Abschied nach insgesamt 16 Jahren THW Kiel: Danke, Filip!

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Abschied nach insgesamt 16 Jahren THW Kiel: Danke, Filip!

Als am 22. März 2007 bekannt gegeben wurde, dass der THW Kiel Filip Jicha ab spätestens 2008 vom TBV Lemgo verpflichten würde, feierte der damalige Manager Uwe Schwenker den Tschechen als "begehrtesten Rückraumspieler der Welt". Das war er wohl tatsächlich bereits zu diesem Zeitpunkt, doch so richtig Fahrt aufnehmen sollte die Karriere des jungen Filip Jicha erst im THW-Trikot mit der inzwischen legendären "39" - und ein Jahr früher als geplant: Im Sommer 2007 begann das, was Filip Jicha zu einer Zebra-Legende werden ließ.

Akribische Karriereplanung

Ein Handballspieler in einem schwarz-weißen Trikot springt in die Höhe und macht sich bereit, den Ball zu werfen, während im Hintergrund ein vollbesetztes Stadion zu sehen ist.Vorbereitet auf seine Zeit in Kiel hatte sich der damals noch 24-Jährige akribisch: Mit 18 verließ er seine Heimat Pilsen in Richtung Hauptstadt: Bei Dukla Prag wurde er zum "größten Talent Tschechiens", nach drei Jahren ging er zu St. Otmar St. Gallen in die Schweiz, lernte Deutsch. Nach weiteren zwei Jahren und einigen kurzfristigen Zwischenstationen zog es ihn zum TBV Lemgo, der auch dank der Tore des Rechtshänders den EHF Cup gewann - Jichas erster Titel auf europäischem Boden. Und 2007 folgte der Wechsel nach Kiel. "Ich würde gerne noch mehr Titel gewinnen, deshalb gehe ich nach Kiel. Der Erfolg steht für mich über allem", hatte Jicha in seinem ersten Interview gesagt. Dem ließ er Taten folgen. Filip Jicha lieferte ab, wurde mit viel Einsatz, Leidenschaft und seinen außergewöhnlichen Qualitäten zu einem Leistungsträger der Zebras und prägte die Ära der erfolgreichsten Kieler Mannschaft aller Zeiten. 

Spieler-Legende Filip Jicha

Auf einer Sporthalle steht ein lächelnder Sportler in einem weißen Trikot, der zwei große Pokale in den Händen hält und eine Goldmedaille um den Hals trägt.Der heute 44-Jährige wurde in Kiel zum Welthandballer, Mitglied der "Hall of Fame" des europäischen Handballs, zweimal Handballer des Jahres in Deutschland, viermal Sportler des Jahres in Kiel, Spieler und später auch "Trainer der Saison" in der Handball-Bundesliga - nur ein Auszug der persönlichen Auszeichnungen und Ehrungen, die Filip Jicha in insgesamt 16 Jahren beim THW Kiel sammelte. Mit der Zebra-Mannschaft gewann er zwischen 2007 und 2015 alles, was man im Vereinshandball gewinnen kann - darunter sieben Mal die Deutsche Meisterschaft, fünf Mal den DHB-Pokal und zweimal die EHF Champions League. Dass er alles dem Erfolg unterordnet, bewies Jicha nicht erst in der legendären Saison 2013/2014, in der sich der THW Kiel mit den Rhein-Neckar Löwen über Wochen eine Tempo- und Torejagd lieferte, wie es sie zuvor und bis heute nie gegeben hat. Eine Saison, in der die Zebras nach einem ausgerechnet im Spiel beim TBV Lemgo erlittenen Bänderriss im Sprunggelenk kaum noch auf eine Rückkehr von Filip Jicha gehofft hatten, er sich aber in den Dienst des THW Kiel stellte: Nur eine Woche später stand Jicha wieder auf dem Feld, drei Spiele später erzielte er in der letzten Saison-Partie gegen die Füchse Berlin elf Treffer, sorgte mit seinem Lauf quer durch die Ostseehalle für d i e Bilder der Zwei-Tore-Meisterschaft.

Wiedersehen auf der Trainerbank

Vier Männer in einheitlichen Mannschaftstrikots feiern mit Medaillen und einem großen Pokal, lächeln und machen gemeinsam ein Selfie in einer Umkleidekabine.Allerdings: Der Körper erholte sich nicht mehr von diesem Einsatz für die Zebras, im Sommer 2015 zog Filip Jicha die Reißleine und wechselte kurzfristig zum FC Barcelona. Weniger Belastung in der spanischen Liga, ein klangvoller Name mit gutem wirtschaftlichen Background, eine stattliche Ablöse für die Zebras - alles Gründe, dem THW Kiel "Auf Wiedersehen" zu sagen. Das gab es 2018, ein Jahr nach seinem offiziellen Karriereende: Unter der Federführung von Viktor Szilagyi kam Jicha als zunächst Co-Trainer von Alfred Gislason zurück an die Förde. Im Sommer 2019 wurde er dann Cheftrainer des THW Kiel. Auch diese Zusammenarbeit war eine Erfolgsgeschichte: 2020 triumphierte der THW Kiel unter Jichas sportlicher Führung in der Champions League. Der Tscheche war damit der erste Handballer, der als Spieler und Trainer die wichtigste Trophäe des Clubhandballs in Köln holte.

Kiel verneigte sich vor Filip Jicha

Die Zuschauer sitzen unter einem großen Schild, auf dem zwei gezeichnete Gesichter und ein Trikot mit der Aufschrift „THW Kiel 39 Jicha“ zu sehen sind, das von einer dramatischen Beleuchtung in der Halle in Szene gesetzt wird, in der der THW Kiel das Heimspiel gegen Hannover-Burgdorf mit 29:26 gewinnt.2020, 2021 und 2023 gewann der THW Kiel mit Filip Jicha an der Seitenlinie die Deutsche Meisterschaft, 2022 und 2025 den DHB-Pokal, hinzu kamen vier Erfolge im Super Cup.Eine Wahnsinns-Karriere in Schwarz-Weiß, die am 22. März 2007 mit einer Pressemeldung begann, über die Jahre mit viel Leben gefüllt wurde und Filip Jicha zu einer THW Kiel-Legende werden ließ: Nach dem erfolgreichen Heimspiel gegen Hannover verabschiedete sich der Star-Handballer und Meister-Trainer gemeinsam mit seiner Familie nach insgesamt 16 Jahren beim THW Kiel, 391 Spielen und 2125 Toren im schwarz-weißen Trikot mit der "39" und acht Jahren als Trainer von den Zebras und den Fans. Kiel verneigte sich noch einmal vor Filip Jicha - dem mit 33 Titelgewinnen erfolgreichsten Zebra aller Zeiten. Danke, Filip!

Filip Jicha und der THW Kiel

Zwei männliche Sportler in weißen Trikots sitzen auf dem Boden und feiern. Der eine umarmt einen großen Pokal, während der andere eine Champagnerflasche in der Hand hält und eine schwarze Mütze trägt. Um sie herum liegt Konfetti verstreut.

2007-2015
2018-2026

3x Champions-League-Sieger
10x Deutscher Meister
8x Deutscher Pokalsieger
1x Super-Globe-Sieger
1x Champions-Trophy-Sieger
1x EHF-Pokalsieger
9x Supercup-Sieger

Mehr Informationen und Details auf der Filip-Jicha-Seite im THW-Archiv.