KN: „Fühlt sich an wie ein Ballon, der geplatzt ist“

Bundesliga

KN: "Fühlt sich an wie ein Ballon, der geplatzt ist"

Flensburg. Wehmut, Enttäuschung, Resignation. Die Spieler der SG Flensburg-Handewitt und deren Fans trauern um die verpasste Chance auf den zweiten Titelgewinn des Handball-Bundesligisten. Was am Sonntag ein Triumphzug der Stärke werden sollte, endete nach dem 21:23 gegen die Rhein-Neckar Löwen in Tristesse. "Das tut mehr weh als normal", stöhnte SG-Trainer Ljubomir Vranjes.

Den Schweden schmerzt besonders, dass er Flensburg nicht mit einem großen Erfolg verlassen kann, ehe er nach Ungarn zur Nationalmannschaft und zum Top-Klub Telekom Veszprem wechselt. Schon der Pokalsieg blieb ihm versagt, auch die Teilnahme am Final Four der Champions League. Jetzt ist mit annähernder Sicherheit auch die Meisterschale weg. "Es fühlt sich an wie ein Ballon, der geplatzt ist", sagte Thomas Mogensen. Zum zwölften Mal in 25 Jahren Bundesliga droht der Vize-Platz. "Wenn man immer oben mitspielt, will man auch irgendwann den Titel", hatte Geschäftsführer Dierk Schmäschke vor der Partie gesagt. Jetzt muss er dabei helfen, das Team wieder aufzurichten. Falls die Löwen doch noch patzen, müssen die Flensburger bereit sein. So recht glauben mag man daran aber nicht, das Team geht zudem personell geschwächt in die Endphase. Linkshänder Johan Jakobsson kann nur noch mit halber Kraft spielen, ein Bruch des Handwurzelknochens in der rechten Hand behindert den Schweden deutlich. "Wir müssen die Saison seriös zu Ende bringen", forderte der verletzte Holger Glandorf. Die "Hölle Nord", wie die Flens-Arena genannt wird, hat ihren Nimbus gegen die Löwen eingebüßt. Nach vier Mannheimer Siegen in Folge fühlen sie sich im hohen Norden geradezu pudelwohl. Noch wollen sie aber kein Fass aufmachen. "Das tun wir erst, wenn das letzte Spiel gespielt ist", sagte Sportchef Oliver Roggisch. (Aus den Kieler Nachrichten vom 30.05.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)