Zebra-EM-Update: Deutschland und Dänemark spielen um den Titel

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Zebra-EM-Update: Deutschland und Dänemark spielen um den Titel

Mindestens ein Spieler des THW Kiel wird als Europameister zurückkehren: Lukas Zerbe, Rune Dahmke, Andreas Wolff und Magnus Landin stehen mit Deutschland und Dänemark im Finale der EHF EURO 2026! Im Spiel um Platz 3 trifft Veron Nacinovic am Sonntag mit Kroatien auf Island und kämpt um die Bronzemedaille. Die Halfinals und das Spiel um Platz 5 aus Sicht der Kieler Handballstars gibt es hier im EM-Update.

Dutschland trifft im Finale auf Titelfavorit Dänemark

Eine Gruppe von männlichen Handballspielern in weißen und roten Trikots steht auf einem blauen Spielfeld zusammen, feiert und lächelt. Der Spieler in der Mitte trägt ein grünes Trikot mit der Nielsen 12 auf dem Rücken.Das Traumfinale der Handball-Europameisterschaft ist perfekt: Deutschland trifft am Sonntag um 18 Uhr in der Jyske Bank Boxen von Herning auf Dänemark, dem erklärten Favoriten auf den Titel. Die Dänen setzten sich am Freitagabend vor fast 16 000 vorwiegend heimischen Fans in einem über weite Strecken engen und hochklassigen Spiel mit 31:28 (14:13) gegen die Nordmänner aus Island durch. Zwei Stunden zuvor jubelte Deutschland - auf dem Spielfeld, den Tribünen oder vor den TV-Geräten. Mit einer überzeugenden Gesamtleistung machten die Männer von Trainer Alfred Gislason dort weiter, wo sie gegen die starken Franzosen begonnen hatten, setzten sich mit einer überragenden Leistung vor allem in der Abwehr mit ebenfalls 31:28 (17:15) gegen Kroatien durch und dürfen auf den dritten Titelgewinn nach 2004 und 2016 hoffen.

Vier THW-Spieler kämpfen um Gold

Eine Männer-Handballmannschaft in weißen Trikots feiert auf einem blauen Hallenplatz, hält sich an den Händen und springt vor Freude, während jubelnde Fans in Rot den Hintergrund füllen.Zum „Man of the match“ wurde Kiels Torhüter Andreas Wolff gekürt, der gerade in der Schlussphase wichtige Paraden zeigte. Mit den Deutschen Rune Dahmke, Lukas Zerbe und Andy Wolff in Reihen des deutschen Teams sowie Magnus Landin für den amtierenden Weltmeister und Olympiasieger Dänemark stehen gleich vier THW-Akteure im Endspiel um Europas Handball-Krone. Trainer Alfred Gislason lobte sein Team in höchsten Tönen. „Ich bin stolz auf meine großartige Mannschaft“, sagte der Isländer, „sie hat soviel Charakter gezeigt und ist in diesem Turnier erwachsen geworden.“

Zerbe bester deutscher Torschütze gegen Kroatien 

Ein Handballspieler in einem weißen Trikot mit der Nummer 17 feiert ausgelassen auf dem Spielfeld. Im Hintergrund sind andere Spieler in weißen und roten Trikots sowie eine Menschenmenge zu sehen.Beim Triumph über Kroatien war THW-Rechtsaußen Lukas Zerbe mit sechs Toren bester deutscher Werfer, der 30-Jährige traf sicher von der Rechtsaußenposition, war vor allem ein Tor-Garant in den entscheidenden Schlussminuten, als er auch vom Siebenmeterstrich die Ruhe bewahrte, seine Strafwürfe sicher verwandelte und in der 57. Minute mit einem verwandelten Siebenmeter zum 30:26 den Deckel auf den Triumph gegen die Mannschaft vom Balkan schraubte. Rune Dahmke holte einen Siebenmeter raus, setzte sich zudem großartig in Szene, als er in der Schlussphase einen verloren geglaubten Ball mit einem für ihn bekannten akrobatischen Sprung rettete, somit die Vorarbeit für einen wichtigen Treffer leistete und einen Beifallssturm vom Publikum erntete.

Deutschland und Kroatien auf Augenhöhe

Ein männlicher Handballspieler in einem gelben Trikot mit der Nummer 33 ballt auf dem Spielfeld jubelnd die Fäuste, während im Hintergrund eine unscharfe, jubelnde Menge zu sehen ist.Deutschland bestimmte die über weite Strecken ausgeglichene Anfangsphase, hatte mit Wolff einen starken Rückhalt. Das Angriffsspiel prägten Julian Köster und Juri Knorr, die selbst trafen und spielentscheidende Impulse für ihre Nebenleute inszenierten. Absetzen konnte sich in der fairen Partie (nur eine Zeitstrafe!) aber zunächst keine Mannschaft – auch, weil die Kroaten mit dem angeschlagenen Ivan Martinovic (Bänderriss) einen treffsicheren Spieler in ihren Reihen hatten, der die deutsche Abwehr insgesamt fünfmal überwand. Mehr und mehr wuchs die deutsche Abwehr dann zu einem Bollwerk zusammen, gegen das die Kroaten oft vergeblich anrannten. Trainer Sigurdsson ordnete die Sieben-gegen-Sechs-Variante an, wurde jedoch mit drei Treffern ins leere Tor bestraft. Justus Fischer war hellwach, nutzte die Blöße in der gegnerischen Abwehr, traf dreimal ins verlassene Tor und ließ die deutschen Fans jubeln. Mit zwei Toren Vorsprung für das DHB-Team wurden die Seiten gewechselt.

Deutschland zieht davon

Ein Handballspieler in einem roten Trikot springt und wirft den Ball in Richtung Tor, während sich ein Torwart in einem gelben Trikot streckt, um ihn zu blockieren; im Hintergrund sind andere Spieler und eine Menschenmenge zu sehen.Ihre stärkste Phase hatte die Mannschaft von Alfred Gislason dann nach dem Wechsel, auffallend war die überragende Arbeit des jungen Justus Fischer, der den Gegner mit vier Blocks nervte. Dank der überragenden Abwehrarbeit und flüssigen Kombinationen im Angriff setzte sich die Mannschaft mit Antreiber Juri Knorr Mitte der zweiten Halbzeit auf sieben Tore ab, ließ sich auch in der Schlussphase, als die Kroaten einige technische Fehler nutzten und einmal auf zwei Tore verkürzten, nicht aus der Ruhe bringen und durfte nach dem 30:26 durch Zerbes verwandelten Strafwurf vorzeitig über den Einzug ins Finale jubeln. „Großartig“, freute sich Lukas Zerbe, „so wie wir heute gespielt und verteidigt haben, können wird jede Mannschaft schlagen.“ Für die Kroaten, für die THW-Kreisläufer Veron Nacinovic anfing, viele Akzente setze und drei Tore warf, geht es nun am Sonntag um Bronze.

Packendes Halbfinale zwischen Dänemark und Island

Ein männlicher Handballspieler in einem weiß-roten Trikot springt, um den Ball zu schießen, während blau gekleidete Verteidiger versuchen, ihn während eines Spiels zu blockieren. Im Hintergrund ist ein großes Lidl-Logo zu sehen.Einen Kampf auf Biegen und Brechen lieferten sich im zweiten Halbfinale Dänemark und Island. Die Nordmänner sorgten lange für Sorgenfalten im Gesicht von Dänemarks Trainer, dem ehemaligen THW-Linksaußen, Nikolaj Jakobsen. Gisli Kristjansson und Co. waren vor der rot-weißen Heimkulisse der Dänen, die erneut mit unverständlichen und unfairen Pfiffen gegen den Gegner auffiel, bis fünf Minuten vor dem Ende ein gleichwertiger Gegner, lieferten bei der 28:31-Niederlage einen spektakulären Fight und lag oft sogar in Führung. Am Ende setzten sich Gidsel, Pitlik und Co. in einer Partie mit 19 (!) Siebenmetern aber verdient durch. Auch, weil der Kieler Magnus Landin in der Schlussphase seine Chancen eiskalt nutzte, die Treffer zum 27:23, 29:25 und 30:27 ins isländische Tor wuchtete und zu einem der Matchwinner avancierte. Haupttorschützen beim Sieger waren Mathias Gidsel (7) und Johan Hansen, der sechsmal traf. Janus Smarasson (8) und Orri Porkelsson (7) waren die erfolgreichsten isländischen Werfer.

Portugal entscheidet Spiel um Platz 5 knapp für sich 

Ein Handballspieler in einem blau-gelben Trikot springt zum Schuss, während er von Gegnern in weißen Trikots verteidigt wird. Im Hintergrund sind andere Spieler und eine Menschenmenge zu sehen. Die Szene ist actionreich und intensiv.Wenige Stunden vor den Halbfinals hatte Portugal das Spiel um Platz fünf mit 36:35 (16:16) gegen Schweden für sich entschieden. Die Bedeutung dieser Partie war eher untergeordnet, beide Teams hatten sich bereits vorher für die WM in Deutschland qualifiziert. Dennoch legten sich die Angriffsreihen auf beiden Seiten zum Abschluss noch einmal mächtig ins Zeug, boten den Zuschauern eine Offensiv-Gala mit hohem Unterhaltungswert. Am Ende hatten die Portugiesen knapp die Nase vorn, beste Torschützen beim Sieger waren die Costa-Brüder, Martim traf neunmal ins Netz, Francisco folgte mit sieben Treffern. Bei den Schweden zeichnete sich Lukas Sandell mit acht Treffern als Haupttorschütze aus. THW-Rückraum-Ass Eric Johansson, der gegen die Schweiz noch bester Angreifer seines Teams gewesen war (7 Tore), musste sich gegen die Portugiesen mit einem Treffer begnügen. Text: Reimer Plöhn / Fotos: Sascha Klahn