
Zebra-EM-Update: Fünf Spieler des THW Kiel stehen im Halbfinale der EHF EURO 2026!
Lukas Zerbe, Rune Dahmke, Andreas Wolff, Magnus Landin und Veron Nacinovic haben es geschafft: Bei der Handball-Europameisterschaft stehen diese fünf Zebras im Halbfinale und kämpfen ab Freitag in Herning um die Medaillen der EHF EURO 2026! Am Mittwoch hatten sie und die drei weiteren noch im Wetbbewerb befindlichen Zebras den Fans einen wahrlich packenden dritten und letzten Hauptrunden-Spieltag beschert. Mehr Infos den Partien in Herning und Malmö mit Beteiligung des THW Kiel gibt es hier im Zebra-EM-Update.
Deutschland steht im Halbfinale
Jubel in Herning bei der deutschen Mannschaft und ihren Fans, Jubel vor den Fernsehschirmen in Deutschland: Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason steht nach einem packenden Spiel und einer grandiosen Leistung im Halbfinale der Handball-Europameisterschaft, schlug im letzten Hauptrundenspiel Titelverteidiger Frankreich verdient mit 38:34 (19:15). Bester Torschütze im deutschen Team war Juri Knorr, der erst in der zwölften Minute von Trainer Alfred Gislason ins Rennen geschickt worden war, die Regie an sich riss, zehn sehenswerte Treffer erzielte und verdientermaßen zum "Man oft he match" gekürt wurde.
Deutschland startete konzentriert in die Partie, führte durch Golla (2), Uscins und Grgic (2) mit 5:3. Die Franzosen mit einem überragenden Dika Mem, der Deutschlands Torhüter Andreas Wolff und David Späth insgesamt elfmal überwand, glichen zunächst aus, liefen aber schon bald wieder hinterher. Die DHB-Abwehr verdichtete gut, und vorne agierten die Angreifer - mal mit Julian Köster in der Mitte, mal mit Knorr, später auch mit Lichtlein - konzentriert, warteten geduldig auf ihre Chancen und setzten sich langsam von den Franzosen ab. Kurz vor der Pause schnappte sich Kapitän Golla den verloren geglaubten Ball, netzte zur 19:15-Pausenführung ein.
Bis zur Mitte der zweiten Hälfte verteidigten Golla und Co. den Vorsprung, erlaubten sich dann aber eine kleine Schwächephase: In der 47. Minute waren die Franzosen auf 28:29 herangerückt. Das Team von Alfred Gislason fand aber gerade in engen Phasen immer Lösungen. Semper kam und traf, Grgic wuchtete den Ball unter die französische Torlatte, Lukas Zerbe nutzte seine Chancen von Rechtsaußen souverän.
Und: Auch Gislason hatte noch seinen großen Auftritt. Kurz vor einem drohenden Ballverlust seiner Mannen drückte der Bundestrainer auf den Buzzer, rief zur Auszeit. So blieb der Ball in deutschen Reihen. Gislason schmunzelte vergnügt. Hatte er doch bei der Vorrunden-Niederlage gegen Serbien kurz vor einem gerade erzielten Tor auf den Buzzer gedrückt, seiner Mannschaft einen wichtigen Treffer "geklaut".
Deutschland jetzt gegen Kroatien
Wie auch immer: Deutschland setzte sich durch Uscins und zwei Grgic-Tore bis zur 54. Minute wieder auf drei Tore ab. Als der zukünftige Kieler Julian Köster den Ball dann in der 59. Minute wuchtig zum 36:32 in die Maschen drosch, war die Partie entschieden, wenig später feierten Kapitän Golla und seine Mannen den großartigen Triumph über das Weltklasse-Team aus Frankreich.
Die deutschen Spieler strahlten nach der Glanzleistung gegen die Franzosen mit ihren Fans um die Wette, blickten gleich nach dem Schlusspfiff aber nach vorn. "Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg, es ist ein wunderbares Gefühl, alle haben ihr Bestes gegeben", sagte THW-Rechtsaußen Lukas Zerbe, der drei wichtige Tore aus drei Versuchen erzielte. "Aber", fuhr der 30-jährige Linkshänder fort, "ab sofort blicken wir auf die nächsten Aufgaben, wir müssen regenerieren, um körperlich fit zu sein für die nächsten beiden Spiele."
Die deutsche Auswahl mit den Kielern Rune Dahmke, Andreas Wolff und Lukas Zerbe sowie den Kieler Offiziellen Mattias Andersson (Torwarttrainer) und Dr. Philip Lübke (Mannschaftsarzt) schloss die Gruppenphase als Zweiter punktgleich mit Spitzenreiter Dänemark (beide acht) ab, trifft jetzt am Freitag um 17:45 Uhr in Herning auf den Sieger der Gruppe II, Kroatien.
Dänemark spielt Norwegen an die Wand und trifft auf Island
Der bereits vor dem abschließenden Spiel als Halbfinalist feststehende Weltmeister Dänemark mit THW-Linksaußen Magnus Landin spielte am Mittwoch die Nachbarn aus Norwegen regelrecht an die Wand, setzte sich nach knapper 19:16-Halbzeitführung noch klar mit 38:24 durch.
Mit 10:8 lag der nördliche Nachbar in der 15. Minute noch vorne, dann gaben Gidsel und Co langsam Gas, führten beim Seitenwechsel scbon mit drei Toren. Bis zur 40. Minute enteilten die Männer von Trainer Nikolaj Jakobsen dann auf 29:21. Sie spielten sich fortan in einen Rausch, gewannen auch in der Höhe verdient, weil die Norweger kaum noch Gegenwehr leisteten. Beste Torschützen des Siegers waren Emil Jakobsen und Mathias Gidsel, die je siebenmal trafen. Der Kieler Defensivspezialist Magnus Landin spielte erneut nur eine Halbzeit. Dänemark trifft nun am Freitag um 20:30 Uhr im Halbfinale auf Island.
Kroatien steht im Halbfinale!
Die Kroaten, für die THW-Kreisläufer Veron Nacinovic sehr gut spielte und drei Tore erzielte, sicherten sich im schwedischen Malmö das Ticket für die Halbfinals durch einen schwer erkämpften 27:25 (13:15)-Erfolg über Ungarn, verwiesen Island, das sich mit 39:31 (18:16) über Slowenien durchsetzte, auf Rang zwei und sorgten mit ihrem Sieg außerdem für das überraschende EM-Aus von Co-Gastgeber Schweden. Den Skandinaviern half am Abend auch der überzeugende 34:21 (14:12)-Sieg über die Schweiz nicht weiter, das 32:32-Unentschieden vom Vortag gegen Ungarn bedeutete das vorzeitige Turnier-Aus von THW-Ass Eric Johansson und Co. Schweden trifft am Freitag im Spiel um Platz fünf auf Portugal, das im Duell der Südeuropäer mit 35:27 gegen Spanien gewann.
Bence Imre erneut bester ungarischer Torschütze
Jubel auch in Kroatien mit dem dreifachen Kieler Torschützen Veron Nacinovic: Nach dem schwer erkämpften 27:25-Erfolg über Ungarn sind die Männer vom Balkan am Freitag Halbfinal-Gegner Deutschlands. Dominik Kuzmanovic, der in der Bundesliga zwischen den Pfosten des VfL Gummersbach steht, wurde in der Schlussphase zum Matchwinner für die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson, sorgte für den hauchdünnen Sieg über die Ungarn, für die wieder einmal Bence Imre als bester Torschütze glänzte. Der THW-Rechtsaußen erzielte sieben Treffer, dennoch ist die EM für den 23-Jährigen beendet. Insgesamt brachte Imre es während der EM-Tage auf beachtliche 46 Tore, im Schnitt erzielte der junge Mann - den es am Ende der Saison zurück in die Heimat zieht - 6,6 Treffer pro Spiel.
Eric Johansson bester Schütze im finalen Hauptrunden-Spiel
Bis zur Halbzeit machten es die Schweizer um den 21 Minuten eingesetzten THW-Kreisläufer Lukas Laube dem schwedischen Favoriten schwer, lagen nach 23 Minuten gar mit 12:8 Toren vorn. Drei schnelle Treffer des überragenden Kielers Eric Johansson brachten die Blau-Gelben dann in die Spur. Zur Halbzeit hatte Tre Kroner die Nase schon 14:12 vorne, spielte sich dann in der zweiten Halbzeit den Frust der letzten Enttäuschungen von der Seele und sich selbst in einen Rausch. Nach 40 Minuten stand es 22:14, die Schweizer Abwehr fand keinen Zugriff mehr, und weil auch Schwedens Torhüter Andreas Palicka zur Bestform auflief, später zum "Man of the Match" ernannt wurde, gingen die Schweizer förmlich unter. Und Eric Johansson? Der Kieler im gelben Dress krönte seine starke Leistung mit sieben Treffern, war bester Schütze in Schwedens Mannschaft.
Text: Reimer Plöhn / Fotos: Sascha Klahn, Kolektiff












