Franzosen feiern Wunder gegen Luzern: THW Kiel trifft im Viertelfinale auf Limoges Handball

European League

Franzosen feiern Wunder gegen Luzern: THW Kiel trifft im Viertelfinale auf Limoges Handball

Bis wirklich zur letzten Sekunde von 120 Minuten packenden Play-off-Spektakels mussten die Zebras auf ihren Viertelfinal-Gegner warten, dann war klar: Für den THW Kiel geht es am 22. April nach Frankreich zu Limoges Handball! Am 29. April fällt dann im so wichtigen Rückspiel in der Wunderino Arena die Entscheidung, welche der beiden Mannschaften sich den Traum von den Machinensucher EHF Finals in Hamburg erfüllen kann. Der Vorverkauf für das entscheidende Rückspiel in Kiel läuft bereits. Tickets gibt es bei CITTI, in der THW-FANWELT und online unter www.thw-tickets.de.

Franzosen feiern Wunder von Limoges

Trainer Alberto Entrerrios

Luzern oder Limoges, Schweiz oder Frankreich? Diese Frage trieb am vergangenen Dienstag bis zum Abpfiff der Play-off-Spiele in der EHF European League die Zebras um. Dabei schien eigentlich klar, wo der THW Kiel direkt nach dem Bundesliga-Auswärtsspiel in Göppingen das Osterfest verbringen wird: Denn mit 36:29 hatte der HC Kriens-Luzern das Hinspiel gegen die Franzosen gewonnen (siehe Bericht), sich auch im Rückspiel gut präsentiert. 20:20 stand es nach 40 Minuten, nur 30:27 für Limoges Handball hieß es fünf Minuten vor dem Ende - alles lief auf ein Duell der Kieler mit den Schweizern hinaus. Doch der Mannschaft um den jungen Superstar Luca Sigrist, die in der Woche zwischen den Play-off-Spielen in der EHF European League noch zwei Partien in der heimischen Liga bestreiten musste, die Kraft aus - und Limoges glaubte wieder an sich. Die Mannschaft des ehemaligen spanischen Weltklasse-Spielers Alberto Entrerrios, der unter anderem gegen den THW Kiel mit Ciudad Real einst dreimal die EHF Champions League gewonnen hatte, schaffte das Wunder. 

Entscheidender Treffer drei Sekunden vor dem Ende

Kreisläufer Tomislav Kusan

Drei Sekunden vor dem Ende erzielte Liomoges Handball das entscheidende Tor zum 36:28, beendete mit einem 6:1-Lauf in den letzten fünf Minuten alle Luzerner Träume und buchte sich bei der ersten Teilnahme an der EHF European League überhaupt direkt das Viertelfinal-Ticket gegen den THW Kiel. Für die Zebras geht es nun also am 22. April zum Hinspiel in die rund 400 Kilometer südlich von Paris gelegene 130.000-Einwohner-Stadt Limoges. Dort in der Mitte Frankreichs, Geburtsstadt des weltberühmten impressionistischen Malers Auguste Renoir, erwartet sie im Hinspiel ein heißer Tanz im 4.800 Zuschauer fassenden Hexenkessel "Palais des Sport de Beaublanc". Die große Fanbasis ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Limoges Handball, das andere ist die gute Mischung aus französischen Spielern und erfahrenen Recken aus dem Ausland. 

Ukrainer Turchenko ist überragender Spieler

Dreh- und Angelpunkt: Ihor Turchenko

Sieben Nationen stehen im Kader des Kieler Viertelfinal-Gegners, wichtigster Akteur beim letztjährigen fünften der französischen Liga ist der Ukrainer Ihor Turchenko: Der 24-jährige halblinke Rückraumspieler erzielte im Rückspiel gegen Luzern elf Treffer und schraubte damit sein Tor-Bilanz im Europapokal auf insgesamt 82. Ihm folgen mit bisher 64 Toren Mittelmann Seif Elderaa, ägyptischer Nationalspieler, und mit 58 Toren der kroatische Kreisläuder Tomislav Kusan, der einst auch für die HSG Wetzlar in Deutschland spielte. Im rechten Rückraum wirbelt der Nigerianer Faruk Yusuf, der mit seinen 21 Jahren als größtes Talent Afrikas gilt. Er teilt sich seine Position eigentlich mit dem in Magdeburg geborenen Ewan Kervadec, allerdings fiel der Sohn des ehemaligen SCM-Spielers Gueric zuletzt mit einer Knieverletzung aus.

Vorverkauf für das entscheidende Rückspiel hat begonnen

So oder so wartet auf den THW Kiel eine schwere Aufgabe, wie Emil Madsen weiß: "Limoges Handball steht nicht umsonst im Viertelfinale der EHF European League. Das schaffst du nur mit Qualität und Kampfgeist. Wir werden darauf vorbereitet sein, zweimal einhundert Prozent geben zu müssen, um uns und unseren Fans den Traum von Hamburg erfüllen zu können." Die Entscheidung fällt dabei in Kiel: Das Viertelfinal-Rückspiel findet am 29. April in der Wunderino Arena statt. Die Anwurfzeit (18:45 Uhr oder 20:45 Uhr) steht noch nicht fest. Für das Finale vor den Machinensucher EHF Finals (30./31. Mai in Hamburg) hat der Vorverkauf aber bereits begonnen. Eintrittskarten gibt es bei CITTI, in der THW-FANWELT und online unter www.thw-tickets.de. Eine besondere Aktion gibt es für "Hein-Daddels Freunde", ein Kleingruppenticket für vier bis neun Personen, und Studierende, für die ein eigener Block reserviert wurde. Buchen kann man die Sitz- und Stehplatztickets direkt hier. Über spezielle Angebote für Gruppen kann man sich hier informieren.

Play-off-Ergebnisse Hinspiel | Rückspiel

HC Kriens-Luzern (SUI) - Limoges Handball (FRA): 36:29 (17:14) | 28:36 (16:16)
Viertelfinale: Limoges Handball - THW Kiel

VfL Gummersbach - MT Melsungen: 29:26 (15:13) | 25:29 (13:14)
Viertelfinale: MT Melsungen – Bidasoa Irun (ESP)

Sporting Lissabon (POR) - GOG (DEN): 33:31 (17:15) | 31:34 (15:15)
Viertelfinale: GOG (DEN) - SG Flensburg-Handewitt

FC Porto (POR) - Fenix Toulouse (FRA): 35:28 (16:16) | 28:30 (12:12)
Viertelfinale: FC Porto (POR) - Montpellier HB (FRA) 

Fotos: Limoges Handball