
Zebra-Update: Der Vorrunden-Auftakt der EHF EURO 2026 aus Sicht der THW Kiel-Stars
Die EHF EURO 2026 ist gestartet! Und die Mehrzahl der international aktiven Zebras hatte am ersten Spieltag der Handball-Europameisterschaft Grund zum Jubeln: Andreas Wolff, Lukas Zerbe und Rune Dahmke besiegten mit der DHB-Auswahl Nikola Bilyks Österreicher, Bence Imre und Magnus Landin feierten ebenso Auftakt-Siege mit ihren Nationalmannschaften. Der neunfache Torschütze Elias Ellefsen á Skipagötu sicherte den Färöern einen Punkt gegen Lukas Laubes Schweizer.
Deutschland besiegt Österreich
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat gleich zu EM-Beginn ein Erfolgserlebnis auf die Habenseite gepackt. Im prestigeträchtigen Duell mit Nachbar Österreich gewann das DHB-Team auch dank starker Zebras mit 30:27 (12:8). Vor nur 5820 Zuschauern in Herning war THW-Torhüter Andreas Wolff mit zwölf Paraden und einer Quote von 35 Prozent gehaltener Würfe ein starker Rückhalt für die deutsche Mannschaft. THW-Rechtsaußen Lukas Zerbe glänzte mit 6/3 Treffern und war damit zweitbester Torschütze der DHB-Auswahl hinter Kapitän Johannes Golla (7). Auch Julian Köster, der im Sommer nach Kiel wechseln wird, hinterließ offensiv wie defensiv einen starken Eindruck: Der Rückraumspieler kam am Ende auf drei Treffer, vier Torvorlagen waren der Bestwert in der deutschen Mannschaft. Die erwischte einen Traumstart in die Begegnung, führte schnell mit 4:1 und stellte eine phänomenale Abwehr. Allerdings ließen einige überhastete Abschlüsse auf das wegen des siebten Feldspielers leere österreichische Tor und einige Möstl-Paraden den DHB-Gegner wieder ins Spiel kommen, doch auch nach dem 6:6 ging das Team von Zebra-Rückraumspieler Nikola Bilyk nicht einmal in Führung. Bis zur Pause hatte das DHB-Team ein 12:8 herausgeworfen, und trotzdem wurde es gegen Ende einer hart umkämpften Partie noch einmal spannend, als Österreich bis auf zwei Tore herankam. Ein gehaltetener Siebenmeter von Andreas Wolff und das Tor von Lukas Zerbe zum 28:25 (57.) schraubten dann aber den Deckel auf den erfolgreichen Start der DHB-Auswahl.
Zufriedene Gesichter beim DHB-Team, das auf einen Einsatz von Rune Dahmke verzichtete. Enttäuscht verließ hingegen Bilyk mit seinen Mitspielern den Platz. Der Kieler Kapitän traf in 37 Minuten Einsatzzeit einmal. Österreich trifft am zweiten Spieltag am Samstag um 18 Uhr auf Spanien (live bei Dyn und unter www.sportschau.de), das den Auftakt gegen Serbien mit einiger Mühe 29:27 gewann. Deutschland spielt am gleichen Abend um 20:30 Uhr gegen Serbien (live bei Dyn und in der ARD Sportschau).
Dänemark mit Kantersieg gegen Nordmazedonien
Keine Probleme zum Auftakt für den großen Titelfavoriten Dänemark: Mit 36:24 fegten die Dänen die Mannschaft aus Nordmazedonien aus der Halle "irgendwo im Nirgendwo" in Herning. Die entwickelt sich immer dann, wenn der Gastgeber spielt, zum Zentrum des Landes: 15.000 rot-weiße Fans sorgten einmal mehr für eine außergewöhnliche Atmosphäre, in der der Kieler Linksaußen Magnus Landin eine Halbzeit lang zum Einsatz kam und zwei Treffer erzielte. Beste Torschützen für den viermaligen Weltmeister waren in dem ungleichen Duell, das schon zur Pause angesichts einer 17:12-Führung vorentschieden war, Simon Pytlick (9) und Mathias Gidsel (8).
Neun á Skipagötu-Tore gegen die Schweiz
Heimspiel für Elias Ellefsen á Skipagötu und seine Färinger: Rund 6.000 Fans der jungen Mannschaft machten sich auf den Weg nach Oslo und peitschten ihre Mannschaft zu einem sensationellen Unentschieden gegen die Schweiz. Mittendrin: Der Kieler Spielmacher, dessen Einsatz aufgrund einer Schulterverletzung lange Zeit fraglich war, erzielte neun Tore und legte vier weitere auf. Lange Zeit sah es sogar nach einem klaren Sieg der Mannschaft von den Inseln im Atlantik aus, doch nach dem 19:13 zeigte die Schweiz mit einem 8:0-Lauf ihre wahre Stärke. Nach einer dramatischen Schlussphase, in der die Schweiz kurz vor Ende am färingischen Torwart scheiterte und der Gegner doch noch zum Ausgleich kam, und der Punkteteilung wurde Elias Ellefsen á Skpiagöt zum "Player of the match" gewählt. Ihn konnte nicht einmal der THW-Kreisläufer Lukas Laube stoppen.
Ungarn mit klarem Sieg gegen Polen
Guter Start für Bence Imres Ungarn: Vor nur 3212 Fans in Kristianstad schugen die Magyaren die Auswahl Polens klar und duetlich mit 29:21 (14:10). Der junge Kieler Rechtsaußen kam nur für Siebenmeter auf die Platte, verwandelte aber alle vier sicher. Überragender Mann beim Sieger war indes Kristof Palasics: Der Torhüter der MT Melsungen hielt 13 Würfe, darunter alle vier (!) Siebenmeter der Polen.
Schweden und Kroatien siegreich
Erst am Samstag stieg mit der schwedischen Mannschaft auch Gastgeber Nummer drei der EHF EURO 2026 in das Turnier ein. Vor 11.800 Zuschauern in Malmö traf das Team um den Kieler Rückraumspieler Eric Johansson auf die Niederlande und löste diese erste schwierige Aufgabe ganz sovuerän - und das auch aufgrund des in nur 16 Minuten Spielzeit wie entfesselt auftretenden Eric Johansson. Der Kieler erzielte fünf seiner sechs Treffer in den ersten 30 Minuten und leistete so einen großen Beitrag zur 16:12-Pausenführung. Am Ende jubelte Schweden über den 31:26-Erfolg.
Auch THW-Kreisläufer Veron Nacinovic startete erfolgreich in die EM: Mit der kroatischen Nationalmannschaft traf der 2,03-Meter-Hüne zum Auftakt der Gruppe E auf Georgien. Die Kroaten hatten dabei mehr Probleme als erwartet, führte der Underdog doch nach 19 Minuten bereits mit 12:6. Bis zur Pause hatte Kroatien diesen Rückstand allerdings in eine 15:14-Führung umgewandelt, die Partie blieb allerdings bis in die Schlussphase hart umkämpft. Letztlich siegte Kroatien 32:29, Nacinovic kam bei seiner EM-Premiere 2026 auf insgesamt 21 Minuten Spielzeit.












