
Endlich wieder ein Zebra-Heimspiel: Samstag ist die TSV Hannover-Burgdorf zu Gast
Nach der fünftägigen "Tournee" durch Süddeutschland mit den Auswärtssiegen beim Aufsteiger SG BBM Bietigheim und in der "Hölle Süd" bei Frisch Auf! Göppingen kehren die so erfolgreich und mit viel Freude in die Saison gestarteten Zebras endlich wieder zurück auf heimisches Terrain: Am Samstag ist endlich wieder Heimspiel-Zeit in der MERKUR Ostseehalle! Der THW Kiel empfängt ab 19 Uhr die bisher ebenso ungeschlagene TSV Hannover-Burgdorf. Noch gibt es Karten für das spannende Duell unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT, die am Samstag durchgehend von 10 Uhr bis zum Anpfiff geöffnet hat. Die Partie ist außerdem live bei Dyn zu sehen.
"Halle mit Energie füllen, um sie tausendfach zurück zu bekommen"
Zufrieden kehrten die Zebras am Sonntag aus Baden-Württemberg zurück. In den Gesichtern die Freude über vier Auswärtspunkte. "Egal, gegen wen man spielt: Einen Sieg sollte man immer feiern", sagte THW-Trainer Börge Lund nach der erfolgreichen Tournee, die die Zebras noch enger zusammengebracht hat, wie Lund berichtet: "Wir sind erst einige Wochen in dieser Konstellation zusammen. Es ist viel Neu bei uns - und damit meine ich nicht nur den neuen Trainer und neue Spieler. Es gibt eine neue Kommunikation, neue Abläufe. Da hilft es, wenn wir viel Zeit miteinander verbringen." Mit den Leistungen in Süddeutschland war der Kieler Trainer ebenso okay wie mit den Ergebnissen, auch wenn der Weg für die neuformierte Zebraherde noch lang sei: "Wenn vieles klappt, spielen wir schon sehr gut. Es ist aber auch Teil des Lernprozesses, dass man mal ein schwieriges Spiel bekommt. Denn Entwickeln und Lernen heißt nicht, dass immer alles sofort klappt. Um den nächsten Schritt zu machen, braucht es Training und Spiele." Deshalb freut sich Lund gemeinsam mit den Spielern des THW Kiel auch so auf die TSV Hannover-Burgdorf. "Unsere Halle ist die geilste der Welt", unterstreicht der Norweger. "Wir wollen sie wieder mit Energie füllen, die wir dann tausendfach von den Fans zurückbekommen."
Recken wollen wieder nach oben

Neuer Trainer: Juan Carlos Pastor
Nach Platz sechs, sieben und sechs waren in Hannover vor dem Start der vergangenen Saison die Erwartungen von Fans und Medien ins beinahe Unermessliche geklettert. Einige träumten bereits von der Champions League an der Leine. Die Realität war allerdings eine andere: Letztlich langte es nur zu Platz elf, und Neu-Trainer Juan Carlos Pastor übernahm ein halbes Jahr früher als geplant bereits im Januar das Team. Der Spanier, studierter Chemiker und auch als langjähriger und erfolgreicher Coach von Pick Szeged vertraut mit kniffligen Aufgaben, machte sich gemeinsam mit den Verantwortlichen bei den "Recken" an die Arbeit. Erste Herausforderung: die Heimbilanz. In der Rückrunde der Vorsaison gab es auf dem ehemaligen Expo-Gelände nur zwei Siege zu feiern. Trotzdem hatten die Hannoveraner im Schnitt die zweitmeisten Zuschauer hinter dem THW Kiel. Ein Zeichen, dass der Handball längst angekommen ist in der niedersächsischen Landeshauptstadt. "Wir hatten einen tollen Zuschauerzuspruch, auf den wir wieder hoffen", sagte der Sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen im Interview vor der Spielzeit, "wir wollen die Festung wieder zu einer solchen machen. Das ist unser großes Ziel."
Drei Neuzugänge für den Neustart

Bester Torschütze: August Pedersen
Bei der sportlichen Vorgabe hielt sich Christophersen indes bewusst zurück: "Wir wollen besser abschneiden als im Vorjahr und zurück in die obere Tabellenhälfte. Wir werden das aber nicht mit einer klaren Ziffer unterlegen. Wir sind in einem Entwicklungsprozess mit neuen Spielern." Denn gleich drei Neue verpflichtete "Smörre" für den Neustart: Für den zu den Rhein-Neckar Löwen zurückgekehrten Kapitän Marius Steinhauser kam der erfahrene isländische Rechtsaußen Sigvaldi Gudjonsson vom norwegischen Champions-League-Teilnehmer Kolstad IL. Er bildet jetzt mit dem norwegischen Linksaußen August Pedersen - in der vergangenen Saison Vierter der Liga-Torschützenliste und auch aktuell mit 18 Treffern bester TSV-Torschütze - eine torgefährliche Flügelzange. Gleichzeitig schärft Gudjonsson das inzwischen beinahe schon traditionell nordeuropäisch geprägte Bild bei den Hannoveranern, bei denen alle fünf ausländischen Verstärkungen aus Staaten nördlich der dänischen Grenze kommen.
Verstärkung von den Löwen und aus Magdeburg

Kam aus Mannheim: Sebastian Heymann
Allerdings verließen mit Rückraumspieler Sindre Aho (nach Dijon in Frankreich) und Kreisläufer Thomas Solstad (zu HOJ Elite nach Dänemark) auch zwei Norweger die Mannschaft von Trainer Juan Carlos Pastor. Verstärkung fand Christophersen bei den Rhein-Neckar Löwen, von denen er den abwehrstarken wie wurfgewaltigen Nationalspieler Sebastian Heymann vorzeitig loslöste. Und beim SC Magdeburg: Kreisläufer Tim Zechel, beim Deutschen Meister zuletzt wenig eingesetzt, soll vor allen Dingen der Abwehr Stabilität verleihen und eine starke Alternative zu Justus Fischer sein. Jenem 23-Jährigen, der ab dem kommenden Sommer das Kieler Trikot tragen und damit wie das zweite Eigengewächs Renars Uscins (Paris Saint-Germain) seine Komfortzone am Maschsee verlassen wird.
Starker Saisonstart der Niedersachsen

Hannovers Nationalspieler Justus Fischer
Fischer und Uscins werden alles dafür geben, sich mit guten Resultaten und einer erfolgreichen Saison zu verabschieden, ist sich Christophersen sicher: "Beide sind hochprofessionell und total involviert." In der Tat: Uscins erzielte in den ersten drei Partien 14, Fischer zwölf Tore. Beide trugen so einen entscheidenden Anteil dazu bei, dass die TSV Hannover-Burgdorf stark in die Saison startete. Zum Auftakt gab es einen 32:31-Erfolg gegen die ebenfalls um Europa kämpfenden Rhein-Neckar Löwen, danach erkämpfte man sich nach einem Zwei-Tore-Rückstand in der Schlussphase noch per Buzzerbeater ein Unentschieden beim HC Erlangen. Und zuletzt gab es ein 30:28 gegen den HC Hamburg - damit haben die Hannoveraner jetzt bereits genauso viele Heimspiele wie in der kompletten Rückrunde gewonnen und nach 180 Minuten Handball mehr Punkte geholt als bis zum siebten Spieltag der Vorsaison. Keine Frage: Die TSV Hannover-Burgdorf ist mit Qualität und viel Selbstbewusstsein auf dem Weg zurück nach oben.
Infos rund um die Partie
Die Zebras und ihre Fans sind bereit für das zweite Heimspiel der noch jungen Saison, an dessen Anschluss sich der ehemalige Trainer Filip Jicha offiziell von den Fans verabschieden wird (siehe Extra-Artikel). Zuvor gilt aber alle Konzentration, alle Leidenschaft und alle Energie dem Gegner: "Das ist eine wirklich starke Truppe, die durch den guten Saisonstart mit breiter Brust nach Kiel fährt", sagt THW-Rechtsaußen Lukas Zerbe. Der Nationalspieler im Kieler Dress denkt gerne zurück an die außergewöhnliche Stimmung in der MERKUR Ostseehalle beim ersten Auftritt gegen Lemgo. "Das war groß. Wenn wir von unseren Fans so unterstützt werden wie im ersten Spiel, wird es schwer, uns zu Hause zu schlagen." Noch gibt es für die Partie, die von Marvin Cesnik und Jonas Konrad geleitet wird, einige Eintrittskarten in der THW-FANWELT und unter www.thw-tickets.de, Dyn überträgt Spiel und Verabschiedung live. Erst einmal konzentriert sich ganz Kiel aber auf die zwei Punkte gegen Hannover. Noch einmal Lukas Zerbe: "Wir freuen uns einfach riesig darauf, uns in unserer Halle mit Hannover zu battlen." Weiter geht die Entwicklung gegen die "Recken", Kiel!
Fotos: FAG / Sascha Klahn / TSV Hannover-Burgdorf/Jan Günther (3)












