KN: Matchball für die „Bad Boys“

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KN: Matchball für die "Bad Boys"

Halle/Westfalen. Nach dem glanzvollen Auftritt in Slowenien wollen Deutschlands Handballer im Rückspiel gegen den WM-Dritten mit einer weiteren Gala vorzeitig das Ticket für die Handball-Europameisterschaft 2018 in Kroatien lösen. Bundestrainer Christian Prokop hakte den klaren 32:23-Sieg in Ljubljana daher schnell ab und nahm seine Schützlinge vor der Partie heute (16.10 Uhr/ARD mit dem Ex-THWer Dominik Klein als Experte an der Seite von Moderator Gerhard Delling) in Halle/Westfalen sofort wieder in die Pflicht.

Deutschland kann in der EM-Quali alles klar machen

"Die Slowenen hatten keine Chance, weil unsere Leistung in allen Bereichen top war", sagte Prokop. "Das wollen wir wiederholen, da muss man wieder an das Maximum gehen. Nur einmal reicht nicht." Der klare Sieg beim Pflichtspieldebüt des Bundestrainers hat Prokop und der Mannschaft nach der verkorksten WM mit dem Aus im Achtelfinale erst einmal den Druck genommen. "An die WM denkt keiner mehr. Wir haben eine neue Ära, einen neuen Trainer, neuen Aufwind und große Ziele vor der Brust. Die gilt es zu erreichen", gab der in Ljubljana überragende Torwart Andreas Wolff vom THW Kiel das Motto vor. Er richtet sich wieder auf eine Menge Arbeit zwischen den Pfosten ein: "Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter. Diese Mannschaft ist sehr gefährlich und kann mit voller Wucht zurückschlagen." Eine frühzeitige Qualifikation für die Endrunde 2018 in Kroatien wäre ganz nach dem Geschmack aller Beteiligten. "Wenn wir das EM-Ticket lösen, hätten wir vor den letzten zwei Gruppenspielen Mitte Juni die Möglichkeit, im Training mehr neue Dinge einzustudieren", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Kapitän Uwe Gensheimer (Paris Saint-Germain) musste sich nach der Rückkehr aus Slowenien wegen einer Blessur an der linken Hand in medizinische Behandlung begeben. Erneut ausfallen wird wohl Kai Häfner (Hannover-Burgdorf), bei Linkshänder Steffen Weinhold vom THW Kiel besteht dagegen Hoffnung auf einen Einsatz neben seinen Teamkameraden Wolff, Patrick Wiencek und Rune Dahmke. Derweil tummelten sich sechs weitere Zebras vom THW Kiel auf internationalem Parkett in der EM-Qualifikation - mit mehr oder weniger durchschlagendem Erfolg. Sehr souverän gestaltete sich der Auftritt Schwedens in St. Petersburg. Angeführt von Rechtsaußen Niclas Ekberg mit neun Toren, setzte sich Schweden in Gruppe 6 mit 29:21 (17:10) gegen Russland durch und behauptete so die Tabellenführung. THW-Youngster Lukas Nilsson erzielte einen Treffer. Auch Dänemark bleibt Erster in seiner Gruppe 1. Nach dem 25:25 (11:14) in Budapest bleiben die Ungarn allerdings punktgleich mit fünf Punkten ärgster Verfolger von Niklas Landin und Co. Am Sonntag (20.30 Uhr) kommt es in Aarhus erneut zum direkten Aufeinandertreffen. Dann wollen sich die Skandinavier endlich für das WM-Aus im Achtelfinale gegen die Magyaren revanchieren. Kiels wurfgewaltiger Linkshänder Marko Vujin ist indes mit einem 23:22 (13:9)-Erfolg in Rumänien ins serbische Nationalteam zurückgekehrt. Vujin erzielte in Baia Mare einen Treffer, Serbien ist punktgleich mit Weißrussland und Rumänien Dritter in Gruppe 2. Eine knappe 29:30 (13:14)-Niederlage gegen Spanien in Innsbruck mussten die Österreicher Nikola Bilyk (4 Tore) und Raul Santos (2) verkraften. Heute (20 Uhr) kommt es in Leon zum "Rückspiel" zwischen Tabellenführer Spanien (6 Punkte) und dem Zweiten der Gruppe 3, Österreich (2). (Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 06.05.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)