
Weitere
EHF EURO 2026 Update aus Zebra-Sicht: Gold, Silber und Bronze für den THW Kiel!
Bronze, Silber und Gold - diese EHF EURO 2026 hat für die Stars des THW Kiel einmal mehr die komplette Palette an Medaillenfarben erbracht. Magnus Landin krönte sich mit dem EM-Gewinn zur Titel-Legende, die alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Rune Dahmke, Andreas Wolff und Lukas Zerbe holten nach einem packenden Finale wie schon bei den olympischen Spielen von Paris Silber, und Veron Nacinovic jubelte mit Domagoj Duvnjak auf der Tribüne über Kroatiens Sieg im "kleinen Finale" gegen Island und die Bronzemedaille. Das letzte Zebra-EM-Update 2026.
Dänemark siegt im Finale gegen Deutschland
Großer Kampf, mehr als 50 Minuten auf Augenhöhe. Am Ende aber reichte es für die deutsche Handball-Nationalmannschaft wieder nicht, den Favoriten Dänemark in einem Finale in die Knie zu zwingen. Am Sonntagabend feierten die Skandinavier mit dem zu hoch ausgefallenen 34:27 (18:16)-Sieg im mitteldänischen Herning den Gewinn der Europameisterschaft. Vor 15 000 begeisterten Fans und vor den Augen der dänischen Königin Mary, Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sowie Bundeskanzler Friedrich Merz machte Dänemark damit das erhoffte Triple mit Olympia-Gold, Weltmeisterschaft und EM-Titel perfekt. Und der THW feierte mit: Linksaußen Magnus Landin kehrt mit der Goldmedaille zurück nach Kiel, Silber errangen Rune Dahmke, Andreas Wolff und Lukas Zerbe, Torwarttrainer Mattias Andersson und Mannschaftsarzt Dr. Philip Lübke.
Andreas Wolff im Allstar-Team
Trotz der Niederlage, die um mehrere Tore zu hoch ausfiel, weil die DHB-Auswahl bis zur 55. Minute nur knapp mit zwei Toren zurückgelegen hatte, freuten sich die deutschen Spieler, als ihnen die dänische Königin Mary die Silbermedaillen überreichte, ihnen für eine starke Leistung gratulierte. "Es war mehr drin", kommentierte Linkshänder Renard Uscins, der ausgerechnet im Finale nicht an seine bisher starken Leistungen bei der EM anknüpfen konnte. "Mitte der zweiten Halbzeit bissen sich die Dänen ihre Zähne an unserer Abwehr und Torhüter Andy Wolff aus. Aber im Angriff haben wir es nicht geschafft, uns dafür zu belohnen." Zum wertvollsten Turnierspieler wurde Dänemarks Welthandballer Mathias Gidsel gekürt, der außerdem den Goldenen Ball als erfolgreichster Torschütze des Turniers (68 Tore) erhielt. Der Kieler Torhüter Andreas Wolff schaffte den Sprung ins Allstar-Team, zweiter deutscher Akteur in diesem Kreis war Kapitän Johannes Golla.
Stolz auf die Leistung des DHB-Teams
DHB-Trainer Alfred Gislason umarmte nach der Partie jeden seiner Spieler, bedankte sich für die großartige Turnier-Leistung. "Wir gehen erhobenen Hauptes und sind Dänemark im Vergleich zum letzten Finale ein gutes Stück nähergekommen", analysierte Johannes Golla. "Es ist die zweite Silbermedaille binnen eineinhalb Jahren, und das mit einer ganz jungen Mannschaft. Das macht uns stolz." Einen personellen Schlag musste die DHB-Auswahl schon vor dem Finale verkraften: Kreisläufer Justus Fischer fiel mit einem Magen-Darm-Infekt aus, hatte sich vermutlich bei Mitspieler Tom Kiesler angesteckt. Der musste allerdings schon nach 14 Minuten nach einer harten Roten Karte auf der Tribüne Platz nehmen - eine weitere Hypothek im Abnutzungskampf gegen die Dänen.Starker Bald-Kieler Julian Köster
Beide Mannschaften gaben vor einer großartigen Kulisse in Herning alles. Überzeugend war erneut der Auftritt von THW-Rechtsaußen Lukas Zerbe, der mannschaftsdienlich spielte, und mit dafür sorgte, dass das deutsche Team immer auf Augenhöhe blieb, sich auch durch den 16:18-Rückstand zur Halbzeit nicht aus dem Tritt bringen ließ. Nach dem Wechsel lief vor allem Torhüter Andreas Wolff zu großer Form auf, stoppte die Dänen über weite Strecken mit Glanzparaden am Stück nahezu allein, verzeichnete am Ende 14 Paraden. Beide Teams blieben zunächst fünf Minuten ohne Treffer, ehe Lukas Zerbe Dänemarks Torhüter Kevin Möller mit feinem Händchen zum 20:22 (41.) überwand. Doch jetzt scheiterten die deutschen Angreifer zu häufig an Möller, der einen möglichen Vorsprung der DHB-Auswahl, die zumeist vom überragenden Noch-Gummersbacher und künftigen Kieler Julian Köster (vier Tore) angetrieben wurde, verhinderte.
Magnus Landin steigt in den Handball-Olymp auf
Über 24:26, 26:28 und 27:29 (55. Minute) blieben die Männer von Alfred Gislason an den Dänen dran, machten es dem Favoriten extrem schwer. Dann scheiterte Nils Lichtlein mit einem Siebenmeter an Nielsen, und Dänemark antwortete mit einem 5:0-Lauf zum letztlich verdienten Sieg. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff kassierte Jannik Kohlbacher zudem die zweite Rote Karte für ein unglückliches Foulspiel am Kreis. Dänemark hatte seine überragenden Kräfte in Torhüter Möller, Simon Pytlick (8 Tore), Mathias Gidsel (7) und Thomas Arnoldsen (5). THW-Linksaußen Magnus Landin spielte in den ersten 30 Minuten, war vor allem in der Abwehr eine große Stütze für den neuen Europameister, bei dem zuvor nur Rasmus Lauge einen EM-Titel feiern konnte. Landin stieg durch den Triumph von Herning in den Olymp derjenigen Handballer auf, die in ihrer Karriere alle wichtigen Titel mindestens einmal gewinnen konnten. Der frisch gebackene Europameister hatte zuvor unter anderem Olympia-Gold, vier Weltmeistertitel, den Sieg in der EHF Champions League und im EHF-Pokal sowie deutsche und dänische Meisterschaften, den Erfolg bei er U19-WM und diverse weitere Pokalsiege auf sich vereint.Bronze für Kroatien
Die Bronzemedaille baumelt um den Hals von Veron Nacinovic, der mit seinen Kroaten die Partie um Platz drei mit 34:33 (17:14) gegen Island gewann. Das Team vom Balkan erwischte einen Traumstart, führte in der 18. Minute mit 12:6 Toren. Auch, weil THW-Kreisläufer Veron Nacinovic ein ständiger Unruheherd am isländischen Kreis war, vier Treffer in der ersten Hälfte zur kroatischen Halbzeitführung beisteuerte. Mit 17:14 zu Gunsten der Kroaten wurden die Seiten gewechselt.
Und auch nach dem Wechsel blieben das Team von Trainer Sigurdsson spielbestimmend, führte zumeist mit drei, vier Toren, ehe Island in der Schlussphase näherkam, aber keine Wende mehr schaffte. Omar Ingi Magnusson war mit zwölf Toren bester Torschütze beim Verlierer, Tim Lucin mit neun für Kroatien. Veron Nacinovic verbuchte am Ende einer starken Partie sechs Treffer auf seinem Konto und nahm die Glückwünsche von THW-Kapitän Domgoj Duvnjak entgegen: Die kroatische Handballlegende hatte ihre Nationalmannschaftskarriere nach der WM 2025 beendet, stand bei den entscheidenden Spielen in Herning aber mitten im Fanblock der Kroaten und unterstützte sie von der Tribüne aus mit der Leidenschaft, die ihn berühmt gemacht hat. Ein starkes Ende kroatischer Festspiele bei der EHF EURO 2026 in Schweden, Norwegen und Dänemark!
Text: Reimer Plöhn / Fotos: Sascha Klahn / kolektiff












