Filip Jicha: "Harald ist unser Mann"

THW Kiel in den Medien
Mittwoch, 25.09.2019 // 10:26 Uhr

Kiel. Personelle Sorgen haben in dieser Woche die Laune beim THW Kiel getrübt. Heute (19 Uhr) empfängt der THW in der Handball-Champions-League den weißrussischen Meister HC Meshkov Brest - ohne Steffen Weinhold, ohne Lukas Nilsson. Linkshänder Weinhold fällt für mindestens zwei Monate aus, auf dem Transfermarkt wollen die Zebra-Verantwortlichen allerdings nicht tätig werden.

Zebras heute gegen Meshkov Brest

"Wir sind eine Mannschaft, wir haben genug Qualität im Kader und werden jetzt zusammenrücken", stellte Chefcoach Filip Jicha am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung klar. Zwei Monate lang muss er auf Nationalspieler Steffen Weinhold verzichten. Zwei Monate mit insgesamt 15 Partien, darunter Auswärtsspiele in Skopje, Montpellier, bei den Rhein-Neckar Löwen oder Heimspiele gegen Melsungen und Leipzig. "Steffens Ausfall trifft uns hart, wir haben mit ihm einen Weltklasse-Mann verloren. Aber mit Harald haben wir einen weiteren Weltklasse-Mann. Harald ist unser Mann, davon bin ich fest überzeugt. Wir werden diese Phase mit allen Höhen und Tiefen durchstehen", sagte Jicha.

Auf dem Transfermarkt will der THW folglich nicht tätig werden. "Wir werden jetzt nicht direkt schauen, wen wir verpflichten können. Der Kader ist groß genug. Nicht nur Harald Reinkind, sondern auch die Rechtshänder und Niclas Ekberg müssen den Ausfall von Steffen Weinhold kompensieren", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi. "Wir müssen die Situation beobachten und nach jedem Spiel analysieren", ergänzte Jicha. Neben dem Norweger Reinkind als Alleinunterhalter im rechten Rückraum (Jicha: "Er macht es sehr gut, und er muss in den kommenden Wahnsinnswochen noch mehr auf sich achten") könnte auch Rechtsaußen Niclas Ekberg den Weinhold-Ausfall in den kommenden Wochen kompensieren. Weitere Optionen wären eine Rückraum-Reihe mit drei Rechtshändern oder ein Offensivspiel mit einem zweiten Kreisläufer.

Heute im Aufeinandertreffen mit den vom Ex-Kieler Raul Alonso trainierten Weißrussen aus Brest wird auch Kiels Halblinker Lukas Nilsson (Schulterprellung) fehlen. "Wir müssen gegen Brest alles investieren. Die spielen nicht umsonst in einer der Top-Gruppen A und B in der Champions League und werden uns die Punkte nicht schenken", sagt Jicha, der besonderes Augenmerk auf den kroatischen Keeper Ivan Pesic sowie den beidhändigen Bosnier Marko Panic legt. Alonsos einziger Trumpf auf der halbrechten Rückraumposition kam vor der Saison vom polnischen Klub KS Azoty-Pulawy, in der Vorsaison THW-Gegner im EHF-Cup. Insgesamt war Brest-Coach Alonso vor der Saison zum Umbauen gezwungen. Der kroatische Spielmacher Sandro Obranovic zog sich in der Vorbereitung einen Kahnbeinbruch zu. Abwehr-Institution Pavel Horak verließ den Verein - in Richtung THW Kiel. Mit Kreisläufer Vid Poteko (RK Celje) ging ein weiterer Leistungsträger.

Bester Brest-Schütze in der diesjährigen Königsklassen-Saison ist bislang der serbische Rechtsaußen Darko Djukic. "Für mich ist der THW Kiel in dieser Saison einer der Top-Favoriten für den Gewinn der Königsklasse", sagt Meshkov-Trainer Raul Alonso und gibt sich vor der Partie realistisch: "Wir wollen das Spiel so lange wie möglich offenhalten, aber das Spiel am Sonntag gegen Minsk in der Liga hat für uns wohl eine größere Bedeutung. Da dürfen wir uns keine Niederlage erlauben."

 (Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 25.09.2019, Foto: Sascha Klahn