Das "kleine Derby" in der großen Arena: THW Kiel am Sonntag zu Gast beim HSV Hamburg

Bundesliga

Das "kleine Derby" in der großen Arena: THW Kiel am Sonntag zu Gast beim HSV Hamburg

Gemeinhin bezeichnen Handball-Fans das Duell des THW Kiel mit dem südlichen Nachbarn als "kleines Derby". Und doch sind die sportlichen Auseinandersetzungen der Zebras mit dem Handball Sport Verein Hamburg immer auch von großen Emotionen geprägt. Auswärts sicherlich auch, weil diese regelmäßig in der großen Arena im Volkspark und nicht in der wesentlich kleineren Sporthalle in Alsterdorf ausgetragen werden. Und so ist der THW Kiel auch am kommenden Sonntag mit einer großen Schar schwarz-weißer Fans zu Gast in der Barclays Arena, um ausgerechnet gegen den gerade gegen den Rekordmeister extrem motivierten Nordrivalen wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.  Anwurf ist um 15 Uhr, Dyn überträgt live. Zu sehen ist die Top-Partie des 28. Spieltags in der DAIKIN HBL auch im Free-TV bei Welt TV sowie ebenfalls kostenlos im Stream bei sportbild.de und bild.de.

43. Duell in der Geschichte beider Teams

Ein Handballspieler in einem weiß-schwarzen Trikot hält den Ball und blickt nach vorne, während ein Spieler in einem roten Trikot mit der Nummer 13 und dem Namen Villar ihm auf einem überfüllten Hallenplatz gegenübersteht.

Mit beiden Clubs erfolgreich: Domagoj Duvnjak

Nur sieben der 17 Heimspiele bestreitet der Handball Sport Verein Hamburg in der großen, 13.000 Zuschauer fassenden Arena am Volkspark. Die Partie gegen den THW Kiel gehört regelmäßig dazu, haben die Zebras doch nicht nur in der Hansestadt und deren großen Umland eine Menge Fans, sondern stets auch viele hundert Kielerinnen und Kieler im Schlepptau, wenn es auf der A7 oder mit der Bahn gen Süden geht. Das wird auch am Sonntag so sein, wenn beide Clubs zum insgesamt 43. Mal die Klingen kreuzen - fast 24 Jahre nach dem ersten Duell am 11. September 2002, das 28:28 unentschieden endete (siehe Spielbericht) - eines von fünf Remis in der Historie dieses Spiels (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv) und das erste von insgesamt vier der Zebras in der Saison 2002/2003. Punkteteilungen sind auch in dieser Spielzeit eher Sache des THW Kiel: Gleich sieben Mal nahm man - je nach Spielverlauf - einen gewonnenen Zähler mit oder ärgerte sich über einen verlorenen. Auch am vergangenen Wochenende gab es einen Punkt beim 30:30 gegen den ThSV Eisenach (siehe Spielbericht), der die Kieler im Kampf um die Europapokal-Plätze aber zunächst nicht weiterbrachte. 

Hamburger mit Crunchtime-Qualität

Zwei männliche Handballspieler kämpfen während eines Spiels um den Besitz eines gelben Balls. Der eine trägt ein rotes Trikot, der andere ein weißes Trikot. Im Hintergrund ist ein Publikum zu sehen.

HSVH-Rückraum-Star: Jacob Lassen

Nach zuletzt nur drei Zählern aus den vergangenen fünf Partien in der DAIKIN Handball-Bundesliga wollen diese daher jetzt mit einem engagierten Auftritt an der Elbe in die Erfolgsspur zurückkehren. Sie treffen dabei auf einen Gegner, der bisher sehr zufrieden auf die Saison blicken kann, stehen die Hamburger doch aktuell auf Rang zehn und damit exakt auf demselben Platz wie am Ende der Vorsaison - und nur einen Punkt hinter den neuntplatzierten Göppingern. "Es wäre vermessen, wenn wir sagen, dass wir uns verbessern wollen", hatte Trainer Torsten Jansen der "Handballwoche" vor dem Start in die neue Spielzeit auf die Frage nach dem Saisonziel der Hanseaten noch geantwortet. Jetzt ist genau das aber in Reichweite, da der HSVH bisher verlässlich sowohl zu Hause als auch auswärts punktet. Sechsmal jubelte man über doppelte Punkte auf eigenem Terrain, fünfmal  in Auswärtshallen - zuletzt am vergangenen Wochenende beim 30:29 in Minden, bei dem die Mannschaft von Torsten Jansen, die wir bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorstellten, erneut auch ihre Crunchtime-Qualitäten unter Beweis stellte: Denn auch bei den Siegen gegen Gummersbach und in Berlin sowie gegen Melsungen und in Hannover entschieden ein oder zwei Tore die Begegnungen zugunsten der Hamburger.

HSVH hat viertstärksten Angriff der Liga

Ein männlicher Handballspieler in einem roten Trikot mit der Aufschrift Hamburg schreit während eines Spiels lautstark. Hinter ihm ist ein anderer Mannschaftskamerad in einem ähnlichen Trikot zu sehen, und der Hintergrund zeigt eine unscharfe Menge und Gegner.

Leistungsträger: Nicolaj Jörgensen und Frederik Bo Andersen

Mit ein Grund für die konstante Leistungskurve der Hanseaten: Die starken Dänen. Neuzugang Nicolaj Jörgensen ist der erfolgreichste HSVH-Werfer und steht mit 164 Treffern ligaweit auf Rang sechs der Torjägertabelle. Im Club folgen dem Mittelmann mit Rechtsaußen Frederik Bo Andersen (142 Treffer), dem Halbrechten Jacob Lassen (96) und Linksaußen-Olympiasieger Casper U. Mortensen (95) drei Landsleute auf den Rängen zwei, vier und fünf - lediglich Jörgensens Positionskollege Moritz Sauter gelang es, mit 128 Toren in die das Hamburger Spiel bestimmende rot-weiße Phalanx einzubrechen. Kein Wunder, dass Jansen angesichts seiner starken Reihe zunehmend im Angriff auf den vierten Rückraumspieler setzt. Eine taktische Maßnahme, die offenbar mit dazu führte, dass der Handball Sport Verein Hamburg die viertstärkste Offensive der DAIKIN Handball-Bundesliga stellt. 

Spannendes Hinspiel ging an die Kieler

Ein Handballspieler in einem weiß-schwarzen Trikot springt, um den Ball auf das Tor zu schießen, während der Torwart in einem gelben Trikot sich darauf vorbereitet, den Ball zu blocken. Eine große Zuschauermenge verfolgt das intensive Spiel.

Drei Tore in Hinspiel: Emil Madsen

Für Spannung in diesem ewigjungen "kleinen Derby" ist also gesorgt. Zuletzt gab es die auch im September 2025. In einem „verrückten Spiel“, wie Kapitän Domagoj Duvnjak es damals formulierte, lagen die Zebras im Hinspiel wenige Minuten vor dem Ende mit zwei Toren zurück. Mit ihren frenetischen Fans im Rücken konnten die Hausherren damals die an Spannung kaum zu überbietende Partie aber noch drehen und lagen sich nach dem Abpfiff und einem 27:25-Sieg jubelnd in den Armen (siehe Spielbericht). Ein ähnlich packendes Spiel erwarten die Handball-Experten nun auch für Sonntag, wenn um 15 Uhr die Schiedsrichter Fabian Friedel und Rick Herrmann ihre zweite Partie mit Kieler Beteiligung anpfeifen. Dann allerdings werden Emil Madsen und Veron Nacinovic, im Hinspiel neben dem elffachen Torschützen Elias Ellefsen á Skipagötu noch wichtige Stützen des Kieler Spiels, nicht dabei sein. Madsen wird nach seiner Knie-Operation erst in der neuen Saison wieder für die Zebras auflaufen,: Nacinovic wird nach dem Nasenbeinbruch aus dem Melsungen-Spiel ebenfalls noch einige Zeit fehlen, da man im Handball nicht mit einer aus dem Fußball bekannten Maske spielen darf.   

Mobiler Fanshop steht vor der Arena

Die Barclays Arena wird dann nahezu ausverkauft sein, aber im Onlineshop der Hamburger gibt es noch freie Plätze auch für THW-Fans. Diese können sich beim mobilen Fanshop auf dem Vorplatz der Arena noch passend einkleiden oder sich für die Unterstützung der Zebras in 60 packenden Minuten ausstatten. Für alle zu Hause überträgt Dyn live, außerdem kann man das Spiel auch im Free-TV bei Welt TV sowie ebenfalls kostenlos im Stream bei sportbild.de und bild.de komplett verfolgen.  Es wird wieder norddeutsch handballheiß - weiter geht's in Hamburg, Kiel! 

Fotos: Sascha Klahn