
Zebra-Update: Der dritte EM-Vorrundenspieltag um die Hauptrunden-Quali mit Kieler Fokus
Zehn Kieler sind bei der Handball-Europameisterschaft 2026 in Dänemark, Norwegen und Schweden für ihre Heimatländer im Einsatz. Am Dritten Vorrunden-Spieltag ging es für sie und ihre Nationen um die Hauptrunden-Qualifikation. Acht Kieler haben es geschafft - sie können weiter von Medaillen bei der EHF EURO 2026 träumen. Im Zebra-Update zur Handball-EM gibt's die wichtigsten Infos aus Sicht der schwarz-weißen Stars.
Österreich hilft dem DHB-Team
Enttäuschung pur: Trotz eines starken Auftritts gegen Deutschland-Bezwinger Serbien und einem hochverdienten 26:25 (12:13)-Erfolg muss die österreichische Nationalmannschaft die vorzeitige Heimreise von der EHF Euro 2026 antreten. Im abschließenden Vorrunden-Spiel wurde die Mannschaft des Kieler Kapitäns Nikola Bilyk von den vielen tausend deutschen Fans in Herning leidenschaftlich unterstützt. Kein Wunder, wusste doch jeder in der Halle, dass sich bei einer serbischen Niederlage die Ausgangslage für das DHB-Team deutlich verbessern würde, Deutschland mit einem Punktgewinn gegen Spanien doch noch die Qualifikation für die Hauptrunde erreichen könnte. Die Österreicher hingegen wollten Serbien mit vier Toren Unterschied bezwingen, um im Falle einer deutschen Niederlage gegen Spanien doch noch in die Hauptrunde einzuziehen. Acht Minuten vor Schluss sah es angesichts einer 23:20-Führung für Österreich danach aus, dass zumindest die Hoffnung weiterleben könne. Doch ein sich steigernder Dejan Milosvljev im Kasten der Serben, er kam auf insgesamt 13/2 Paraden, verhinderte die weitere Torejagd der Österreicher, für die sich Bilyk 45 Minuten lang aufrieb und drei Tore erzielte. Trotzdem konnten sich die südlichen Nachbarn Deutschlands über den ersten EM-Sieg des Turniers freuen, erspart er ihnen doch die Vorqualifikation zur EM-Quali 2028.
Hauptrunde klar gemacht: Deutschland besiegt Spanien
Die Schützenhilfe der Österreicher sorgte schon beim Aufwärmen der deutschen Mannschaft für eine grandiose Heim-Atmosphäre im dänischen Herning. Einige tausend Kieler Handball-Fans mögen unter den 9526 Zuschauern gewesen sein, die sich beinahe ausschließlich hinter die deutsche Mannschaft stellten und gemeinsam mit dem Team das EM-Debakel verhindern wollten. Die Körpersprache der DHB-Auswahl war dabei eine ganz andere als noch zwei Tage zuvor bei der Niederlage gegen Serbien. Bis unter das Hallendach war zu spüren, dass diese deutsche Mannschaft alles für den Hauptrunden-Einzug tun würde. Allen voran Andreas Wolff, der sechs wichtige Paraden in 40 Minuten zeigte und das Torwart-Duell mit SCM-Keeper Sergey Hernandez für sich entschied, und Renars Uscins: Der zuletzt unglücklich agierende Linkshänder traf gegen Spanien acht Mal und hatte neben dem sechs Mal erfolgreichen "Bald-Kieler" Julian Köster schon im ersten Durchgang großen Anteil an der 17:15-Halbzeitführung.
Auch nach dem Wechsel hielt das DHB-Team mit wechselndem Personal dagegen, wehrte sich nach Leibeskräften gegen das drohende Turnieraus. Auch spielerisch setzte das DHB-Team dabei Ausrufezeichen, sodass sich die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason nach 44 Minuten auf 24:20 absetzte. Doch Spanien ließ in dieser Handballschlacht nicht locker, blieb bis in die Schlussphase hinein am Drücker. Diese erlebte Lukas Zerbe nur noch von der Bank aus mit: Nach 37 Minuten und drei Toren musste der Kieler Rechtsaußen mit Problemen in der Oberschenkel-Muskulatur passen. Und so blieb ihm wie dem vor dem Spiel aus dem Kader gestrichenen Rune Dahmke nur die Zuschauerrolle in einem Krimi, den letztlich Julian Köster mit seinem Tor zum 34:29 (59.) zugunsten der deutschen Mannschaft entschied. Am Ende jubelten das DHB-Team über den 34:32-Erfolg und den Einzug in die Hauptrunde, in die Deutschland nun sogar mit den zwei gewonnenen Punkten aus dem Spanien-Spiel von der Pole Position aus startet.
Schweizer gewinnen das Fernduell mit den Färöern
Des einen Kieler Freud' ist des anderen Kieler Leid: In der Gruppe D mussten die Färöer um Elias Ellefsen á Skpiagötu und ihre vielen tausend gut gelaunten Fans ihren Traum vom ersten Hauptrunden-Einzug in der Geschichte des Eilandes begraben. Im Gegenzug konnte die Schweiz mit THW-Kreisläufer Lukas Laube doch noch über den Hauptrunden-Einzug jubeln. Grundlage dafür war der beinahe unglaubliche 43:26 (22:16)-Kantersieg der Schweizer gegen das sich im zweiten Durchgang komplett auflösende Montenegro. Durch den 17-Tore-Erfolg, zu dem der insgesamt 15 Minuten eingesetzte Lukas Laube zwei Tore beisteuerte und der mit einem 11:1-Lauf zwischen der 27. und 40. Minute auf den Weg gebracht wurde, holte die Schweiz das vor dem Spieltag um 16 (!) Treffer schlechtere Torverhältnis im Vergleich zu den Färöern auf und war urplötzlich in der Pole Position.
Die junge Mannschaft von den Atlantik-Inseln wusste vor der abschließenden Partie gegen Slowenien, dass ihr nur ein Punktgewinn den Traum von der Hauptrunde erfüllen würde. Und so legten sich auch beide Teams ins Zeug, es wurde eine Begegnung, in der um jeden Zentimeter und jeden Abschluss gekämpft wurde. Slowenien legte vor, mit einem á Skipagötu-Doppelpack waren die Färöer beim 15:16 zur Pause aber wieder dran und gingen ihrerseits mit einem 3:0-Lauf nach dem Wiederanpfiff mit 18:16 in Führung (33.). Die Slowenen konterten und hatten fortan die Nase immer einen Hauch vorn. Auch, weil Domen Makuc, der in der kommenden Saison zum THW Kiel stößt, sich mit Zebra-Spielmacher Elias Ellefsen á Skipagötu ein Duell auf Weltklasse-Niveau lieferte. Am Ende traf "Man of the match" Makuc mit seinem zehnten Tor zum vorentscheidenden 28:24 (55.), á Skipagötus neuntes Tor zum 27:29 kam zu spät: Slowenien jubelte nach dem 30:27 über zwei Hauptrunden-Punkte, und die Färöer ließen sich von ihren vielen tausend unglaublichen Fans trösten.
Sensationelle Niederlage der Dänen
Schier Unfassbares geschah am letzten Spieltag der Vorrunden-Gruppe B in der mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Halle in Herning: Dänemark, Weltmeister, Olympiasieger und klarer Turnierfavorit, kann doch noch ein Handball-Spiel verlieren. Erstmals seit zwölf Jahren mussten die Dänen in eigener Halle dem Gegner gratulieren. Das 29:31 gegen Portugal war gleichsam überraschend wie schockierend für die erfolgsverwöhnten Gastgeber, die von Beginn an Probleme mit den Portugiesen hatten. Die stellten mit Francisco und Martim Costa die beiden besten Torschützen der Begegnung, die Super-Brüder erzielten jeweils neun Treffer. Und sorgte auch für die 12:11-Halbzeitführung, die die ansonsten so euphorische Stimmung in Herning doch dämpfte. Die kochte bei der 19:17-Führung der Dänen wieder hoch, doch Portugal blieb die bessere Mannschaft und ließ sich weder von 8-Tore-Gidsel noch von zehn Paraden von Emil Nielsen beeindrucken: Als der Kieler Linksaußen Magnus Landin, der 38 Minuten spielte und zwei Tore erzielte, zum 21:22-Anschluss traf, konterte Protugal mit einem Doppelpack und gab die Führung auch in der spannenden Schlussphase nicht mehr her. Jetzt sind die Portugiesen als Gruppensieger am Donnerstag (15:30 Uhr) erster Gegner der deutschen Mannschaft, während Dänemark mit null Zählern in die Hauptrunde startet.
Imre Top-Torschütze bei ungarischer Niederlage
Unglückliche Niederlage für Top-Torschütze Bence Imre und seine Ungarn im Spitzen-Duell mit Island: Selbst 7/4 Tore des Kieler Rechtsaußen reichten am Ende nicht zu einem Erfolg gegen die Isländer, weil Torhüter Viktor Hallgrimsson zu oft das Stoppschild für ungarische Tor-Bemühungen aufstellte: 18 Paraden standen am Ende auf dem Konto des isländischen "Man of the match", der mit seiner Leistung in einem Low-Score-Game die Grundlage zum 24:23 (14:14)-Erfolg der Isländer legte, die nun mit 2 Punkten in die Hauptrunde starten. Für diese bereits qualifiziert waren auch die Ungarn, die mit null Zählern jetzt einen weiteren Weg in die nächste Turnierphase haben.
Schweden mit Kantersieg gegen Kroatien
Zum Abschluss der Vorrunde traf Kroatien auf Schweden. Ohne THW-Kreisläufer Veron Nacinovic, der von Nationaltrainer Dagur Sigurdsson nicht für die Partie berufen wurde, hatte Kroatien keine Chance gegen den Co-Gastgeber. Vor 10247 begeisterten Fans in Malmö feierten die Blau-Gelben einen 33:25 (17:13)-Kantersieg und die ersten zwei Hauptrunden-Punkte. Stark präsentierte sich in der Begegnung, in der die Gastgeber kurz vor dem Seitenwechsel nach zunächt ausgeglichenem Verlauf die Oberhand gewannen, der Kieler Rückraum-Star Eric Johansson. In 23 Minuten Spielzeit traf er fünf Mal und avancierte damit gemeinsam mit seinem Positionskollegen Nikola Roganovic zum besten Torschützen. Weiter geht's für die Schweden bei der EHF EURO 2026 am Freitag in Malmö mit der Partie gegen Domen Makuc' Slowenen. Um 20:30 Uhr ist Anpfiff, zuvor treffen Bence Imres Ungarn um 18 Uhr auf die Schweiz mit Lukas Laube und Kroatien misst sich um 15:30 Uhr mit Island. Dyn überträgt alle Spiele live.












