Nächstes Bundesliga-Endspiel: Sonntag kommt Leipzig
Leipziger Pflichtspiel-Debüt in Kiel
Die Partie am Sonntag ist das erste Pflichtspiel überhaupt, das der THW Kiel in der Sparkassen-Arena gegen den SC DHfK Leipzig bestreitet. Wohl auch deshalb reisen rund 100 Fans aus der Messestadt mit nach Kiel. Für die Spieler des SC DHfK ist der Handball-Kulttempel allerdings kein Unbekannter: Beim "Unser Norden"-Cup vor der Saison schnupperten die Leipziger schon einmal Sparkassen-Arena-Luft: "Das was für uns kein normales Vorbereitungsturnier. Bis auf ein paar Neuzugänge mit Bundesligaerfahrung war es für die meisten von uns das erste Spiel in der Sparkassen-Arena - das war ein Traum", sagt Leipzigs Torhüter Felix Storbeck. "Man kennt die Halle und die Zuschauer aus dem Fernsehen, und dann läuft man selbst hier ein und klatscht mit den Spielern ab. Das war ein wichtiger Start für die Saison."
DHfK punktet kräftig
Neustart mit Sieg in Magdeburg
Auch der Neustart gelang dem SC DHfK - und wie: Den heimstarken SC Magdeburg führten die Leipziger im Ost-Derby teilweise vor, gewannen mit 31:27, bauten den Abstand auf die Abstiegsplätze auf zehn Punkte aus. Ein Garant war dabei Torhüter Jens Vortmann, der aus der Insolvenzmasse des HSV Hamburg nach Leipzig übersiedelte. Die Sachsen tankten in der Börde viel Selbstvertrauen für die Reise in den Norden. "Wir haben die Erwartungen, die andere und wir selbst an uns hatten, übertroffen", so Storbeck. "Bisher ist es für uns eine geniale Saison!" Man werde in Kiel ohne Druck aufspielen können, sagt der Keeper. "Mal sehen, was dann geht." Der THW Kiel wird dabei erneut auf vier seiner Leistungsträger verzichten müssen: Patrick Wiencek, Rene Toft Hansen, Christian Dissinger und Steffen Weinhold können verletzungsbedingt weiterhin nicht mitwirken, dafür ist Neuzugang Blazenko Lackovic spielberechtigt.
Ticket für Spiel Nummer 9 nutzen!
Bisher gab es lediglich zwei Pflichtspiel-Duelle zwischen dem THW und den Leipzigern: Im Oktober 2012 gewannen die "Zebras" in der 3. Runde des DHB-Pokals mit 43:27 gegen den damaligen Zweitligisten DHfK, und auch im Hinspiel siegten die Kieler. Nach 60 zum Teil spannenden Minuten holten die "Zebras" einen 38:33-Erfolg (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Anwurf ist um 15 Uhr, Sport1 zeigt das Spiel, das von den Schiedsrichtern Christian Moles und Lutz Pittner geleitet werden wird, live. Der Live-Ticker auf der THW-Homepage informiert ebenfalls über das Geschehen in der seit Wochen ausverkauften Sparkassen-Arena. Dauerkarten-Inhaber nutzen bitte das Ticket mit der Spielnummer 9 (Aufdruck: HC Erlangen). Nach der Partie wird Marko Vujin zum Interview in der Fan-Arena erwartet. "Wir wollen die zwei Punkte - unbedingt. Dafür werden wir am Sonntag alles geben müssen, und wir sind bereit", kündigt der serbische Linkshänder des THW an. Also: Auf geht's, Kiel!
Ekberg: "Müssen zu einhundert Prozent da sein!"
KN: Aufbruchstimmung
Kiel. Es ist verlockend, vor dem Spiel des THW Kiel gegen den SC DHfK Leipzig am Sonntag (15 Uhr, Sparkassen-Arena) auf das Torverhältnis zu schauen. Seit der Niederlage der Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch gegen die SG Flensburg-Handewitt ist der Titelkampf in der Handball-Bundesliga völlig offen. Nach Minuspunkten liegen Löwen und Zebras gleichauf. 13 Tore trennen die Kontrahenten momentan. THW-Coach Alfred Gislason bremst am Freitag die Euphorie: "Torverhältnis? Es ist wichtig, dass wir gegen Leipzig gewinnen." Leipzig, dieser starke, spannende Aufsteiger, der sich in der Winterpause noch einmal verstärkt hat. Zum Beispiel mit Torwart Jens Vortmann vom insolventen HSV, der die Leipziger prompt zu einem sensationellen 31:28 in Magdeburg führte. "Er zeigt, warum er beim HSV war, ein guter Typ", sagt Vortmanns Ex-Kollege Dener Jaanimaa. Der Este im Zebra-Trikot freut sich auf das Duell mit den Leipzigern, will unbedingt spielen. "Die spielen sehr schnell, haben eine aggressive Abwehr." Nach der hohen Belastung der letzten Tage mit den Spielen in Flensburg sowie gegen Gummersbach und Plock gab Gislason seinen Spielern am Freitag trainingsfrei. Allen Defiziten zum Trotz: In der Schlussphase des 26:24-Krimis gegen Plock zeigten sich die Kieler frisch im Kopf, entschlossen. "Sie haben am Ende sehr genau die Taktik umgesetzt", so Gislason. "Wir wollen in Kiel an unseren Auftritt in Magdeburg anknüpfen", sagt der Leipziger Chefcoach Christian Prokop. Der SC, der auf Abwehrspezialist Thomas Oehlrich (Daumenbruch) verzichten muss, wird nach der Begegnung in Kiel bleiben, wie Geschäftsführer Karsten Günther ankündigte. Am Mittwoch muss der Aufsteiger auf seiner Nord-Tournee in Flensburg antreten. In Leipzig, wo Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar im Aufsichtsrat sitzt und im Hintergrund die Fäden zieht, feierte man am Donnerstag einen ganz besonderen Coup: die Verpflichtung von Europameister Niclas Pieczkowski (TuS N-Lübbecke) zur neuen Saison. Der 26-Jährige soll Philipp Pöter als Spielmacher ersetzen, der zur HSG Wetzlar wechselt. "Ich spüre Aufbruchstimmung in Leipzig. In der Stadt herrscht eine Euphorie für Handball", sagte Pieczkowski am Freitag gegenüber unserer Zeitung. "Außerdem weiß ich, was der Trainer kann." Pieczkowski arbeitete 2013 bereits in Essen mit Prokop als Trainer. Auch "Kretzsche" habe um den Rechtshänder geworben, für den Leipzig "keine Eintagsfliege" sei. "Leipzig hat unglaubliches Potenzial, dieser Wechsel wird mich weiterbringen." (Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 20.02.2016)