Turbulente Februar-Wochen: „Die THW-Familie ist noch enger zusammengerückt“

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Turbulente Februar-Wochen: „Die THW-Familie ist noch enger zusammengerückt“

Fünf Auswärtsspiele in 15 Tagen, drei Wettbewerbe und rund 4700 Reise-Kilometer: Das Programm, das die Zebras zum Neustart nach der Europameisterschaft zu absolvieren hatten, war an sich schon eine große Herausforderung. Dass diese 15 Tage aber derart turbulent werden würden, hatte niemand beim THW Kiel vorhersehen können. Schuld daran war das Corona-Virus, das zu immer neuen Konstellationen führte und kreative Lösungen erforderte.

"Nötigt mir jede Menge Respekt ab"

"Jeder, der dem THW Kiel nahesteht, war in den vergangenen Wochen bereit, kurzfristig für den anderen in die Bresche zu springen. Das war nicht selbstverständlich und nötigt mir jede Menge Respekt ab", blickt Geschäftsführer Viktor Szilagyi zurück auf den wilden wie erfolgreichen Auswärts-Februar und stellt fest: "Die THW-Familie ist noch enger zusammengerückt."

Zehn von 17 THW-Spielern infiziert

Feierten den Erfolg in Norwegen: Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker, Klaus-Dieter Petersen und Markus Engelmann

Gleich zehn der insgesamt 17 Spieler im Kader des THW Kiel waren seit dem letzten Heim-Auftritt gegen Lemgo an Weihnachten an Corona erkrankt. Beim Viertelfinal-Erfolg bei den Rhein-Neckar Löwen im DHB-Pokal fehlten Niklas Landin und Harald Reinkind, unmittelbar vor dem Sieg beim TVB Stuttgart gesellten sich Hendrik Pekeler und Chefcoach Filip Jicha hinzu. Co-Trainer Christian Sprenger übernahm das Zepter beim Erfolg gegen den Bergischen HC in Düsseldorf, ehe es auch ihn und Torhüter Dario Quenstedt erwischte. Am Dienstag vor der wichtigen EHF Champions League-Partie in Lillehammer stand der THW Kiel also ohne etatmäßigen Trainer da. Jicha und Sprenger stellten per Video-Konferenz die Mannschaft auf den Gegner ein, Nachwuchs-Koordinator Klaus-Dieter Petersen übernahm das Coaching an der Seitenlinie – und feierte mit der Mannschaft einen großartigen 31:30-Erfolg.

Auch das Umfeld war dezimiert

Zuvor war auch der Staff ordentlich durchgeschüttelt worden: Teamkoordinator, Pressesprecher, beide etatmäßigen Physiotherapeuten – sie alle gesellten sich zum Quarantäne-Lager hinzu. Markus Engelmann von der THW-SportPhysioPraxis und Osteopath Jan Bock sprangen kurzfristig für die medizinische Betreuung der Zebras ein, Harald Stenzel und Artur Gorlo übernahmen die Aufgaben rund um die Mannschaft.

Szilagyi: "Hohe Identifikation mit dem THW Kiel"

"Keiner hat auch nur eine Sekunde gezögert, uns zu helfen. Alle haben extrem kurzfristig alles arrangiert, damit wir die bestmögliche Betreuung des Teams sicherstellen konnten. Das zeigt die hohe Identifikation aller mit unserem THW Kiel", sagt Szilagyi, und fügt an: "Diese Situation war eine große Herausforderung für alle im Club. Angefangen von den Mitarbeitern der Geschäftsstelle in der Reiseplanung über Mannschaftsarzt Dr .Detlev Brandecker und das Team-Umfeld und die Trainer bis hin zu jedem einzelnen Spieler." Nach den turbulenten Auswärtswochen freut sich jetzt nicht nur der Geschäftsführer auf die Heimspiele gegen Montpellier und Erlangen: "Wir wollen unsere auswärts gestartete Serie jetzt auch zu Hause fortsetzen."