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KN: (K)eine Winterpause

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KN: (K)eine Winterpause

Kiel. Winterpause. Im Handball ist dieser Begriff so eine Sache. Fängt schon bei der Pause an, die eigentlich kaum eine ist, weil stets im Januar eine Europa- oder wie 2017 eine Weltmeisterschaft (11. bis 29. Januar in Frankreich) vor der Tür steht. Trotzdem war nach dem letzten Spiel des Jahres die Erleichterung bei den Zebras des Rekordmeisters THW Kiel groß. Zum Beispiel bei Kapitän Domagoj Duvnjak: "Ich freue mich sehr, jetzt vier oder fünf Tage frei zu haben."

Acht Zebras freuen sich auf die Handball-WM 2017

Der Kroate ist eines von acht nach 31 Partien erschöpften Zebras, die bei der WM in Frankreich voraussichtlich am Start sind. Den Jahreswechsel verbringt der 28-jährige Spielmacher in seiner Heimat, stößt dann am 1. Januar in Umag zum deutschen Vorrundengegner, der gegen Tunesien und Montenegro zwei Testspiele vor der WM bestreitet. "Ich finde, wir haben eine super Hinrunde gespielt", sagt er. In Rouen könnte es für Duvnjak ein schnelles Wiedersehen mit den deutschen Nationalspielern Patrick Wiencek, Andreas Wolff und Rune Dahmke geben. Während Wiencek ("So langsam merke ich die müden Beine, ich brauche ein paar Tage, um wieder aufzutanken") den Nationalmannschafts-Lehrgang von heute bis Freitag in der Sportschule Kamen-Kaiserau in Absprache mit Bundestrainer Dagur Sigurdsson absagte und erst im Januar zum Europameister reist, beginnt für Wolff und Dahmke Teil eins der WM-Vorbereitung. "Für mich wird es die erste WM im Tor. Das ist wieder etwas Neues, setzt mentale Kräfte frei", sagte Wolff. Linksaußen Dahmke wird Silvester mit Freunden in Berlin verbringen. Spätestens ab dem 2. Januar und bei den Testspielen gegen Rumänien (3. Januar) und Österreich (9. Januar) geht es für den 23-Jährigen ("Für mich persönlich läuft es momentan echt gut") um eines der begehrten 16 WM-Tickets, die der Bundestrainer in seinem 18-köpfigen Kader bis zum WM-Start am 13. Januar vergeben muss. Die Dänen Niklas Landin und René Toft Hansen sowie die Schweden Niclas Ekberg und Lukas Nilsson treffen in der WM-Vorrunde in Paris aufeinander. Olympiasieger Dänemark startet seine Vorbereitung am 2. Januar in Århus, testet dann vor heimischer Kulisse vom 5. bis 8. Januar gegen Ungarn, Ägypten und Island. Toft Hansen will bis dahin "Silvester mit der Familie in Dänemark feiern, mit meiner Tochter spielen, die Zeit einfach genießen". Die Schweden treffen sich sogar erst am 3. Januar in Jönköping. Kein Wunder, dass Niclas Ekberg es "etwas komisch" findet, dass Bundestrainer Sigurdsson seine Spieler noch im Dezember zum Lehrgang zusammenruft. Ekberg: "Für uns Schweden ist es schön, dass es noch ein paar Tage Pause gibt, so kann ich die freie Zeit genießen und zu Hause in Ystad Silvester feiern." Und die anderen? Am 11. Januar bittet Alfred Gislason seinen "Restkader" zum Training. Bis dahin will Christian Sprenger "ganz entspannt und nicht so wie früher" Silvester feiern, wie der 33-Jährige mit einem Augenzwinkern sagte. Die Österreicher - nicht für die WM qualifiziert - haben indes eine Mammut-Testspielphase mit Partien gegen Deutschland, zweimal Portugal, Tschechien und der Schweiz geplant. Ohne Raul Santos allerdings. Der 24-Jährige, seit drei Monaten Vater der kleinen Lia, plant Silvester im Kreis der Familie und will seine Knieblessur weiter auskurieren. Landsmann Nikola Bilyk nimmt das Programm bis zum 16. Januar auf sich: "Silvester wird ganz locker, wir sind eine entspannte Familie. Meine Eltern machen vielleicht ein bisschen mehr mit ihren Freunden, aber meine Schwester und ich werden ganz entspannt reinfeiern", sagt der 20-Jährige. "Es ist immer eine Ehre für sein Land spielen zu dürfen, ich werde versuchen, mich auch bei diesen Spielen so gut wie möglich weiterzuentwickeln. Ich kann die Belastung gut einteilen, ein Lehrgang mit Testspielen ist ja auch ganz anders als eine WM." (Von Tamo Schwarz und Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 28.12.2016, Foto: Sascha Klahn)