KN: Hinter den Kulissen bei den Zebras

THW Kiel in den Medien
Dienstag, 28.05.2019 // 11:22 Uhr

Kiel. Hinein in die Katakomben der Sparkassen-Arena, vorbei an Presseraum, Veranstaltungsleitung, Schiedsrichterzimmer immer weiter Richtung Heiligtum des THW Kiel. Beim Heimspiel der Kieler Handballer gegen GWD Minden am Sonntag durften Norbert und Alexander Brym als Gewinner eines Gewinnspiels in Kooperation dieser Zeitung mit dem THW Kiel einen Blick hinter die Kulissen bei den Zebras werfen.

Norbert und Alexander Brym bekamen beim THW Kiel exklusive Einblicke

"Das ist schon edel." Norbert Brym (64) steht in der Kabine des frisch gebackenen EHF-Cup-Siegers. Der erste Blick fällt auf den Schriftzug an der Wand: "Wir sind Kiel". In goldfarbenen Lettern auf schwarzem Grund. Auf dem Boden ein riesiges THW-Logo, rings herum reiht sich Spind an Spind: Niklas Landin, Andreas Wolff, Patrick Wiencek - die ganze Zebraherde. Schon am Morgen hat Betreuer Michael Menzel die Trikots verteilt. Auch die Taktik-Tafel wartet auf ihren Einsatz. Darauf liegt das Taktik-Board von THW-Trainer Alfred Gislason. Eine Taktiktafel in Miniatur, zuklappbar mit kleinen, verschiebbaren Magneten auf den Linien eines Handballfeldes. Abgegriffen sieht es aus, ist am Rücken mit Tape geklebt. Man munkelt, dass es schon das ein oder andere Mal durch die Kabine geflogen ist, wenn der Isländer mit der Leistung seiner Mannschaft nicht ganz einverstanden war. 

Norbert Brym, THW-Dauerkarteninhaber seit 1989, und sein Sohn Alexander (28) bleiben ehrfürchtig stehen. Die Blicke schweifen über das Mannschaftsbild über der Sofa-Ecke, die Behandlungsliegen, die Silhouette der Stadt Kiel und die Zebra-Muster an den Wänden. Erst seit dieser Saison hat der Klub seine Umkleide so aufgerüstet. Es gibt sogar eine LED-Leiste unter der Decke, die den Raum in unterschiedliche Farben tauchen kann. Wollte Gislason eine Gardinenpredigt ins passende Licht rücken, er könnte es mit einem Handgriff von Grün auf Rot stellen. 

Wie die THW-Kabine bis vor kurzem noch aussah, lässt sich bei einem Blick in die Gegner-Umkleide erahnen. Hier herrscht Turnhallen-Charme. Weiter geht die Tour durch VIP-Räume und Logen. Ein Blick auf die Durchlaufprobe, bevor die Arena zwei Stunden vor Spielbeginn ihre Tore für die Fans öffnet. "Spannend, ich hätte gar nicht gedacht, dass die Abläufe jedes Mal wieder geprobt werden", sagt Norbert Brym. Kurz vor dem Anpfiff steigt die Spannung im Vorraum der Arena. Durch die dicke Stahltür dringen Musik und Vorstellung des Gegners, während die Kieler Stellung für ihren Auftritt beziehen. Sebastian Firnhaber trommelt Harald Reinkind auf die Brust, Torwart Niklas Landin ist im Tunnel, mit starrem Blick lässt er Hände und Füße blitzartig in alle Richtungen schnellen. "Auf geht’s Männer!", ruft er dann, bekommt Gebrüll als Antwort, das Schiffshorn tutet, die Tür geht auf - hinein ins Vergnügen. 

Der 39:19-Kantersieg über die Ostwestfalen ist ganz nach dem Geschmack der beiden Gewinner. Zum Abschluss gibt’s noch ein kurzes Treffen mit Bryms Lieblingsspieler Patrick Wiencek auf dem Feld, wo der Nachwuchs der Handball-Profis sich austobt. Ein Autogramm auf dem neuen Trikot, ein Erinnerungsfoto auf der Auswechselbank und Wiencek muss sich um Söhnchen Paul kümmern, der seinen Papa während des Spiels offenbar sehr vermisst hat. Vater und Sohn Brym sind glücklich. "Ganz toll, spannende Einblicke. Man sieht, das ist hier wirklich wie eine große Familie."

(Von Merle Schaack, aus den Kieler Nachrichten vom 28.05.2019, Foto: Sascha Klahn)