard verzichten. Der Däne laboriert seit zehn Tagen an einer Verletzung des linken Sprunggelenkes, unterstützte seine Mannschaft auch beim Pokalspiel am Mittwoch nur von der Bank aus. "Er ist torgefährlich, hat einen unglaublichen Armzug, schnelle Würfe", sagte Alfred Gislason. Im Hinspiel, das erste Saisonheimspiel, lagen die Zebras zwischenzeitlich mit sechs Toren hinten, drehten die Partie mit einer Energieleistung dann noch zum 34:32-Endstand. "Meine Spieler sind nicht begeistert von der Entscheidung, das Heimrecht in der Champions League zu tauschen", sagte Alfred Gislason am Freitag. "Aber sie dürfen nicht abgelenkt sein, wenn wir ohne Sechs nach Magdeburg fahren müssen."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 10.03.2018, Foto: Sascha Klahn)