Rune Dahmke: Derby-Magie aus Rivalität, Leidenschaft und Emotionen

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Rune Dahmke: Derby-Magie aus Rivalität, Leidenschaft und Emotionen

Wenn der THW Kiel am heutigen Samstag auf die SG Flensburg-Handewitt trifft, stehen im Handball-Land Schleswig-Holstein die Uhren still. Dann gibt es nur Handball, und irgendwie scheint es dabei immer auch um mehr als zwei Punkte zu gehen. Für Rune Dahmke ist dieses Aufeinandertreffen der Erzrivalen längst ein wichtiger Teil seiner eigenen Geschichte. Der gebürtige Kieler bestreitet inzwischen sein 32. Derby - und ist mit der besonderen Rivalität zwischen beiden Clubs praktisch groß geworden.

Ein Viertel aller Derbys mit Rune Dahmke 

Ein Handballspieler in einem weißen Trikot mit der Nummer 23 springt in die Luft, um den Ball zu werfen, während seine Gegner in blauen und roten Trikots zusehen. Der Hintergrund zeigt eine unscharfe Menschenmenge in einer Sporthalle.Zum insgesamt 116. Mal treffen heute die beiden Erzrivalen aus Kiel und Flensburg aufeinander. Eine Zahl, die für sich genommen schon außergewöhnlich ist. Über Jahrzehnte hinweg haben sich die beiden Handball-Schwergewichte aus der Nachbarschaft nicht nur erbitterte Duelle um die Vorherrschaft im Land zwischen den Meeren geliefert. Immer wieder ging es auch um Deutsche Meisterschaften, Pokalsiege - und zweimal standen sich beide Teams sogar im Finale der Champions League gegenüber. Kiel gegen Flensburg – das ist Handball auf absolutem Weltklasse-Niveau, gewürzt mit einer Extra-Prise Emotion, Dramatik und Leidenschaft, die nur dieses Derby entfalten kann. Mittendrin ein gebürtiger Kieler: Mehr als ein Viertel dieser Spiele hat Rune Dahmke live auf dem Feld mitgestaltet.

Riesen-Rivalität zwischen beiden Clubs

Ein männlicher Handballspieler in einem weißen Trikot bereitet sich darauf vor, den Ball zu werfen, während er während eines Hallenspiels von Gegnern in schwarzen und grünen Trikots umgeben ist. Im Hintergrund ist das Publikum zu sehen."An mein erstes Derby-Erlebnis kann ich mich nicht genau erinnern", erzählt Dahmke. "Ich weiß nur noch, wie unglaublich aufgeregt ich immer war, wenn ich als Kind mit in die Halle durfte und es gegen Flensburg ging." Dieses Gefühl habe sich eingebrannt. "Die Stimmung war immer etwas ganz Besonderes. Schon beim Aufwärmen hast du gespürt, dass heute etwas anders ist als bei einem normalen Spiel. Deshalb waren die Derbys für mich als kleiner THW-Fan immer die coolsten Spiele." Die Magie dieses Duells speist sich für ihn auch aus der Geschichte. Dahmke denkt dabei an legendäre Spieler und hitzige Szenen: "Ich erinnere mich zum Beispiel an die legendäre Derby-Zeit von Stefan Lövgren gegen Joachim Boldsen", erzählt er. "Oder an das Champions League-Finale 2007 mit Hin- und Rückspiel. Da ging es darum, wer sich zuerst Europas Krone aufsetzt. Die oder wir. Und das spiegelte sich in den 120 Finalminuten wider, in denen es fast zur Schlägerei kam." Solche Momente hätten das Derby geprägt - und stehen bis heute für die große Rivalität zwischen Kiel und Flensburg.

Derby-Geist wird weitergetragen

Ein Handballspieler in einem weißen Trikot springt mit ausgestrecktem Arm in die Luft, um den Ball zu werfen, während die Zuschauer in der vollbesetzten Arena das Spiel aufmerksam verfolgen.Über die Jahre hat Dahmke dann erst als junger Spieler und heute als Kapitän des THW Kiel erlebt, wie sich diese entwickelt hat. "Mein Eindruck ist, dass es früher deutlich hitziger war", sagt er. "Diese extreme Rivalität war damals stärker ausgeprägt." Verschwunden sei sie aber keineswegs. "Man merkt immer noch, dass dieser besondere Geist weitergetragen wird. Niemand möchte sich die Blöße geben, eines dieser Spiele zu verlieren." Dass das Landes-Duell extreme Emotionen hervorruft, weiß der Linksaußen aus eigener Erfahrung. Besonders schmerzhaft sei eine deutliche Heimniederlage gewesen. „Wir haben damals mit acht Toren verloren. Dieses Spiel würde ich am liebsten komplett aus meinem Gedächtnis streichen." Umso größer sei die Freude über Siege - vor allem vor eigenem Publikum oder in der hitzigen Atmosphäre der Flensburger Halle. "Wenn wir dort gewinnen, sind das immer ganz besondere Momente."

"Ich freue mich auf unseren Hexenkessel"

Ein männlicher Handballtorwart des THW Kiel in einem roten Trikot schreit und ballt die Faust zum Jubel. Der Umschlag des Zebra-Magazins ist mit deutschem Text und verschiedenen Sponsorenlogos versehen und hebt die Hallenheft-Ausgabe hervor.Kein Wunder also, dass ein Heimderby für ihn zu den Höhepunkten jeder Saison zählt. "Gerade wenn wir gewinnen, gehört es definitiv zu den Highlights", sagt Dahmke. "Die Ergebnisse aus diesen Spielen tragen Spieler und Fans durch die ganze Saison. Jeder erinnert sich daran, wie man gegen Flensburg abgeschnitten hat." Besondere Derby-Rituale hat Dahmke trotzdem nicht. "Ich mache am Spieltag genau das Gleiche wie sonst auch." Allerdings: "Vor dem Derby überwiegt bei mir eher die Anspannung als die Vorfreude - auch wenn man sich natürlich wünschen würde, dass es umgekehrt ist", sagt er. "Man weiß einfach, wie wichtig diese Spiele sind und möchte sie unbedingt gewinnen." Und deshalb ist Rune Dahmke auch heute bereit, gemeinsam mit der "weißen Wand" ein weiteres, erfolgreiches Kapitel Derby-Geschichte zu schreiben. "Wir brauchen in diesen Spielen besonders die Emotionen von den Tribünen. Denn nur so können wir erfolgreich sein. Ich freue mich auf unseren Hexenkessel!" Aus dem Arena-Magazin ZEBRA zum Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt am 14. März 2026. Hier kann man die kompette Ausgabe lesen: ZEBRA-Lesestoff)