Nächste Herausforderung im tiefen Süden: THW Kiel am Samstag in Göppingen gefordert

Bundesliga

Nächste Herausforderung im tiefen Süden: THW Kiel am Samstag in Göppingen gefordert

Aus dem hohen Norden in den tiefen Süden: Nach der kürzesten Europa-Tour zum Auswärtsspiel in Flensburg am Dienstag gehen die Zebras jetzt auf die mit rund 780 Kilometern zweitweiteste Reise in der DAIKIN Handball-Bundesliga. Denn der THW Kiel ist am Samstagabend ab 19 Uhr in der "Hölle Süd" bei Frisch Auf! Göppingen gefordert. Den Kampf um zwei wichtige Punkte im Rennen um die Champions-League-Plätze überträgt Dyn live aus der ausverkauften EWS Arena.

Perfekter Neustart nach der EM

Ein lächelnder Mann mit feierlich erhobenen Armen steht vor einer Gruppe von Menschen und einem Zebra-Maskottchen, während im Hintergrund eine jubelnde Menge zu sehen ist.Auswärtssieg bei den Rhein-Neckar Löwen (28:27), Champions-League-Sieger-Besieger gegen Magdeburg (31:29) und zuletzt der 32:30-Erfolg in der EHF European League in Flensburg: Drei Spitzenspiele, drei vielbeachtete Siege - der Neustart nach der Europameisterschaft ist der Mannschaft und dem Trainerstab des THW Kiel perfekt gelungen. In Mannheim gab es den ersten Zebra-Jubel seit November 2023. In Kiel waren die Schwarz-Weißen die erste Mannschaft überhaupt, die das Nonplusultra im europäischen Handball aus Magdeburg in dieser Spielzeit besiegen konnte. Und in Flensburg beendeten die Zebras eindrucksvoll ihre Derby-Negativserie aus fünf Niederlagen in Folge. "Der Sieg in Mannheim war eine Reifeprüfung, der Sieg gegen Magdeburg war außergewöhnlich. Und dann übernehmen andere in Flensburg Verantwortung und wir holen den Sieg dort, wo es immer schwer ist. Das macht einen Trainer schon ein wenig stolz auf seine Mannschaft", sagte Filip Jicha nach dem Triumph im hohen Norden. Was ihn angesichts der drei starken Auftritte besonders freut? "Die mentale Frische, die wir nach der Europameisterschaft, wo viele unserer Spieler sehr gefordert waren, zeigen."

Zebras wollen nächsten Entwicklungsschritt machen

Ein männlicher Handballspieler in einem weiß-schwarz gestreiften Trikot läuft während eines Spiels auf einem Hallenplatz. Im unscharfen Hintergrund sind Zuschauer auf der Tribüne und ein weiterer Spieler in einem grünen Trikot zu sehen.Jetzt wollen die Zebras die "Welle", auf der sie ins Jahr 2026 gestartet sind, weiter reiten. Die Zebras wollen weiter Spaß haben am Erfolg, weiter punkten. "In Göppingen liegt jetzt der wahre Entwicklungsschritt, wir dürften jetzt nicht nachlassen", fordert Jicha vollen Fokus auf die nächste Partie, vollen Einsatz von seiner Mannschaft am Samstag. Jicha mahnt und konkretisiert: "In der 'Hölle Süd' kannst du ohne Probleme verlieren, wenn du nicht bereit bist. Der Entwicklungsschritt, den wir dort machen wollen, ist, dass wir bereit sind, dass wir unsere Qualität aufs Feld bringen und das unterbinden, was Frisch Auf! Göppingen so stark macht." Das zeigte die Mannschaft aus Baden-Württemberg im November in Kiel: Da bot sie eine kompakte Leistung in Abwehr und Angriff, ließ den THW Kiel nie enteilen und hatte bis kurz vor dem Abpfiff die Chance in ihren Händen, Zählbares aus der Wunderino Arena zu entführen. Doch am Ende jubelten die Jungs in Schwarz-Weiß, gewannen die Zebras dank einer Energieleistung noch mit 34:30 (siehe Spielbericht).

Fragezeichen hinter einigen Kielern

Ein Handballspieler in einem weiß-schwarzen Trikot springt, um den Ball zu werfen, während ein Verteidiger in einem grünen Trikot und ein Torwart in Rot versuchen, ihn während eines intensiven Spiels in einer überfüllten Halle zu blockieren.Bester Torschütze der Kieler im Hinspiel war Bence Imre, der neunmal ins Schwarze traf, viermal von der Siebenmeterlinie. Bei den Gästen, deren Kader wir bereits im Vorbericht zum ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison ausführlich vorgestellt hatten, imponierte vor allem Mittelmann Ludvig Hallbäck. Der Schwede erzielte acht Tore, ist inzwischen aber nicht mehr Teil des Teams. Er wechselte im Tausch mit Ole Pregler mitten in der Saison zum VfL Gummersbach. Überzeugend war im November der Auftritt von THW-Linkshänder Harald Reinkind: Der Norweger war fünfmal erfolgreich, und dennoch lobte er nach den 60 intensiven Hinspiel-Minuten den Gegner: "Göppingen hat uns bis zum Schluss unter Druck gesetzt, stellte eine starke Abwehr, wir konnten uns nie sicher sein. Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben." Kein Wunder also, dass die Kieler am Freitag mit Respekt auf die Reise nach Baden-Württemberg gehen. Nicht mit an Bord werden die verletzten Linkshänder Emil Madsen und Jesse Dahmke sein, hinter einigen weiteren Zebras - wie zum Beispiel Elias Ellefsen á Skipagötu - steht aufgrund von Blessuren ein Fragzeichen für die Doppelreise, die den THW Kiel direkt weiter nach Irun in Spanien führen wird, wo am Dienstag (20:45 Uhr) das zweite Hautrunden-Spiel stattfindet.

Göppingen rangiert aktuell auf Platz elf

Ein männlicher Handballspieler in einem grünen Trikot springt in der Luft, hält einen orangefarbenen Ball und bereitet sich auf den Wurf vor. Eine große Menschenmenge im Hintergrund verfolgt das Geschehen mit Spannung.

Ex-Zebra: Oskar Sunnefeldt (Foto: Jürgen Weber)

Die Göppinger indes freuen sich auf ihr "Spiel des Jahres" in der EWS Arena, die bis auf einige Stehplätze schon seit Wochen ausverkauft ist. Trainer Benjamin Matschke kann auch gegen den THW Kiel auf seine torhungrigsten Akteure vertrauen: Linksaußen Marcel Schiller ist mit 110 Treffern einmal mehr erfolgreichster Frisch Auf!-Werfer, ihm folgt nach dem Abschied von Hallbäck das ehemalige Zebra Oskar Sunnefeldt (64) vor Erik Persson (52). Im Tor ist Kristian Saeveras die Nummer eins, aber auch Julian Buchele hält rund ein Viertel aller Würfe auf seinen Kasten auf. Aktuell rangiert der Altmeister auf Rang elf, weil die Göppinger die Start-Euphorie, die sie bis Mitte November auf Platz acht der Tabelle hochspülte, nicht bis in den Dezember mit Spielen gegen die Top-Teams der Liga retten konnten. So steht das Unentschieden gegen Minden bisher als einziger Punktgewinn 2026 zu Buche, da sich Frisch Auf! bei der MT Melsungen nach großem Kampf und einem engen 14:16-Halbzeitrückstand letztlich doch klar mit 23:31 geschlagen geben musste.

Infos zum Spiel 

Das Nord-Süd-Duell in der EWS Arena wird am Samstag um 19 Uhr von den beiden Unparteiischen Ramesh und Suresh Thiyagarajah angepfiffen. Für die vielen Kieler Fans in Baden-Württemberg reist auch der mobile Fanshop der Zebras wieder an: Ihn findet man wie in den Vorjahren außen vor der Arena. für alle, die Schwarz-Weiß nicht vor Ort, sondern vor dem Fernseher unterstützen möchten, überträgt der Handball-Streamingdienst Dyn live. Weiter geht's in Göppingen, Kiel!

Text: Reimer Plöhn / Fotos: Sascha Klahn